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Fünf grandiose Skitouren: Auf den Gipfeln des Wallis

4. Januar 2016 | Iris Kürschner

News Regionen: Val d'Anniviers

Skigebiete in diesem Artikel: Grimentz-Zinal, Zermatt

Abfahrt vom Wängerhorn, Turtmanntal - ©Iris Kuerschner | powerpress.ch

Abfahrt vom Wängerhorn, Turtmanntal

Copyright: Iris Kuerschner | powerpress.ch

Als tiefe Furche schneidet sich das Rhonetal und seine Seitentäler durch die höchsten Berge der Alpen. Auf 5224 Quadratkilometern verzeichnet das Wallis 44 Viertausender. Der Schweizer Kanton profitiert dazu noch von seiner Lage südlich des Nordkammes und genießt lange Schönwetterphasen. Ein Gedicht, „jenes Märchenland von Schnee und Eis“ mit Skiern zu erkunden. Das ahnte schon Wilhelm Paulke.

„Überall begegneten wir fragenden Blicken; misstrauisch, mit Kopfschütteln wurden die Skier betrachtet, und die Gesichter der Walliser Bauern pflegten sich gewöhnlich zu einem fröhlichen Grinsen zu verziehen, wenn sie unsere Füße erblickten, die in den dicken Fellschuhen, mit übergezogenen Sandalen, wahre Pelzklumpen geworden waren.“ Damals im Dezember 1897 noch ein Novum, zwei Skitouristen. Der deutsche Skipionier Wilhelm Paulcke wagte mit seinem Freund Helbling die erste Skidurchquerung des Monte Rosa Massivs. Wenig später berichtete die Zeitung von den zwei verrückten „Eisbären“, die „mit ihren klafterlangen Ski wie Pfeile über die sanfthängenden Schneeflächen des Gornergletschers“ abfahren. Im Januar 1902 fand in Zermatt der erste Skikurs für Bergführer statt. Die farbigen Bretter traten ihren Siegeszug durch die Alpen an.

Iris Kürschner stellt fünf ihrer Lieblingstouren vor, dort wo sich die meisten Giganten türmen, im Raum Zermatt allein 38 Viertausender.

 

Hörnligrat, Matterhorn

Copyright: Iris Kuerschner | powerpress.ch

Tour 1: Hörnligrat, 2931 m

Klar, Zermatt ist gefragt. Das zeigt sich schon bei der Anfahrt in Täsch, wo ein Umsteigeplatz in den Dimensionen eines Flughafenterminals empfängt. Die obligatorische Zugfahrt zum Ausgangspunkt der Winterträume ist nicht wie andernorts üblich im Skipass inbegriffen. Für beinahe alles muss hier tief in die Tasche gegriffen werden. Selbst ein vegetarisches Gericht überschreitet mehrheitlich die 20 Franken-Marke. Von Dorf kann längst keine Rede mehr sein. Städtisches Gehabe in den Gassen, wo Pelzmäntel und edle Designerklamotten Ausgang haben. Doch dazwischen tummeln sich wettergegerbte Bergveteranen, verschwitzt und ungekünstelt, die vielleicht gerade von der Haute Route oder einer Gipfeltour, einem Gletscherdrive zurück kommen. Genau diese gegensätzliche Mischung macht das Besondere von Zermatt aus. Rummel auf den Skipisten, abseits Einsamkeit, wenn man weiß wo. Ein Pulvertraum abseits des Mainstreams versteckt sich erstaunlicherweise direkt unter der Nordwand des Matterhorns. Vielleicht schreckt der etwas exponierte Zustieg ab, bei dem die Ski getragen werden müssen. Doch der Aufstieg dauert nicht lang und was geboten wird, lässt das Herz höher hüpfen. Das Matterhorn in Genickstarrendimension, darunter weite Hänge in optimaler Neigung und Exposition. Keine Tages füllende Skitour und deshalb locker auch zwei bis dreimal hintereinander machbar. Eine Route mit Suchtpotential.

Ausgangspunkt: Zermatt, 1605 m.

Anreise: Am schönsten mit dem Zug (www.sbb.ch), Zermatt ist sowieso autofrei und man spart sich die teure Parkgebühr in Täsch sowie den Autoverlad Lötschberg. Mit dem Auto von Deutschland über Bern nach Kandersteg, Autoverlad Lötschberg ins Wallis und über Visp ins Mattertal. In Täsch, 5 km vor Zermatt, ist Endstation und ein Pendelzug befördert nach Zermatt.

Anforderungen: WS (wenig schwierig). Der Hüttenweg zur Hörnlihütte gibt sich anfangs etwas exponiert, teilweise gesichert durch die Felsen, am Kamm geht’s dann leichter, man muss die Ski nicht mehr tragen.

Route: Mit der Gondelbahn zum Schwarzsee. Abfahrt über die Piste rechts zum Skilift Hirli. Von der Bergstation am Hirli, 2775 m, in die Mulde unter dem Felsriegel und Ski an den Rucksack. Auf dem Hüttenweg Richtung Hörnlihütte bis zum großen Wegweiser, 2931 m. Abfahrt über den Matterhorngletscher zur Stafelalp und auf einem langen Ziehweg zur Station Furi. 2 Std., 156 Hm Aufstieg, 800 Hm Abfahrt.

Unterkünfte: Was tun, wenn das Budget begrenzt ist und der stolze Preis der Skikarte zuviel schluckt? Eine gute Idee ist das Hotel Bahnhof, eines der ältesten Bergsteigerhotels von Zermatt, wo die historische Patina glücklicherweise noch nicht ganz wegrenoviert wurde. Dort gibt’s neben Doppel- auch Mehrbettzimmer, sowie eine Selbstversorgerküche, Tel. +41/27/9677216, www.hotelbahnhof.com.

Information: Zermatt Tourismus, Bahnhofplatz, CH-3920 Zermatt, Tel. +41/27/9668100, www.zermatt.ch.

Bergbahnen: Zermatt Bergbahnen, Tel. +41/27/9660101, www.matterhornparadise.ch

Ausrüstung: Skihochtourenausrüstung (Lawinensuchgerät, Schaufel, Sonde, Harscheisen, Felle)

Karte: Freeride Map Zermatt, 1:25 000, www.freeride-map.com. Ein unverzichtbares Utensil. Die Freeride-Sektoren sind farblich in drei Schwierigkeitsstufen eingetragen. Außerdem wertvolle Infos auf der Rückseite zu Tourenplanung, Risikomanagement, Rettung, etc. Gedruckt auf reiß- und wasserfestem Papier.

Literatur: Die schönsten Freeride-Touren in den Schweizer Alpen, Jürg Buschor/ Simon Starkl, AT-Verlag 2008.

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