Eltern und Familien mit Kindern haben spezielle Erwartungen an ein Wintersportgebiet. Nicht jedes Skigebiet ist auf Kinder eingestellt; nicht jedes Skigebiet hat Angebote für Familien. Eltern haben die Qual der Wahl, das ideale Skigebiet für den Familienwinterurlaub zu finden – das zusätzlich auch noch finanziell attraktiv ist.

Am wichtigsten für Eltern ist, dass das Gesamtpaket stimmt. „Die Leistungskette muss von Anfang bis zum Ende passen. Alle Leistungsträger - Vermieter, Liftgesellschaft, Skischulen, Skiverleiher, Restaurants - müssen perfekt zusammen arbeiten; nur dann wird eine Familienregion auch dauerhaft erfolgreich sein - und auch dafür ausgezeichnet werden,“ sagt Hans Seifert, Leiter der Phantastischen Skischule Maria Alm und staatlich geprüfter Skilehrer. Er muss es ja wissen, denn das Skigebiet Hochkönig, das sich aus Maria Alm, Dienten und Mühlbach zusammensetzt, heimst kontinuierlich Auszeichnungen ein und konnte sich unter wintersportbegeisterten Familien einen Namen machen.

Dass das Gesamtpaket stimmen muss, bestätigt auch Martin Valsecchi, staatlich geprüfter Skilehrer und Stellvertreter der Ersten Schweizer Ski und Snowboardschule im Schweizerischen Samnaun/Ischgl. Eltern wollen viele Leistungen aus einer Hand haben. Sie wollen nicht zu drei verschiedenen Stellen fahren müssen, um für ihre Kinder Skipässe lösen zu können; am liebsten haben sie es, wenn die Rezeption eines Hotels oder die Skischule solche (oft) lästigen administrativen Dinge abnimmt.

Seiner Erfahrung nach legen Eltern Wert darauf, dass die Kinder beschäftigt und versorgt sind und dass zusätzlich noch ein attraktives Rahmenprogramm angeboten wird. „In erster Linie hat der klassische Gruppenunterricht Bedeutung, denn die Kinder sollen ja nicht nur gut aufgehoben sein, sondern auch gefördert werden. Doch besonders unsere Angebote außerhalb der normalen Kurszeiten und die Schlechtwetterprogramme werden gerne angenommen. Am Mittwoch bieten wir in Samnaun/Ischgl eine Kinderdisco, am Donnerstag fahren wir nach Ischgl zum Pizza essen, am Freitag haben wir ein Gästerennen und alle zwei Wochen bieten wir Mondscheinabfahrten an.“

Hans Seifert weiß, dass wegen der kompetenten Skilehrer und Skilehrerinnen die Familien wieder kommen. „Immer wieder kommt bei einer Anmeldung zu einem Skikurs die Frage, ob denn der eine oder andere Skilehrer noch hier ist. Die Kinder bauen ein Vertrauensverhältnis zu den Skilehrern auf.“ Für ausländische Gäste ist es wichtig, dass die Skilehrer die Kinder in der jeweiligen Muttersprache, z. B. auf niederländisch, dänisch oder englisch, unterrichten können.

Ob man nun in ein großes oder kleines Skigebiet fährt, ist Geschmacksache. Manche Eltern wünschen sich kleine, überschaubare, familienfreundliche Skigebiete; andere schätzen die vielfältigen Möglichkeiten eines großen Skiverbundes. „Samnaun Ischgl ist zwar kein ausgewiesenes Familienwintersportgebiet, sondern ein Allround-Skigebiet, doch gerade das ist es, was die Eltern schätzen – abwechslungsreiche Pisten, vielfältige Freizeitmöglichkeiten und ein breitgefächertes Angebot für die Kinder,“ meint Martin Valsecchi.

