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Freeride World Tour: Walkner siegt, Studer Dritter, Bene Mayr auf Rang vier

8. Februar 2016 | Skiinfo

Skigebiete in diesem Artikel: Chamonix Mont-Blanc

Freeride World Tour in Chamonix Mont-Blanc - ©www.FreerideWorldTour.com | D. Daher

Freeride World Tour in Chamonix Mont-Blanc

Copyright: www.FreerideWorldTour.com | D. Daher

Traumhafte Bedingungen beim zweiten Stopp der SWATCH FREERIDE WORLD TOUR 2016 (FWT): In Chamonix-Mont-Blanc siegten Eva Walkner (AUT) und Loïc Collomb-Patton (FRA) bei den Skifahrern sowie Anne Flore Marxer (SUI) und Sammy Luebke (USA) bei den Snowboardern. Erfolgreich verlief der Skitag auch für Fabio Studer (AUT), der Dritter wurde. Benedikt Mayr (GER) und Stefan Häusl (AUT) belegten die Plätze vier und fünf. Im Feld der Snowboarder holten Flo Orley (AUT) Rang fünf und Johannes Schnitzer (GER) Platz sechs.

Seit ihrer Gründung 2008 war die FWT jedes Jahr in Chamonix zu Gast. Der FWT-Klassiker im Angesicht des Mont Blanc fand dieses Mal am Aiguille Pourrie im Skigebiet Flégères statt. An dem 500-Höhenmeter-Hang erwarteten die weltbesten Freeride-Profis bei strahlend blauem Himmel 30 cm Neuschnee, die erst in der Nacht gefallen waren. Vor dem Start in den nordöstlich ausgerichteten, bis zu 45 Grad steilen und felsdurchsetzten Hang mussten sie zu Fuß zu dem auf 2.600 Meter gelegenen Gipfel aufsteigen. Wie bei allen FWT-Events beurteilte die Jury die 58 Teilnehmer nach den Kriterien Linienwahl, Flüssigkeit des Runs, Kontrolle, Air & Style und Technik.

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Ski Herren: Studer auf drei, Mayr auf vier, Häusl Fünfter
Der Contest der Skifahrer begann mit Enttäuschungen für die Favoriten: FWT-Newcomer Kristofer Turdell (SWE), Sieger des Auftakt-Events, stürzte nach einem weiten Air. Auch der Zweite von Andorra, Jérémie Heitz (SUI), stürzte bei einem Drop, nachdem er zuvor noch einen sensationellen Backflip gestanden hatte. Besser machte es der Mann, der 2014 Weltmeister war und bereits in den vergangen zwei Jahren in Chamonix gewonnen hatte: Loïc Collomb-Patton (FRA) zeigte bei seinem Heimspiel einen Backflip, mehrere Airs und einen aggressiven, schnellen Run mit kreativer Linienwahl. Er überzeugte die Judges damit in allen fünf Kriterien und holte 89,33 Punkte. Das bedeutete den Sieg vor Logan Pehota (CAN), der in Andorra Platz vier belegt hatte und 86,66 Punkte erhielt. Der Kanadier glänzte mit einer originellen Line, einem hohen, technisch anspruchsvollen Sprung in eine Rinne und einem 360.

Auch Fabio Studer aus Koblach (AUT) gelang nach Platz sechs in Andorra wieder ein starker Auftritt. In seinem freestyle-inspirierten Run zeigte der 29-Jährige einen Handdrag 360 und einen Cork 360, was ihm 85 Punkte und Platz drei einbrachte: „Ich bin nicht voll risikoreich gefahren, weil die Schneeverhältnisse nicht einfach waren. Jetzt habe ich zwei gute Platzierungen und kann in Fieberbrunn mehr riskieren, falls es die Schneeverhältnisse zulassen.“

Gleich hinter Studer landete der Olympiateilnehmer im Slopestyle 2014, Benedikt Mayr (GER). Der 26-jährige Münchner, in Andorra noch auf Platz 19, beeindruckte mit einer Reihe von Airs, darunter einem 360. Mit 83,33 Punkten und Platz vier bei seinem zweiten Auftritt auf der FWT hat Mayr eindrucksvoll auf sich aufmerksam gemacht: „Ich habe heute geschaut, dass ich entspannt und flüssig fahre, um Punkte für Alaska zu sammeln. Deshalb bin ich nicht volles Risiko gegangen, sondern habe versucht, dass ich einen safen Run runterbekomme, und das hat ja auch gut geklappt!“

Stefan Häusl (AUT), der Achte von Andorra, begann im steilen oberen Teil mit einem weiten Air und beeindruckte die Jury vor allem mit einem zuvor von keinem Rider gezeigten Sprung in einen Steilhang. Seine sichere und schnelle Fahrt brachte dem Strengener 82,66 Punkte und Platz fünf. Felix Wiemers aus Biedenkopf (GER), in Andorra Dreizehnter, zeigte einen soliden Run mit mehreren sicher gestandenen Airs. Der 26-Jährige verzichtete auf riskante Tricks und kassierte letztlich 65,33 Punkte: Platz 15 für den 27-Jährigen.

In der Gesamtwertung führt nun Logan Pehota (CAN) vor Loïc Collomb-Patton (FRA) und Fabio Studer (AUT). Stefan Häusl (AUT) liegt auf Platz sieben, Benedikt Mayr (GER) ist Zehnter und Felix Wiemers (GER) Fünfzehnter.

