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Whiteout: Das sind die schneereichsten Gebiete der Welt!

9. November 2015 | Christoph Schrahe

Skigebiete in diesem Artikel: Adelboden, Alta Ski Area, Alyeska Resort, Balderschwang, Big Sky Resort, Braunwald, Damüls, Fonna Glacier, Mölltaler Gletscher, Oberwiesenthal - Fichtelberg, Squaw Valley - Alpine Meadows, Stryn Glacier Ski, Warth - Schröcken, Zugspitze

Per Flugzeug zum Take-Off: Tasman Glacier, Southern Alps, Neuseeland - ©Ski the Tasman

Schneemassen am Tasman Glacier in Neuseeland

Copyright: Ski the Tasman

Für die Brüder Grimm war die Sache klar: Den Schnee machte Frau Holle und die wohnte auf dem Hohen Meißner. Der liegt ziemlich genau in der Mitte Deutschlands und ist der höchste Gipfel des Hessischen Berglands. Aber auch wenn zu Zeiten der Brüder Grimm die Kleine Eiszeit das hiesige Klima regierte, dürfte dieser 750er auch damals allenfalls die Heimat, nicht aber das Ziel all der Schneeflocken aus den Bettlaken der Heiligen aller Wintersportler gewesen sein. Heute kann man statt Märchenbüchern die Datenbanken der Wetterdienste wälzen, um den Orten auf die Spur zu kommen, die besonders viel Tiefschneefreuden, Schneehaubenidylle und Flockenwirbel verheißen. 

Die schneereichsten Orte der Welt

Deutschland

Der deutsche Schneepol ist die Zugspitze, mit 2962 Metern der höchste Berg der Republik. Den Schnee messen die Wetterwarte allerdings nicht auf dem sturmumtosten Felsgipfel sondern mitten im Skigebiet, am Zugspitzplatt in rund 2650 Meter Höhe. Dort türmte sich die Schneedecke am 2. April 1944 zum bisherigen Rekordwert von 8,30 Meter auf, vier bis fünf Meter sind die Regel. Eindrucksvoll sind auch die Summen der Neuschneemengen, die während eines Winters auf das einzige Gletscherskigebiet in Bayern niedergehen. In den letzten 25 Jahren waren das durchschnittlich 18,65 Meter, im Lawinenwinter 1998/99 waren es sogar 27,5 Meter! Weltweit gibt es nur wenige erschlossene Skigebiete mit so viel Schnee. 

Am Fuß der Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen sieht die Sache schon etwas anders aus. Der Austragungsort der alpinen Ski-WM 2011 notiert weniger als zwei Meter jährliche Neuschneesumme. Wer sich nach tiefverschneiter Dorfidylle sehnt und Winterspaziergänge durch vor Schneelast ächzende Wälder machen möchte, sollte eher nach Balderschwang reisen. Das Bergdorf profitiert von der Lage unweit des Bodensees im Nordstau der Allgäuer Alpen. Die Kombination aus See-Effekt und der Orografie vor dem Riedbergpass lässt hier allwinterlich rund sieben Meter Schnee vom Himmel fallen, 98/99 waren es über zwölf Meter. 

Damit fällt im nur auf 1.044 Meter hoch gelegenen Balderschwang sogar mehr Schnee als auf den höchsten Gipfeln der deutschen Mittelgebirge. Deren Rangfolge führt der Brocken im Harz an, mit 530 Zentimeter jährlicher Neuschneesumme seit 1998. Auf Platz zwei folgt der Große Arber im Bayerischen Wald mit 496 Zentimetern. Bronze geht mit knapp über vier Meter an den Fichtelberg im Erzgebirge. Gemessen wird der gefallene Neuschnee übrigens nicht als Differenzbetrag zur Schneedecke am Vortag sondern auf einer am vorherigen Morgen vom Schnee befreiten Fläche. Ansonsten könnten Setzungsprozesse in der Schneedecke die Ergebnisse verfälschen. 

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Österreich

Schneereichstes Dorf Österreichs ist Damüls im Bregenzerwald. Dank seiner 930 Zentimeter jährlicher Neuschneesumme reichen die Schneemassen hier oft bis zur Dachkante. Das ebenfalls im Bregenzerwald gelegene Schröcken (1263 Meter) notiert nach Angaben der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie 916 Zentimeter. Schröckens Lifte starten indes erst am 1676 Meter hohen Hochtannbergpass. Dort werden rund elf Meter Neuschnee pro Winter gemessen. Die österreichische Wetterstation mit der größten Schneemenge ist der 3100 Meter hohe Sonnblick in den Hohen Tauern: 22,66 Meter im Mittel der Jahre 1971 bis 2000. Der Rekordwert beträgt 31,12 Meter und die höchste gemessene Schneedecke liegt bei 11,9 Metern. Das Skigebiet am Mölltaler Gletscher ist nur vier Kilometer entfernt. 

