Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit stellte Arc’teryx aus Kanada auf der ISPO den Lawinen-Airbag Voltair vor. Vor allem am Akku hat man getüftelt, aber auch am Gebläse. Anders als viele herkömmliche Systeme, die mit Druckluftpatronen arbeiten und nach jeder Auslösung mit einer neuen Patrone bestückt werden müssen, arbeitet das ARC’TERYX Voltair Airbag System mit einem Gebläse und einem aufladbaren 22,2 Volt Lithium-Polymer-Akku (LiPo). Das System ermöglicht unterwegs also auch mehrere Auslösungen des Airbags. „Skifahrer können nicht nur immer die Funktion des Systems selbst testen, sie können auch die reflexhafte Auslösung üben. Im Ernstfall wächst man nämlich nicht an den Aufgaben, sondern versagt häufig. Deshalb muss man sich auf seine eingeübten Reaktionen verlassen,“ erklärt Gordon Rose, Senior Industrial Designer bei ARC’TERYX.

Bei bis zu –10° C kann der voll geladene Akku den Airbag rund 20 Mal aufblasen und selbst bei Temperaturen bis –30° C funktioniert das System zuverlässig, so Arc´teryx. Der Airbag hat ein Volumen von 150 Litern und wird mit Hilfe einer kleinen Turbine aufgeblasen, angetrieben vom leistungsstärksten Akku, der weltweit bei Lawinen-Airbags eingesetzt wird. Nach dem ersten Auslösen wird alle fünf Sekunden Luft nachgepumpt, für den Fall von Beschädigungen des Airbags.

Das System ist mit wenigen Handgriffen einsatzbereit, aber auch schnell zu demontieren – zum Beispiel bei Sicherheitschecks für Flugreisen. „Herkömmliche Druckluftpatronen sind für den Transport in Flugzeugen nicht geeignet. In der Regel müssen sie in leerem Zustand transportiert und am Zielort wieder aufgefüllt werden. Das ist nicht immer einfach, vor allem im Backcountry,“ sagt Gordon Rose. „Das LiPo Batteriesystem im Voltair ist robust und überall aufladbar – mit einem Spezialadapter auch an tragbaren Energiequellen wie Solarpaneelen, Power Banks etc.“

Der knallrote Auslösegriff des Voltair ist stets erreichbar und wird mit einer 180 Grad-Drehung entsichert. Eine gut sichtbare Anzeige signalisiert die Entsicherung. Die Befestigung der Sicherheits-Beinschlaufe ist vollständig in das Tragesystem des Rucksacks integriert und mit einem Karabinerverschluss mit einer Hand einzuklicken.

Zwei Hauptfächer schlucken zusätzliche LVS-Ausrüstung wie Schaufel und Sonde. Zur Ski- oder Snowboardbefestigung (nur diagonal) dienen Front-Straps und Schnüre. Eisgeräte und Pickel finden in den „Tool Loops“ sicher Platz. ARC’TERYX fertigt den Voltair aus wasserdichtem N400r-AC² Nylon 6 Ripstop-Gewebe mit rundum getapten Nähten und WaterTight™ Reißverschlüssen. „Die neuen Technologien und Features, die wir mit dem Voltair Airbag vorstellen, legen eine neue Messlatte im Bereich Lawinen-Sicherheitsausrüstung,“ sagt Gordon Rose.

Den Voltair gibt es mit 20 l und 30 l Volumen. Er wird vollständig in der eigenen, zum Frühjahr 2016 stark vergrößerten Produktionsstätte der kanadischen Hightech-Marke in Vancouver gefertigt. All das hat aber seinen Preis: Der Voltair 20L wird 1550 Euro kosten, der Voltair 30L 1650 Euro. Hier gibt es noch ein Video der Auslösung: