Das sagt der Hersteller:
Die “High-Performance Socke” in unserer Kletterschuh-Linie! Ultrasensible Boulderwaffe mit neuer Rand- und Zehenkappenkonstruktion. Dehnt sich aufgrund Microfiber - Obermaterial wenig und sitzt am Fuß wie eine zweite Haut, die zwei Velcros halten den Schuh auch bei grenzwertigen Hooks am Fuß und eine neue, patentierte, außenliegende Zwischensohlen-Konstruktion hält selbst bei einem so weichen Schuh dauerhaft die Spannung!

- Obermaterial: Microfiber
- Größen: 35 - 45

Das sagt die bergleben.de-Redaktion:
Der Furia ist die neueste "Maschine" aus dem Hause der italienischen Schuhfirma Scarpa. Wir testeten den Schuh in Gr. 41,5 (ca. 1,5 Größen weniger als Straßenschuhgröße), in der er lediglich 225 Gramm wiegt und damit nach dem Five Ten Team VXi der zweitleichteste in unserem Test ist. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 139,95 Euro kostet er ein stattliches Sümmchen und ist derzeit (Anfang Juni 2015) auch im Web noch nicht günstiger zu bekommen.

Der Furia macht von Beginn an einen sehr sportlichen und extremen Eindruck. Wohlfühlambiente sucht man hier vergebens, es geht um Leistung, Leistung, Leistung. Beim Furia handelt es sich um einen Velcro-Schuh mit zwei dicken Klett-Streifen, die entgegengesetzt verlaufen. Am hinteren Schuhrand befinden sich zwei Anziehschlaufen, die selbst für dickste Finger noch groß genug sind. Ein elastisches Mesh-Netz umschließt den Fußrücken, die beiden Klettstreifen legen sich über ein zusätzlich eingenähtes und gelochtes Microfiber-Material. Das Anziehen ist insgesamt auch bei sehr engen Schuhen ohne große Probleme und Kraftaufwand zu leisten, was bei so sportlichen Kletterschuhen nicht immer der Fall ist. Der Sitz des Schuhs am Fuß ist eng und direkt, vor allem mit der guten Klett-Konstruktion hat man das Gefühl, dass kein Blatt Papier mehr zwischen Fuß und Schuh passt.

Ein paar Worte zur Passform: Der Furia ist sehr asymmetrisch geschnitten, hat viel Vorspannung und ist insgesamt relativ steif. Wie sich das auf die Kletterperformance auswirkt, dazu gleich mehr. Der Schuh ist in Bezug auf die Breite/den Leisten schmal geschnitten und bietet in der Zehenbox nicht wirklich viel Platz. Wie auf den Fotos zu sehen ist, haben der große und der Zeh daneben ausreichend Platz, die anderen quetschen sich gerade noch irgendwie daneben. Am ehesten dürften sich stark ägyptisch geformte Füße und mit Abstrichen noch griechische Füße wohl fühlen. Wenn ihr zu der Spezies Plattfuß zählt, eine germanische oder romanische Fußform habt, könnte der Schuh anstrengend werden. Klar, irgendwie rein kommt man immer, aber ob man dann mehr als fünf Minuten im Schuh aushält? Wobei, das braucht man eigentlich auch gar nicht, denn der Furia richtet sich an starke Boulderer und Sportkletterer, die nach getaner Arbeit ihre Schuhe wahrscheinlich sowieso erstmal ausziehen, um sich und den Füßen eine Pause zu gönnen.

Das Klettern und vor allem Bouldern macht mit dem Furia sehr viel Freude: Er sitzt wie eine zweite Haut am Fuß und bietet daher einen sehr präzisen Tritt. Der Schuh landet wirklich immer an der Stelle, die man anvisiert hat. Langes Hin-und-Hergetrete, um den Tritt zu suchen, sollte euch mit dem Furia nicht passieren - oder wenn, dann liegt es mit Sicherheit nicht am Schuh. Mit viel Vorspannung und Kantenstabilität sowie einem engen Fersensitz sind seine Stärken auf jeden Fall das Klettern auf kleinen Tritten und Hooken. Für letzteres ist in der Ferse übrigens eine kleine Extrakante eingearbeitet, um die Heelhooks noch besser halten zu lassen - das kann verschleißanfällig sein, was wir in unserem eher kurz angelegten Test aber nicht überprüfen konnten. Schön: Der Schuh bietet unglaublich viel Unterstützung auf kleinen Tritten. Nach einem präzisen Antritt hat man aufgrund der relativ dicken Sohle an der Fußspitze zwar nicht die absolute Sensibilität für den Tritt/Fels, doch gerade in Bezug auf die Kantenstabilität macht dem Furia kein Schuh auf dem Markt etwas vor. "Eine echte Maschine", so einer unserer Testkletterer. Weniger geeignet ist der Schuh aufgrund der fehlenden Biegsamkeit und Flexibilität für Reibungsklettern, also wenn es darum geht, möglichst viel Sohlenfläche an den Fels zu bringen.

Fazit:

Stabil, hart, viel Vorspannung, wenig Platz in der Zehenbox. Der Furia ist nichts für lange Klettertage, Mehrseillängen oder Reibungskletterei. Ein hochwertiger High-Performance Schuh für extrem steiles Gelände, Boulderer und Hardmover.

Hier seht ihr noch mehr BIlder des Scarpa Furia