Schweiz

Schneereichstes Dorf der Schweiz ist Braunwald mit kumulierten 876 Zentimetern. Arosa schneidet mit 723 Zentimetern auch nicht schlecht ab. Fährt man in alpinen Skigebieten höher hinauf, nehmen die Schneefallmengen weiter zu. Am 2472 Meter hohen Großen St. Bernard in der Schweiz wurden zwischen 1961 und 1990 durchschnittlich 1653 Zentimeter Neuschnee pro Jahr gemessen. Das dortige Skigebiet war wegen der schneebedingten Straßensperre erst ab Juni zugänglich. Das verkürzte die Saison so sehr, dass das kleine Skigebiet schon vor langer Zeit seine Pforten schließen musste.  Seit Ende der achtziger Jahre sind die Schneefallmengen in der Schweiz jedoch deutlich zurückgegangen. In Zermatt, Adelboden und San Bernadino im Zeitraum 1981 bis 2010 gegenüber 1961 bis 1990 jeweils um knapp 20 Prozent. Statt 646 Zentimetern fielen in San Bernadino nur noch 522, in Adelboden ging es absolut gesehen von 524 auf 422 Zentimeter runter. Fast gleich blieb die Schneefallmenge mit rund acht Metern nur am Berninapass. Die dortigen Skiberge Lagalb und Diavolezza sind also nach wie vor für viele Tage mit frischem Schnee gut und dementsprechend beliebt bei Freeridern. 

Norwegen
Außerhalb der Alpen gilt vor allem Fjordnorwegen als sichere Bank für reichlich Schnee. Am rund 1300 Meter hohen Ålfotbreen wurden bis zu 49 Meter Schneefall pro Jahr registriert. Rund 20 bis 30 Meter werden auch den Sommerskigebieten von Stryn und Folgefonna zugeschrieben, allerdings sind das inoffizielle Werte. Als ‚schneereichsten Ort Europas' bezeichnet das norwegische Patentamt daher den Ort Røldal, mit seinen 12 Meter Schneefall pro Jahr. Allerdings wird der Niederschlag hier nicht im Dorf sondern im einige hundert Meter höher gelegenen Skigebiet gemessen. 

USA
Trotzdem gibt es noch schneereichere Dörfer als Damüls. Zum Beispiel Alta im US-Bundesstaat Utah mit seinen 12,9 Meter Neuschneesumme, gemessen über einen Zeitraum von 110 Jahren (in den letzten Jahren waren es durchschnittlich 13,3 Meter und im Rekordwinter 1982/83 sogar 23 Meter). Auch die Qualität stimmt hier: Nur etwas mehr als acht Prozent Wasser enthält der frisch gefallene Schnee. Noch trockener ist der Stoff freilich in Big Sky in Montana. Dort nennt man ihn Cold Smoke (kalten Rauch). Ein Kubikmeter frisch gefallener Schnee wiegt nur 41 Kilogramm. Zum Vergleich: Ein Kubikmeter Wasser wiegt 1.000 Kilogramm. Die Schneedecke besteht in Big Sky also zu fast 96 Prozent aus Luft! 

Wegen des Pazifik ist der Schnee an der Westküste des amerikanischen Kontinents zwar viel feuchter, dafür fällt er aus demselben Grund in Massen: Rekordhalter für die größte Neuschneesumme in einer Saison ist der Mount Baker im Staat Washington. Im Winter 1998/99 fielen dort 28,96 Meter Schnee - laut Guinness-Buch der Rekorde Weltrekord für eine Skistation! Im Mittel sind es immerhin noch mehr als 18 Meter und die Schneedecke erreicht in einem normalen Winter 4,75 Meter Mächtigkeit! Auch anderswo entlang der amerikanischen Pazifikküste fällt viel Schnee. An der Bergstation von Alyeska in Alaska waren es in den letzten 15 Jahren 18,26 Meter (2011/12 sogar 24,8 Meter), im kalifornischen Squaw Valley rund zwölf Meter. 

Japan
Aber all das reicht nicht heran an die phantastischen Schneemassen, die allwinterlich im ‚yukiguni', zu Deutsch Schneeland, niedergehen. Das liegt an der Westseite der japanischen Hauptinsel Honshu. Kalte Luft, die aus dem nahe gelegenen Sibirien über das Wasser der japanischen See heranrauscht und dabei extrem viel Feuchtigkeit aufnimmt, trifft hier auf die steil aufragende Kette der über 3000 Meter hohen japanischen Alpen. Die quetschen auch noch die letzte Schneeflocke aus den mit weißer Fracht überladenen Wolken. Das Ergebnis: sagenhafte 30 bis 38 Meter Neuschnee pro Winter. 
Sagenhaft auch deshalb, weil in den schneereichsten Regionen keine offiziellen Wetterstationen stehen - die Gegend ist schlichtweg unbewohnbar. Die Station mit der höchsten Schneefallmenge steht im nur 890 Meter hoch gelegenen Badeort Sukayu Onsen im Norden von Honshu. Hier kommen allwinterlich immerhin 1764 Zentimeter Neuschnee zusammen.

Neuseeland
Auch in anderen Weltgegenden sind es die Westküsten, die den Schnee wie magisch anziehen. In den neuseeländischen Alpen, die unvermittelt fast 4000 Meter aus dem Pazifik aufragen, verzeichnen die Gletscherfelder des Mount Tasman geschätzte 100 Meter Neuschnee im Jahr. Zum Start der Skiabfahrt über den 25 Kilometer langen Tasmangletscher gelangt man nur per Flugzeug, Lifte würden in den Schneemassen untergehen. 


Mehr Informationen zum Wetter findet ihr zum Beispiel bei folgenden Wetterdiensten: 

www.dwd.de 

www.zamg.at 

www.meteoschweiz.ch 

 

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