Nach einem kräftezehrenden Tag auf der winterweißen Piste in der frischen Bergluft ist ein Besuch in der Sauna oder im wohlig warmen Whirlpool die optimale Après-Ski-Erfahrung – nicht nur wohltuend, sondern sogar noch gesundheitsfördernd.

„Die positive Wirkung der Sauna, von Massagen und Thermalbäder ergibt sich aus der Aktivierung des Herzkreislaufsystems und der gleichzeitigen Ankurbelung des Stoffwechsels. Dadurch beschleunigt sich die Regeneration nach sportlicher Aktivität,“ bringt es Dr. Rudolf Radlmüller, Kurarzt des Kur- und Rehabilitationszentrum der Alpentherme Gastein, auf den Punkt. Man unterstützt die Regeneration, lindert Schmerzen, beugt dem Muskelkater vor, wärmt kalte Glieder auf und reduziert die Gefahr einer Verletzung oder eines Skiunfalles.

Aber nicht jedes Hotel, das über eine Sauna und einen Ruheraum verfügt, ist gleich eine Wellness-Oase. Grundlegende Einrichtungen gehören heutzutage vielmehr schon fast zur Standardausstattung eines Hotels, das etwas auf sich hält. Es sind einige Kriterien zu beachten, anhand derer man ein gutes „Ski&Wellness“-Package von einem schlechten unterscheiden kann.

Prädestiniert für einen Ski- und Wellness-Urlaub sind Wintersportgebiete, in denen sich öffentliche Bäder und Thermen mit Heilwasser befinden. Die Tourismusverbände sind bestrebt, attraktive Packages zu schnüren. Oft sind in Pauschalpaketen Eintritte in die Bäder inbegriffen oder zumindest zu vergünstigten Preisen erhältlich. Mitunter bieten die Thermen und Bäder bei moderaten Eintrittspreisen bessere Leistungen als ein Wellness-Hotel, denn immerhin ist Gesundheit und Wellness ihr tägliches Brot und das Leistungsspektrum ist weiter gefasst als es ein Wellness-Hotel je könnte.

In Österreich befinden sich in fast jedem Bundesland Thermen. Das Gute an den vielen Thermenstandorten ist, dass in den meisten Fällen die Skigebiete nicht weit entfernt sind.

In Tirol gibt es beispielsweise den Aqua Dome, der in unmittelbarer Nähe von mehreren Skigebieten liegt, nämlich Sölden, Obergurgl-Hochgurgl und der Schiregion Hochötz-Kühtai. Allein zwei Thermen befinden sich im Salzburger Gasteiner Tal, wo vier Skigebiete mit insgesamt 200 Pistenkilometern zur Auswahl stehen: Schlossalm Angertal Stubnerkogel, Sportgastein, Dorfgastein Großarl und Graukogel.

Spitzenreiter in Kärnten ist Bad Kleinkirchheim mit zwei Thermen, weswegen sich der Urlaubsort auch mit dem Titel "Erster Alpiner Wellness Ort Österreichs" vermarktet. Nur einen Katzensprung entfernt liegt das Skigebiet Bad Kleinkirchheim mit 103 Pistenkilometern oder die Turracher Höhe. In der Steiermark befindet sich die Grimming-Therme mitten im steirischen Salzkammergut, wo die Skigebiete Tauplitz und Bad Mitterndorf nicht weit entfernt sind.

Das süddeutsche Berchtesgadenerland mit der Rupertus-Therme sowie der Watzmann Therme profitiert von seiner Nähe zu fünf deutschen Skigebieten – Hochschwarzeck, Jenner-Königssee, Götschen, Rossfeld/Zinken und Oberalzberg – und dem österreichischen Lofer mit 46 km Abfahrten. In Oberstdorf im Allgäu bringen 120 km alpine Abfahrtsstrecken in fünf Skigebieten und das benachbarte österreichische Kleinwalsertal Abwechslung in den Skitag. Danach geht es in die Oberstdorftherme oder in eines der Wellness-Hotels. Ein weiterer Thermenstandort in Deutschland, wo Wintersport betrieben werden kann, ist beispielsweise Baden-Baden.

