Wenn im Bereich Hartware ein Segment die Ski-Industrie zuletzt mit Freude erfüllte, dann war es der Skischuh. Er ist das Ausrüstungsteil, was sich auch Gelegenheitsskifahrer am ehesten selbst kaufen und nicht leihen. Neue Bootfitting-Optionen haben neue Kaufanreize gegeben. Der Skischuh füllte damit die Kassen, während Hersteller mit den Skiern selbst kaum Geld verdienen konnten.

In diesem Winter tat sich aber auch der Skischuh schwer, dem Wetter sei Dank. Trotz zweistelliger Plusgrade zum Weihnachtsfest ist der Markt aber einigermaßen stabil geblieben, nur um wenige Prozentpunkte zurückgegangen - das ist eine gute Nachricht in Anbetracht der unpassenden Umstände. Und so ist in diesem Jahr auf der ISPO für viele Hersteller der Skischuh wichtiger als der Ski, wenn es um Innovationen geht. Hier sind einige Trends, die wir aus unseren Standbesuchen erkannt haben.

1. Bootfitting ist Pflicht, nicht Kür
Jeder Hersteller kann inzwischen seine Boots irgendwie anpassen. Schale, Manschette, Innenschuh - dem geneigten Fachhändler dürfte inzwischen vor lauter spezifischen Öfen und Bootfitting Tools der Platz im Laden ausgehen ... Spaß beiseite, selten war es so leicht einen wirklich passenden Schuh zu finden, selbst für Füße abseits der Standards. In diesem Jahr waren die Bootfitting-Konzepte jedoch zumeist fester Bestandteil des Produkts, nicht mehr die Innovation - mit der Ausnahme von Nordica. Für den Skischuh-Käufer bedeutet es, dass eine gute Beratung wichtig bleibt. Diese Liaison mit dem Fachhandel nehmen die Hersteller wiederum gern mit. Sie ermöglicht bessere Margen und Alleinstellungsmerkmale.

2. Wer macht den besten Alpin/Tour-Alleskönner?
Waren im letzten Jahr sehr leichte Tourenboots ein Top-Trend, so geht in diesem Jahr die Suche nach dem perfekten Mix aus Leichtigkeit und Flexibilität gepaart mit guter Abfahrtsperformance so richtig los. Fast alle jagen in diese Richtung, nehmen die Gewichtsersparnis aus dem Tourenbereich und fertigen einen Vierschnaller mit guten Ski/Walk Eigenschaften, gerne zwischen 1500 und 1800 Gramm pro Boot. Die begehrte Zielgruppe sind Fitness-Tourengeher, die vor oder nach der Arbeit kurz auf den Hausberg steigen und wieder abfahren, den Skischuh aber auch zum Freeriden und auf der Piste verwenden können sollen. 130er Flex? Kein Problem.

3. Komfort auf dem Vormarsch
Aber nicht nur supersportliche Topathleten trifft man auf der Piste. Eine große Menge der Käuferschaft sucht nicht den 130er Flex, sondern einfach einen passenden, gemütlichen, gut funktionierenden Pisten-Skischuh. Wer viel Geld ausgibt, möchte dabei auf das Design achten. Frauen-Skischuhe werden immer wichtiger, auch nach dem Skifahren soll man im Skischuh bequem unterwegs sein, für einen längeren Hüttenstop oder die Aprés-Ski Party. Dieses Segment ist vielleicht nicht so sexy wie ein supersportlicher Freeride-Boot - aber seine Bedeutung für den Markt ist unverkennbar.

Wir haben euch die spannendsten Modelle der Top-Marken Fischer, Salomon, K2, Lange, Atomic, Nordica, Tecnica, Dalbello und einigen mehr zusammengestellt - unten rechts geht es los, viel Spaß beim Spaziergang durch die Neuheiten für Saison 2016/17. Wenn ihr auf das Durchklicken keine Lust habt, kommt ihr hier direkt zu eurem Lieblingshersteller:

Nordica: All-In für die Speedmachine

Tecnica: Tourenalarm!

Fischers ganzes Know-How in einer Serie: RC PRO

Arc´teryx launcht prämierten Procline-Tourenschuh

K2 - Built For Comfort

Hawx Ultra - neue Top Skischuh von Atomic

Lange kommt auf Touren

Salomon begibt sich auf die Quest

Dynafit erhält Gold-Award für den neuen TLT7

Dalbello bringt neues Flagschiff LUPO CARBON T.I.

Full Tilt mit neuer First Chair Kollektion

La Sportiva erneuert Spectre und Sparkle

Scott Superguide Carbon GTX

Head geht an die Grenze