Ski Damen: Walkner wieder vorne!
Die amtierende Weltmeisterin und Zweite von Andorra, Eva Walkner (AUT), setzte in Chamonix ihre Erfolgsserie fort. Die Salzburgerin war zuletzt in zehn FWT-Events achtmal auf dem Podium gestanden und hatte bereits 2015 in Chamonix gewonnen. Mit selbstbewussten Turns, zwei weiten Airs und einer flüssigen Fahrt durch eine technisch anspruchsvolle Rinne gelang der 36-Jährigen ein sehr ausgeglichener, kreativer Run, für den die Judges ihr 83 Punkte gaben. „Aufgrund der wechselhaften Schneeunterlage habe ich lange überlegt, welche Linie ich wähle. Es war dann eine interessante, etwas ausgefallene Line. Ich freue mich total über diesen Sieg und dass ich jetzt mit der Goldenen Bib als Leaderin nach Fieberbrunn komme“, jubelte Walkner im Ziel, die damit bereits für den vierten Stopp in Alaska qualifiziert ist und mit ihrem Sieg die Führung in der Gesamtwertung übernommen hat.

Platz zwei ging an Silvia Moser (ITA), die im oberen Bereich mit zwei Airs begann und einen hohen Cliffdrop folgen ließ: 80 Punkte für die 25-Jährige! Dritte mit 76,66 Punkten wurde Matilda Rapaport (SWE). Die Weltmeisterin von 2013 und 2014, Nadine Wallner aus Klösterle (AUT) musste nach Platz fünf in Andorra eine Enttäuschung einstecken. Sie blieb nach einem kleinen Sprung im Schnee hängen, stürzte und belegte am Ende Platz elf. Lorraine Huber (AUT) war in Chamonix wegen einer Verletzung nicht am Start.

Snowboard Herren:
Für die Snowboarder bot der tiefe Neuschnee ideale Bedingungen für glänzende Performances – 80 Punkte reichten hier nur für Platz 7! Sammy Luebke (USA), Zweiter der FWT 2015, startete als erster Snowboarder und setzte mit einem Backside 360 Indy und einem Frontside 360 sowie einer Straight Line gleich ein Ausrufezeichen: 92 Punkt für den Amerikaner! Jamie Rizzuto (CAN) startete mit einer eindrucksvollen Straight Line in den Steilhang und legte mit einem hohen Air nach – 90,33 Punkte verteilten die Judges für diese originelle Linienwahl, mit der er Ralph Backstrom (USA) auf Platz drei verdrängte. Der Weltmeister von 2013 hatte mit mehreren soliden Airs und einem weiten Drop in den Steilhang 89,33 Punkte gesammelt.

Flo Orley aus Innsbruck (AUT), beim Auftaktevent Sechster, trat wie schon in Andorra im Gorillakostüm an. Danach legte er einen kraftvollen, kreativen Run mit einem Double und mehreren Airs in den Hang, kassierte 85 Punkte und belegte damit Platz vier. Johannes Schnitzer aus München (GER), Neunter von Andorra, zeigte einen exzellenten Run, der ihm 82,66 Punkte einbrachte. Er ragte vor allem mit einem schwierigen Double heraus, das kein anderer Fahrer wagte. Im starken Fahrerfeld der Snowboarder reichte die hohe Punktzahl dennoch nicht für das Podium: Schnitzer wurde am Ende Sechster, sein bisher bestes Ergebnis auf der FWT. In der Gesamtwertung liegt Sammy Luebke (USA) in Führung, Flo Orley ist Sechster und Johannes Schnitzer Neunter.

Snowboard Damen: Marxer vor Balet
„Nachdem wir heute morgen hochgehikt waren und ich am Gipfel dieses fantastische Powder-Feld vor mir gesehen habe, dachte ich mir: Da muss ich auf jeden Fall fahren – egal, was ich vorher geplant habe!“, berichtete Anne-Flore Marxer (SUI) bei der Siegerehrung von Chamonix. Die FWT-Weltmeisterin von 2011 wurde für ihre spontane Planänderung mehr als belohnt: Ihre eindrucksvolle Vollgas-Fahrt mit weiten Powder-Turns brachte ihr 84 Punkte und damit den Sieg. Platz zwei holte die amtierende Weltmeisterin und Siegerin von Andorra, Estelle Balet (SUI). Die 21-Jährige überzeugte mit Kontrolle und Technik und sammelte 80,33 Punkte. Dritte wurde die Zweitplatzierte von Andorra, Marion Haerty (FRA), mit 76,66 Punkten. Nicola Thost (GER) konnte wegen Verletzung nicht starten. In der Gesamtwertung führt nun Balet vor Haerty und Marxer.

Nächster Halt: Fieberbrunn Kitzbüheler Alpen!
Die SWATCH FREERIDE WORLD TOUR 2016 wird am 6. März 2016 mit dem dritten Stopp in Fieberbrunn-Kitzbüheler Alpen (AUT) fortgesetzt. Bei der einzigen Etappe in Österreich fällt am legendären Nordhang des Wildseeloder bereits die Entscheidung, wer sich für Alaska und die FWT 2017 qualifiziert – nur die besten zwei Resultate aus den ersten drei Events gehen in diese Wertung ein. Fieberbrunn wird die FWT-Fans mit einem umfangreichen Party-Programm und einer einzigartigen Zuschauerarena empfangen – ein Highlight der SWATCH FREERIDE WORLD TOUR 2016!

 

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