Zum Winter 16/17 gibt es von Osprey die neuen Skirucksäcke Kamber und Kresta. Wir bekamen für einen frühzeitigen Test den Kamber für einige Zeit zur Verfügung gestellt und konnten ihn in Lech Zürs an mehreren Tagen auf Herz und Nieren testen. Eines vorweg: Der Kamber ist ein toller Rucksack für Wintersportler!

 

Das sagt der Hersteller

Wir stellen die neuen Serien Kamber und Kresta vor. Beide wurden entwickelt, um auch unter den härtesten Bedingungen in den Bergen ein Maximum an Haltbarkeit und Sicherheit zu bieten. Wir haben die Produkte mit einer Vielzahl technischer Features ausgestattet und unsere komplette 14-jährige Erfahrung bei der Entwicklung von Skirucksäcken integriert. Kamber und Kresta bieten optimalen Sitz und Zugang. Kresta ist dabei unser erster Ski- und Snowboard-Rucksack für Damen und passt sich perfekt an die weibliche Anatomie an.

Kamber und Kresta bestechen mit vielen Befestigungs- und Trageoptionen bei der Sicherung von Ski und Snowboard. Ski können entweder diagonal oder an der Seite der Rucksäcke montiert werden, während bei der Snowboard-Fixierung die vertikale oder horizontale Rückenplatte zum Einsatz kommt. Bei längeren Anstiegen oder Touren wirst Du zu schätzen wissen, dass der Helm schnell abgenommen, gesichert und verstaut werden kann.
Beide Rucksäcke fühlen sich in den Bergen zu Hause: Die kompressionsgeformte Rückenplatte ist schneeabweisend. Die Innenfächer sind so aufgeteilt, dass nasse und trockene Ausrüstung separat voneinander aufbewahrt werden kann. Eine bis zum Schultergurt isolierte Trinkschlauchführung sorgt auch bei eisigsten Temperaturen für Flüssigkeitszufuhr. Außerdem gibt es ein schnell zugängiges Fach für ein Lawinenschutz-Paket mit Schaufelstiel und Sonde, damit Du für alle Eventualitäten ausgestattet bist.

Wenn Du abseits der Piste unterwegs bist und einen Rucksack brauchst, der mit einer ABS® Vario-Einheit kompatibel ist, ist der Kamber ABS die perfekte Wahl. Der Kamber Race hingegen ist für Hochgeschwindigkeits-Freunde entwickelt worden und pusht Dich bis an Deine Grenzen und darüber hinaus.

Leistungsmerkmale, die Du nicht missen möchtest:
- Multiple Ski-/Snowboard-Befestigungs-Optionen

- Durch Kompression geformte, schneeabweisende Rückenplatte

- Zugang zum Hauptfach über die Rückenplatte (Kamber 42 & 32, Kresta 30)

- Schnell zugängliches Fach für Lawinen-Sicherheitsausrüstung

Farben: Kamber: Ripcord Red, Cold Blue, Galactic Black.

Größen: Kamber: S/M, M/L.
Preis: Kamber 32: 160€ (UVP)


Das sagt die Skiinfo-Redaktion

Mit 160 Euro Kaufpreis ist der Osprey Kamber 32, den wir in der Farbe "Ripcord Red" testen konnten, nicht gerade ein Schnäppchen auf dem umkämpften Rucksackmarkt. Er ist auch nicht besonders leicht, brachte bei uns 1555 Gramm auf die Waage. Eher schwer, recht teuer - da muss jetzt aber was kommen, dachten wir uns beim ersten Check. Und wurden nicht enttäuscht: Für sein Geld bekommt man hier auf jeden Fall mehr als nur einen Standardrucksack.

