Sepp Fiechtl ist seit dem 01.12.1981 bei den Seilbahnen Hochfügen beschäftigt. Hier berichtet der Betriebsleiter über seine tägliche Arbeit und gibt Einblicke, welche Arbeiten die Bergbahnen jeden Tag leisten müssen, um den Skigästen einen reibungslosen Ablauf und jede Menge Skispaß bieten zu können ...

 

04:30 Uhr: Tagwache. Nach dem Frühstück rein ins kalte Auto und als erstes ins Büro nach Fügen, wo die Post und Pakete darauf warten nach Hochfügen mitgenommen zu werden. Ein paar Autominuten weiter steigt Oswald mit ein, denn über Nacht sind gut 30 cm Schnee gefallen und er ist für die Räumung des Parkplatzes verantwortlich, so ist auch er einer der Ersten, die den Dienst im Skigebiet beginnen.

 

05:45 Uhr: Wir passieren der Torbogen in Hochfügen. Ich statte den Fahrern der Pistengeräte einen Besuch ab, die gerade ihre Nachtschicht beenden. Zwischen teilweise vereisten Pistengeräten und Skidoos erzählen die Männer vom Pistenteam und die Beschneiungs-Crew von ihrer nächtlichen Arbeit und bringen ihre Anliegen vor, sei es nun eine defekte Starkstromleitung oder der Scheibenwischer am Pisten Bully. Bevor das Licht im Büro angeht und der tägliche Wetter- und Schneebericht versendet wird, stehen noch einige Routinekontrollen am Programm, die Daten des Kassensystems werden ausgelesen, Protokolle der Anlagen durchgesehen und die Verbindung sämtlicher Netzwerke geprüft.

 

07:30 Uhr: Langsam erwacht Hochfügen und die ersten Mitarbeiter treffen ein. Für viele bin ich der erste Ansprechpartner, denn über den Dienstplan hinaus gilt es jeden Tag die Mannschaft so zu verteilen, dass jede Position besetzt ist und jeder weiß wo er eingesetzt wird. Wenn dann auch die Pistenrettung ihren Einsatzplan erhalten hat und die Motoren der Liftanlagen und Seilbahnen allmählich in Bewegung kommen, beginnt der eigentliche Tagesablauf:

Es werden die Beschilderungen und Absperrungen im gesamten Skigebiet überprüft, die gesamte Infrastruktur auf etwaige Fehler gecheckt, Überwachungsprotokolle gelesen und verfasst, die Fahrmittel, wie man im Fachjargon Gondeln und Liftsessel nennt, einem kritischen Blick unterzogen, Kontrollfahrten mit Seilbahnen und auf der Piste vorgenommen, die Schneeanlage am Rechner und im Gelände auf Fehler getestet, die Seillagen der diversen Anlagen genau unter die Lupe genommen und die stattfindenden Veranstaltungen und Rennen auf ihre Sicherheit geprüft. Ich muss dabei äußerst gewissenhaft sein, denn die Verantwortung hört nicht gegenüber meinem Arbeitgeber, der Bergbahnen Hochfügen, auf, die Haftung für alles was im Skigebiet passiert ist unbeschränkt – ich hafte bei fahrlässigem Verhalten privat. Jeden Tag werden tausende Menschen in Hochfügen befördert und ich fühle mich für die Sicherheit unserer Gäste persönlich verantwortlich.

Aber nicht nur technisches Wissen und Verantwortungsbewusstsein zeichnen einen Betriebsleiter aus, auch Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen sind wichtige Eigenschaften, die mich täglich bei der Arbeit begleiten. Ein offenes Ohr für die Anliegen seiner Mitarbeiter und der Gäste, die Bewältigung kleiner und großer Katastrophen, die von der kaputten Bindung bis zum Erstellen eines Krisenstabes reichen, etwa bei einem möglichen Lawinenabgang, gehören zu meinem Aufgaben. Genau diese großen und kleinen Herausforderungen sind es, denen ich mich gerne stelle, das macht diesen Beruf für mich aus. Kein Tag ist wie der vorherige und er morgige wird bestimmt wieder anders.

Wer jetzt denkt, dass der Winter zwar sehr intensiv ist, dafür aber der Sommer bestimmt entspannend, der irrt sich. Denn auch im Sommer hat ein Betriebsleiter in Hochfügen jede Menge zu tun. Nach der Saison ist vor der Saison, heißt es hier. Beschilderungen, Zäune, Netze und Absperrungen müssen begutachtet und gegebenenfalls ersetzt werden. Die Lift- und Schneeanlagen ihren jährlichen Revisionen unterzogen, Reparaturen und Neubauten überwacht, Gebäude in Schuss gehalten, die Sommerwege gepflegt werden, Waidefreistellflächen betreut und Kontrollvermessungen müssen durchgeführt werden. Natürlich müssen auch alle Lift- und Seilbahnspuren von etwaigen einwachsenden Bäumen und Sträuchern befreit werden sowie sämtliche Messanlagen gewartet werden.

Heuer steht noch ein besonderes Projekt an, eine Sesselbahn wird modernisiert und das auf den neuesten Stand der Technik, als erste ihrer Art. Die 4SB Hochfügen 2000 weicht der 6 KSB Waidoffen in der D-Line Ausführung von Doppelmayr. Weiterentwicklung und Innovation sind zwei der Gründe, warum ich so gerne hier in Hochfügen arbeite. Das Schönste an Hochfügen ist, dass es sich immer weiter entwickelt hat und das wird es auch in Zukunft tun, denn die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich und Stillstand wird es nie geben. Meine Begeisterung für Hochfügen hat schon in der Lehrzeit begonnen und als ich dann von der damaligen Geschäftsführung gefragt wurde, ob ich nicht Teil der Mannschaft werden möchte, wurde eine lange erfolgreiche Arbeitspartnerschaft daraus.

 

16:00 Uhr: Langsam wird es wieder ruhiger in Hochfügen. Die Seilbahnen verringern ihre Fahrgeschwindigkeit und die Gondeln werden ausgehängt, die Pistenraupen klettern die Pisten hinauf und die Mitarbeiter finden sich alle samt wieder am Talboden ein. Kaum einer, der nicht vor dem Heimweg noch in meinem Büro vorbeischaut, sei es auf ein paar Worte oder einem freundliche Winken durch die Scheibe, von überall Zeichen der Wertschätzung. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, aber man muss sich auch beweisen, um bestehen zu können.


18:00 Uhr: Der letzte Skifahrer hat den Parkplatz schon längst verlassen, die Pisten Bullys sind schon weit im Skigebiet verteilt und die meisten Mitarbeiter schon auf dem Nachhauseweg, dann schließe auch ich meine Bürotür ab und schalte als letzter das Licht aus. Schließlich geht´s morgen wieder früh los!

 

Mehr Infos über die Bergbahnen und das Skigebiet Hochfügen: www.hochfuegenski.com