In der Schweiz existieren zahlreiche Thermen und Bäder in Skiorten, z. B. Charmey mit seinen Gruyère-Bädern, der größte Thermalbade- und Wellness-Ferienort der Alpen, nämlich Leukerbad, oder Engadin Scuol mit Bad Scuol. In Südtirol wartet die neue Therme Meran auf Skifahrer, die sich im umliegenden Skigebiete Meran 2000 vergnügen. Schnastal, Pfelders und das Vigiljoch liegen vor der Haustüre. Gleiches gilt für Frankreich, wo beispielsweise in Brides-les-Bains mit seinem Grand Spa des Alpes nur einen Katzensprung von Méribel und Les 3 Vallées entfernt ist.

Nicht alle Orte haben das Glück, dass Heilwasser sprudelt. Für Hobby-Genießer ist es oft schwer, die Qualität einer Wellness-Anlage in einem Hotel zu beurteilen, besonders bei der Buchung. Für Kirstin Gau, Spa Managerin im Gstaad Palace in Gstaad, ist es sonnenklar: „Ein Spa muss auf alle Fälle zertifiziert sein; die Mitarbeiter müssen perfekt geschult sein, um bei einem Anruf kompetent Auskunft geben zu können und ein gutes Spa sollte sieben Tage die Woche offen haben.“

Seriöse Prüfsiegel stehen für guten Service und ausgebildete Fachkräfte. Dazu zählen z. B. das österreichische Best Health, der Deutsche Wellness-Verband oder das Schweizer Gütesiegel „Wellness Destination“.

Neben Gütesiegel und Zertifizierung ist für Dr. Radlmüller die medizinisch-therapeutische Komponente nicht zu leugnen. „Die Ausbildung der Wellness-Betreuer ist von oberster Priorität. Ärztliche Aufsicht und beste Hygienestandards sollten ebenfalls bestehen,“ bestätigt er. Hier darf man keine falsche Bescheidenheit an den Tag legen und am Telefon notfalls gleich danach fragen.

Eine gewisse Größe sollte der Wellness-Bereich eines Hotels mindestens haben, denn nur so ist garantiert, dass die Besucherfrequenz hoch und das Personal top ausgebildet ist. Ordentliche Hotels verfügen über eine große, moderne Wellness-Abteilung mit attraktiver Badelandschaft, mehrere Saunen und Dampfbäder, Fitness Center, Schönheitscenter, ausreichend Platz für Massagen und Behandlungen sowie großzügige Aufenthaltsbereiche.

Weitere kleine Hinweise auf ernst zunehmende Wellness-Hotels sind ausgeklügelte Speisepläne mit vornehmlich gesundem, leichtem Essen, ausreichend Nichtraucher-Zimmer und viel Information schon bei der Reservierung.

So viel höchst professionelles Wellness muss seinen Preis haben. Ansonsten müsste man davon ausgehen, dass kein qualifiziertes Personal und keine seriöse Ausstattung vorhanden ist. Eine Anwendung sollte als Faustregel nicht weniger als 1 € pro Minute kosten.

Eines der herausragenden Beispiele für eine Wellness-Destination ist Gstaad, dem das Gütesiegel „Wellness Destination“ vom Schweizer Tourismusverband verliehen wurde – obwohl sie nicht über Thermalquellen verfügen.

Es lohnt sich also, ein wenig mehr Geld in einen Ski&Wellness-Urlaub zu investieren – und sich vorab genau über die Angebote zu informieren.

SchneeSki sieht folgende Orte unter den Top-Destinationen für einen wohltuenden Ski&Wellness-Urlaub:

  1. Gasteiner Tal (Österreich)
  2. Leukerbad (Schweiz)
  3. Bad Kleinkirchheim (Österreich)
  4. Oberstdorf (Deutschland)
  5. Gstaad (Schweiz)