Der Kamber hat ein Volumen von 32 Litern, was ihn für einen Tagesrucksack relativ groß macht. Platz ist defintiv genug vorhanden, und zwar in unterschiedlichsten Taschen. Das Hauptfach lässt sich über die Rucksackrückseite erreichen, an der ein Reißverschluss einmal rundherum verläuft, so dass man den Rucksack vollständig aufklappen kann. Dabei gefällt, dass die Schultertrageriemen an dem aufklappbaren Teil befestigt sind und somit beim Zugriff auf das Hauptfach nicht stören. Das Hauptfach selbst ist noch einmal unterteilt, so dass man bei Bedarf sein Equipment gut sortieren kann. Im rückennahen Teil des Faches befindet sich in einem separaten Einschubfach die Rückenplatte, die recht dünn, aber ergonomisch und stabil ist. Weiterhin ist dort eine Netztasche mit Reißverschluss angebracht, während sich oben am Rucksack eine kleine, gefleecte Tasche befindet. Das vordere Fach, wie das Hauptfach durchaus groß, hat zwei Einschübe für Sonde und Schaufel und ist wie das Hauptfach mit einem sehr robusten Nylonstoff ausgekleidet, der mit scharfkantigen Gegenstände gut klarkommt.

Das Platzangebot und die Aufteilung passt also beim Kamber. Genauso gut hat uns aber die Qualität der Verarbeitung, des Materials und des Tragekomforts gefallen. Insgesamt macht der Kamber einfach einen sehr robusten Eindruck und dürfte für jede alpinistische Aktivität gewappnet sein. Als reiner Pistenrucksack ist er vielleicht sogar etwas überqualifiziert, der Kamber kann bei Aktivitäten am ganzen Berg getragen werden. Da der Rucksack viel Eigenstabilität hat und nicht wie ein Sack am Rücken hängt, gelingt mit ihm eine tolle Lastaufnahme und -verteilung. Der Rucksack liegt dabei eng und ergonomisch am Rücken und lässt sich mit den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten sehr gut an die Körperform anpassen. Die Rückenlänge ist allerdings nicht verstellbar, ihr solltet euch vor dem Kauf also auf der Website von Osprey informieren, ob für euch eher das Modell S/M oder das Modell M/L passend ist.

Für die gute Lastaufnahme - mit dem Kamber kann man ohne Probleme auch mal zehn Kilogramm transportieren und muss trotzdem keine Angst haben, dass man danach schlimme Rückenschmerzen hat - sorgt beim Kamber auch der breite und dicke Hüftgurt. Während andere Rucksäcke hier eher auf Leichtigkeit setzen, geht Osprey ganz auf den Komfort. Mit einer breiten Schnalle und einem gegenläufigen Zugsystem lassen sich die beiden Hüftgurte hervorragend an den Körper anpassen und man ist in der Lage, viel Gewicht auf die Hüfte zu übertragen. So eignet sich der Kamber eben auch für lange Tagesskitouren, bei denen man neben viel Verpflegung (im rechten Schulterriemen gibt es übrigens einen Ausgang für den Schlauch einer Trinkblase) auch Ersatzklamotten, Sicherheitsequipment und persönlichen Bedarf transportieren muss. Die Schulter- und Hüftgurte sind übrigens angenehm gepolstert und können auch über längere Zeit ohne Probleme genutzt werden.

Was gibt es noch zu sagen über den Kamber? Gut gefallen hat uns, dass fast alle Reißverschlüsse über Bänder mit Laschen verfügen, so dass man sie leicht greifen und bedienen kann. Ebenfalls top: Die Ski- und Boardbefestigungsmöglichkeiten an der Front sind sehr robust und es besteht nicht die Gefahr, dass man mit den Kanten seines Sportgerätes die Riemen schnell zerstört. Neben den bereits erwähnten Features hat der Kamber zudem eine, in einer Extratasche auf der Frontseite verstaute, Helmhalterung, die mit Hilfe von Haken befestigt wird.

 

Fazit: Viel mehr Tragekomfort, Robustheit und Stabilität als mit dem Osprey Kamber 32 geht eigentlich kaum. Ein relativ schwerer Rucksack, der aber allerhand an Verstauoptionen und ein tolles Tragesystem bietet, mit dem leicht größere Lasten kontrolliert werden können. Für den Standard-Pistentag wohl etwas zu viel des Guten, für Offpiste-Rider und Skitourengeher, die nicht auf jedes Gramm schauen, ein absoluter Top-Rucksack!