Familienfreundliche Unterkünfte sind für Eltern ein wichtiges Kriterium. Hotels dürfen sich dann als kinder- und familienfreundlich betrachten, wenn die Bedürfnisse der Familien im Vordergrund stehen. Wenn ein Kinderspielzimmer im Keller untergebracht ist, kann man sich an allen fünf Fingern ausrechnen, welche Bedeutung Kinder wirklich haben. Echte kinderfreundliche Hotels hingegen haben Kinderbuffets, täglich wechselnde Aktivitäten für Kinder, weitläufige Kinderspielzimmer zentral im Haus, Kinderbetreuung und noch vieles mehr. „Ab und zu springt auch das Hotel ein, ein Kind zeitgerecht vom Skikurs abzuholen. Das zeichnet einen familienfreundlichen Betrieb aus,“ weiß Michaela Sumetzberger, Inhaberin des Vier-Stern-Hotels „Der Almhof“ in Maria Alm-Hinterthal.

Ausschlaggebend für Familien sind auch andere Leistungen, wie Familien-Skiverleih, familienfreundliche Skihütten, Spiel und Spaß für Kinder, Snow und Fun Parks, Wettbewerbe und Veranstaltungen. Zauberteppich und kindgerechte Liftanlagen gehören schon fast zur Standardausstattung. „Unsere 25 blauen Pisten sind ideal für Kinder und Familien, was für viele Eltern ausschlaggebend in der Wahl des Skigebietes ist,“ meint Artur Costabiei, verantwortlich für die Presse des Südtiroler Familienskigebiets Kronplatz im Pustertal. 

Sich im Dschungel der verlockenden Angebote zurechtzufinden, ist für Eltern nicht immer leicht. Auszeichnungen und Gütesiegel können bei der Beurteilung helfen. So hat das Skigebiet Hochkönig in Salzburg von verschiedensten Institutionen schon Auszeichnungen für seine Familienfreundlichkeit erhalten. Ebenso wurden andere Skigebiete in Österreich, wie Nauders am Reschenpass, die Wintersportregion Kasberg und der Hochficht in Oberösterreich, die Rauriser Hochalmbahnen in Salzburg, der Kreischberg und Donnersbachwald in der Steiermark oder Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol für ihre Familienfreundlichkeit ausgezeichnet.

Der Schweizer Tourimusverband hat sich ein Gütesiegel einfallen lassen, das Orten verliehen wird, die sich in besonderem Maße um Familien annehmen. Brigels, Davos Klosters, Haslital mit Hasliberg und Meiringen, Lenk Simmental, Schwarzsee, Toggenburg oder Villars mit Gryon und Bex wurden mit diesem Familiengütesiegel „Familien willkommen“ ausgezeichnet.

Auf Gütesiegel trifft man in Frankreich ebenso, hier heißen sie „Famille-Plus“. Zahlreiche Skigebiete finden sich auf der Liste, z. B. Les Menuires, Val Thorens, Chatel, Les 2 Alpes, Megeve oder Serre Chevalier.

Nicht minder wichtig ist das Preisniveau, das allerdings nicht immer ausschlaggebend für die Wahl eines Skigebietes ist. Viele Skigebiete bieten günstige Familienpackages und sogar gratis Skipässe für die Kinder zu gewissen Zeiten. In den italienischen Dolomiten zahlen Kinder bis acht keinen Cent, wenn gleichzeitig ein Erwachsenen-Skipass gekauft wird. Im österreichischen Vorarlberg gilt dasselbe, denn im Bregenzer Wald bieten die Skigebiete Gratis-Skipässe. In Alpbachtal Seenland oder in der Wildschönau in Tirol fahren alle Kinder bis 15 gratis Ski. Im Schweizerischen Savognin fahren Kinder bis 12 gratis, wenn die Eltern voll bezahlen. Auch Aktionen, wo Skikurse für Kinder vollkommen kostenlos sind, werden von diversen Tourismusverbänden immer wieder gestartet. 

Für Schneeski.com gehören folgende fünf Familienskigebiete zu den Besten: 

  1. Hochkönig (Österreich)
  2. Kronplatz (Italien)
  3. Davos (Schweiz)
  4. Serfaus Fiss Ladis (Österreich)
  5. La Clusaz (Frankreich)