In den letzten Jahren konnte man den Hang der Skigebiete zu Superlativen beobachten. Skigebiete schließen sich zu umfangreichen Skiverbunden zusammen und mit gemeinsamer Kraft finanzieren sie Mega-Open-Airs mit Weltstars oder internationale Werbekampagnen. Kleinere Skigebiete haben zwar kein Geld für Popsternchen und verfügen über einen Bruchteil der Pistenkilometer, aber sie setzen auf top-präparierte Pisten, Übersichtlichkeit, Familienfreundlichkeit, persönliches Ambiente und gelebte Gastfreundschaft. Das Beste daran: Die kleinen Skigebiete schonen das Urlaubsbudget und sind insbesondere für preissensible Wintersportler attraktiv.

„Kleine Schigebiete sind bestrebt, eine gute Pistenqualität zu bieten. Sie betreiben den gleichen Aufwand wie große Skigebiete,“ weiß Andreas Kleinlercher, Geschäftsführer der Bergbahn- und Schiliftgesellschaft St. Jakob im Defreggental in Osttirol. Die 54 km Pisten des Skigebiets St. Jakob im Defreggental sind mit dem Tiroler Pistengütesiegel ausgezeichnet.

Für viele Skifahrer und Familien macht die Überschaubarkeit den Charme eines Skigebietes aus. „Man trifft sich immer wieder auf der Piste , ohne Termine ausmachen zu müssen. Man findet sich leicht wieder, was für Eltern den Vorteil hat, dass sie ihre Kinder auch mal alleine Ski fahren lassen können,“ sagt die Hotelfachfrau und Junior-Chefin des Hotel Hechl in Tauplitz, Marlene Hechl. Mit ihren 40 km Pisten und 19 Liftanlagen ist die Tauplitz ein kleines, aber feines Allround-Skigebiet im steirischen Salzkammergut, das vor allem mit Schneesicherheit, Familienfreundlichkeit und mittelschweren Pisten punktet.

Viele Gäste schätzen die kurzen Wege in einem kleinen Skigebiete, oft sind es von der Unterkunft zur Piste, zum Langlaufen, Rodeln oder Eislaufen nur wenige Minuten. Oft münden kleine Skigebiete direkt in den Ort und alles ist bequem zu Fuß erreichbar. Das Auto kann man einfach stehenlassen.

Kleinere Skigebiete sind bei Stammgästen besonders beliebt. Gäste schätzen die persönliche Ansprache, wo Besucher nicht Nummern sind, sondern mit Namen angesprochen werden, egal ob vom Liftwart oder vom Hüttenwirt. Ein Beispiel dafür ist Elm in der Ostschweiz. Es verfügt über 35 km präparierte Pisten. Anfänger, Familien wie für Spitzenfahrer finden beste Bedingungen.

Ganz besonders Familien sind von kleinen, familiären Skigebieten angetan. Die kurzen Wege, das Gefühl, dass man auch als Familie wirklich willkommen ist, geben Familien ein gutes Gefühl. Christian Tschurtschenthaler, Marketingverantwortlicher der Sextner Dolomiten AG, meint: „Über Jahre haben wir die Familienangebote konstant ausgebaut. Wegen der Rentiere (die einzigen Italiens übrigens!), der riesigen Schneemannfamilie direkt an der Bergstation und den anderen Angeboten, wie Winterkinderspielplätze oder Kinderteller in den Hütten, haben die Kinder die Rotwand lieb gewonnen.“

Über 16 km vorwiegen leichte und mittelschwere Pisten warten im Familienskigebiet Rotwand im Südtiroler Hochpustertal. Daneben sind die benachbarten Skigebiete, wie Helm oder Haunold, leicht erreichbar ebenso wie die restlichen Skiresorts des Dolomiti Superski mit über 1200 km Abfahrten.

Nicht immer muss ein familiäres Skigebiet weniger Pistenkilometer zur Verfügung haben: Montgenevre an der Grenze zu Italien ist eines der kleinsten Skigebiete Frankreichs – und kann doch durch seine direkte Verbindung zur Via Lattea mit über 400 km Pisten und abwechslungsreichem Terrain aufwarten.

Ausschlaggebend für viele ist das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis, das viele kleine Skigebiete bieten. Die Liftkarten sind bedeutend billiger und die Unterkunftspreise liegen meist unterhalb der Mega-Skigebiete. Kinder- und Familienermäßigungen können in Anspruch genommen werden; manchmal fahren Kinder sogar gratis Ski. Restaurantbesuche kommen billiger und selbst auf den Hütten werden moderatere Preise verlangt.

Die Tagestickets für Erwachsene kosten beispielsweise € 31,50 in Montgenevre, € 32 in Elm, € 33 auf der Tauplitz, € 36 in St. Jakob im Defreggental und € 37 in Rotwand im Hochpustertal. Im Gegensatz dazu schlagen die Tageskipässe in Chamonix mit € 49,50, in Sölden mit € 52,50 und in Gstaad sogar mit € 59 zu Buche. Bei Saisonpässen sind die Unterschiede teilweise noch größer. In Tauplitz und in St. Jakob im Defreggental kommt der Saisonpass auf € 335, während Skifahrer im Verbund Ski amadé € 455 berappen.

Erfahrungsgemäß wenig attraktiv finden junge Skifahrer und Boarder die kleinen Skigebiete. Die Après-Ski-Szene ist eingeschränkt, große Konzerte fehlen, die Partymeile macht mitunter schon um 22 Uhr dicht. Partytiger habe es also schwer in solchen Wintersportdestinationen.

Unsere Top 5 kleinen Skigebiete sind:

  1. Montgenevre, Frankreich
  2. Tauplitz, Österreich
  3. Rotwand, Italien
  4. Elm, Schweiz
  5. St. Jakob im Defreggental, Österreich