Bei zahlreichen Lawinenunglücken in den Alpen kamen am Wochenende mehrere Wintersportler ums Leben. In der Schweiz starben zwei Männer bei Safien Thalkirch durch eine Spontanlawine, die beide unter sich begrub. Der 29-jährige Slowake und der 33-jährige Italiener waren am späten Abend als vermisst gemeldet worden, am Sonntagvormittag schließlich fanden die Rettungskräfte die beiden Verstorbenen und flogen sie aus. Aufgrund der massiven Schneefälle und einhergehender Lawinengefahr gestaltete sich die Rettung wie auch in anderen Regionen schwierig. In Davos Glaris konnten am Samstag vier Verschüttete aus einer Lawine befreit werden, sie kamen mit dem Schrecken davon. Am Corvatsch konnte ein Mann leicht verletzt geborgen worden.

Am Sonntag wurde im beliebten Felsental in Andermatt ein Franzose verschüttet, der von seinen Begleitern dank LVS-Gerät aber schnell geortet und ausgegraben werden konnte. Die Gruppe von 14 Skifahrern wurde im Anschluss aus dem Felsental ausgeflogen, da eine große Lawinengefahr herrschte.

Am Montag hatte ein 26-jähriger in Sulden extrem viel Glück: Der Mann war unterhalb der Vertainspitze mit einer Schneeschuhtourengruppe unterwegs, als ihn eine Lawine erfasste und mitriss. Wie stol.it berichtet, wurde der Mann fast drei Meter tief begraben und nach 50 Minuten fast unverletzt gefunden. Er erlitt leichte Unterkühlungen. Ein funktionierendes LVS-Gerät hatte der Mann nicht bei sich.

Im Stubaital verschüttete eine große Lawine am Sonntag die Zufahrtsstraße zum Stubaier Gletscher, eine Frau kam in ihrem PKW mit dem Schrecken davon. Die Straße konnte erst am Montag wieder freigegeben werden.

Im Skigebiet Axamer Lizum kam am Sonntag unterhalb des Birgitzköpfl in einem stark lawinengefährdeten Hang mit Lawinenverbauungen eine 33-jährige Frau aus Spanien ums Leben. Mehrere Gruppen waren in dem Hang unterwegs, unter anderem die vierköpfige Gruppe der Spanierin, von der drei Wintersportler mitgerissen wurden. Ein verschüttete Snowboarderin wurde von anderen Skisportlern schnell ausgegraben, sie blieb unverletzt. Für die schwer verletzte Spanierin, die nach etwa zehn Minuten geortet und ausgegraben wurde, kam trotz sofortiger Wiederbelebungsmaßnahmen jede Hilfe zu spät. Einsatzleiter Walter Stonig gegenüber der APA: „Es ist bei dieser Lawinenwarnstufe ein No-Go, da reinzugehen - das ist nicht nachvollziehbar.“

Bereits am Freitag waren bei Lawinen in Vorarlberg zwei erfahrene Berg- und Skiführer ums Leben gekommen. Ein 73-Jähriger starb in Schröcken am Mohnenfluh, als er als Führer einer Gruppe einen Hang erstbefuhr und sich ein Schneebrett löste. Ebenfalls nur tot geborgen werden konnte ein Skiführer in Lech im Gebiet Mehlsack. Der 71 Jahre alte Bergführer aus Wien, der drei niederländische Skifahrer anführte, löste in einem unverspurten Hang ein Schneebrett aus und wurde verschüttet. Wie auch der Mann in Schröcken wurde er relativ schnell gefunden und geborgen, überlebte das Unglück leider trotzdem nicht.

Weitere Lawinenabgänge, zum Teil mit Verletzten, gab es am Wochenende in Flachau im Pongau, am Feldberg im Schwarzwald, in den südlichen Ötztaler Alpen und am Fellhorn. Am Wochenende herrschte fast in den gesamten Alpen Lawinenwarnstufe 3, zum Teil sogar 4.

Schröcken