Ein Helm im Skisport zählt inzwischen zur Standardausrüstung. Spätestens seit schwere Unfälle mit Michael Schuhmacher oder dem ehemaligen Ministerpräsidenten Dieter Althaus in den Medien diskutiert werden, ist man heute ohne Helm auffällig und wird berechtigt als leichtsinnig oder zumindest risikoreich eingestuft. Die Vorteile eines Helms liegen heute klar auf der Hand. Die primäre Aufgabe ist der Schutz des Kopfes im Zusammenprall mit anderen Skifahrern oder Objekten. Doch heutzutage viele sekundäre Anforderungen werden an einen Helm gestellt. Er muss leicht und komfortabel sein und zugleich einen festen Halt bieten, eine gute und möglichst leicht verstellbare Belüftung für eine große Bandbreite an Witterungsbedingungen haben und hygienisch bleiben.

Der Uvex P1us Pro soll all diesen Anforderungen begegnen. Den Herstelleraussagen zufolge ist er außergewöhnlich leicht, komfortabel belüftet, ausgestattet mit waschbarem Innenfutter und flexiblen Einstellmöglichkeiten zur optimalen Passform. Doch erst in Kombination mit der passenden Skibrille ist der Komfort vollendet. Daher bieten die Hersteller üblicherweise die kompatiblen Skibrillen mit an. Für jede Gesichtshöhe und -breite gibt es bei unserem Testprodukt von Uvex die passenden Brillen. In unserem Fall war es die Uvex Snowstrike LTM. Auch hier werden Anforderungen an das Sichtfeld, den Komfort und die Sichtqualität gestellt. Wir prüfen für euch die Marketingversprechen in dieser Kombination aus Skihelm und -brille des fränkischen Herstellers.

 

Das sagt der Hersteller:

Der Uvex p1us pro ist der leichteste Hartschalen-Skihelm, der jemals gebaut wurde. Herausragendes Design und neuste Technologien zeichnen den Uvex p1us pro Skihelm dabei besonders aus! Der Uvex p1us pro Skihelm mit der + Technologie wiegt ganze 20% weniger als die bisher gebräuchlichen Hartschalenhelme und erfüllt dabei die höchsten Ansprüche an Sicherheit. Der Impactwert liegt bei unglaublichen 16% über der Helmnorm. Ein neuer ultraleichter und gleichzeitig höchst schlagfester Spezialkunststoff macht‘s möglich. Die extrem harte Außenschale und der EPS-Schockabsorber im Skihelm Inneren sind ein unschlagbares Paar. Die + Technologie ist die ausgefeilteste Hartschalentechnologie, die derzeit auf dem Markt verfügbar ist. +technology steht für hochwertigen speziell entwickelten thermoplastischen Kunststoff. Ultraleicht, höchst schlagfest, extrem hart – hochmoderne Uvex Dünnwand-Spritzgusstechnologie macht das Unmögliche möglich. Der Helm ist ideal für Outdoor-Einsätze bei jedem Klima, die Außenschale ist extrem hart und gleichzeitig besonders leicht. Eine einmalige Symbiose für mehr Sicherheit und Komfort. Ein cleveres Airchanneling-System im Skihelm liefert zusätzlich eine zugfreie Be- und Entlüftung. Das Uvex-eigene Klimamanagement reguliert selbstständig die Temperatur im Helminneren. Innovationen made by Uvex.

Die Uvex snowstrike Skibrille steht für beste Performance mit dem besten Equipment. Mit diesen Goggles kann dir keiner das Wasser reichen. Die neu entwickelte Uvex snowstrike Skibrille überzeugt mit Ecken und Kanten. Die Kombination aus progressivem Edge-Look und den knalligen neuen Farben ist ein absoluter Hingucker. Die Uvex snowstrike Skibrille vereint die neusten Technologien in sich und sorgt für klare Sicht bei allen Verhältnissen. 100% UV Schutz auf jeder Piste.

 

Das sagt die Skiinfo-Redaktion:

Out of the box:

Der unverkennbare Kinnriemen, den man auch von Uvex Fahrradhelmen kennt, findet sich auch im Skisport wieder. Einen stimmigen und soliden Eindruck macht die Hartschale, welche die gesamte äußere Fläche umfasst. Da somit kein EPS freiliegt, ist der gesamte Helm vor spitzer Schlageinwirkung oder Äste oder Steine geschützt. Auch die zehn Belüftungslöcher sind klein genug, um beim Crash mit spitzen Gegenständen keine Gefahr darzustellen. Die Anordnung der Belüftungslöcher ist sinnvoll konstruiert und im vorderen Bereich sind zwei davon mit einem Schiebemechanismus verschließbar. Der Mechanismus ist sehr leichtgängig. Wir prüfen später, ob dieser sich auch auf der Piste nicht ungewollt verschiebt. Entnimmt man das Helmfutter, erkennt man die Lüftungskanäle zwischen den Löchern deutlich. Ob sich die Konstruktion in der Praxis bewährt, muss sich zeigen. Das Innenfutter jedenfalls lässt sich leicht entfernen und wieder befestigen. Lediglich das Entfernen der Ohrenschützer gestaltete sich beim ersten Mal als etwas umständlich, da die Anleitung diesbezüglich etwas dürftig ausfällt. Das Verstellsystem IAS (Individual Adapting System) erweist sich als vielseitig für jede Kopfform, da man den Verschluss sowohl in der Höhe als auch im Umfang präzise einstellen kann. Die Ohrenabdeckung fühlt sich auch bequem an. Angegeben mit 470 Gramm in der Größe 55-59 wiegt unser Testmodell mit 486 Gramm ein wenig mehr, jedoch ist das für einen Hartschalenhelm dieser Art im absoluten Topniveau.

Die Skibrille passt optimal in das Gesamtbild. Den obligatorischen UV-Schutz (UV-ex als Namensgeber der Firma) bedarf keiner weiteren Erwähnung. Rahmenbreite und -form ergeben ein bündiges System mit dem Helm, sodass die Stirn keine kalte Zugluft abbekommen dürfte. Die ausgeprägten Silikongummierungen halten das elastische Band am Helm, unterstützt durch den Verschluss auf der Rückseite des Helms. Für den Fall, dass man die Brille ohne Helm tragen möchte, bietet die das Band genügend Spielraum für jeden Kopfumfang. Die Belüftungsöffnungen befinden sich zentral im Stirnbereich. Doch wie wird dieser Eindruck sich in der Praxis bewähren?

Auf der Piste:

Schnell fällt auf, wie gut die Ohrenabdeckung ist. Das Wetter war kalt und windig, doch die Ohren bleiben zugfrei und nahezu ohne Dämpfung der Umgebungsgeräusche. Ob das angepriesene “natural sound system” mit Spezialmembran Marketing ist oder nicht - gelungen ist es in jedem Fall. Dass die möglichst ungestörte Wahrnehmung der Umgebungsgeräusche ein relevanter Sicherheitsaspekt ist, damit der Helm möglichst nie seine Schutzwirkung beweisen muss, darf man nicht unterschätzen.

Nachmittags öffnet sich der Himmel, es wird warm. Auch während einigen anstrengenden Abfahrten merkt man dennoch keine Überhitzung unter dem Helm. Die Durchströmung mit kühler Außenluft während der Fahrt als auch im Stand scheint zu funktionieren. Erfreulich ist, dass der sehr leichtgängige Schieber für die Luftzufuhr sich während der Fahrt gar nicht verschiebt. Der Helm sitzt kompakt am Kopf, die Passform ist ausgezeichnet. Sowohl der Kinnriemen als auch das Verstellsystem am Kopf verrutscht kein einziges Mal. Auch das Zusammenspiel mit der Snowstrike LTM ist erfreulich positiv. Die Brille beschlägt nicht und liefert sowohl bei bedecktem als auch sonnigen Wetter eine gute Sicht. Bei sehr hohen Geschwindigkeiten merkt man gelegentlich einen leichten Luftzug unter der Brille, der jedoch nicht stört. Der Luftstrom wird am oberen Brillenrand 90° direkt auf die Brilleninnenseite gelenkt, um die Sicht frei zu halten und einen Wärmestau zu verhindern. Positiv hervorzuheben ist das große Sichtfeld mit der Snowstrike. Teile des Rahmens sind oben und unten ausgespart und auch der seitliche Rahmen ist weit umlaufend, sodass er kaum im Augenwinkel wahrnehmbar ist.

Wer nach ein paar anstrengenden Tagen Skifahren das Bedürfnis hat, das Futter zu reinigen, kann das mit wenigen Handgriffen erledigen. Im Test gab es jedenfalls keine unangenehmen Geruchserscheinungen.


Fazit:

Ob die angepriesenen Impactwerte im Labor eingehalten werden, ließ sich von uns natürlich nicht überprüfen. Doch die Hartschale, die gute Akkustik der Ohrenabdeckung und das weite Sichtfeld der Snowstrike Brille dienen der Sicherheit auf der Piste. Die weiteren Komfortansprüche sind absolut zufriedenstellend umgesetzt. Der fränkische Hersteller Uvex hat hier ein ganzheitlich sinnvolles System entwickelt, dass auch finanziell kein Loch in das Budget reißen wird.


Fakten:

Helm: 486 Gramm (470g angegeben) in Größe 55-59, 139 € UVP

Brille: 94 Gramm, 99,95€ UVP

 

Mehr Infos:

http://www.uvex-sports.de/de/wintersport/skihelme/uvex-p1us-pro-black-gun-mat/

http://www.uvex-sports.de/de/wintersport/skibrillen/uvex-snowstrike-ltm-black/