Germknödel! Wem läuft da nicht das Wasser im Mund zusammen? Eine Mehlspeisspezialität aus der Wiener Küche, die nach und nach die Skihütten des ganzen Alpenraumes erobert hat und heute auch im bayerischen und schwäbischen Raum begeisterte Anhänger findet.

Die riesigen Germknödel beanspruchen selbstbewusst den ganzen Platz auf dem Teller. Denn eines ist klar: Ein Knödel reicht, selbst für den großen Hunger. Mit einem Glas Milch serviert ist der Germknödel einfach immer eine Sünde wert.

Germknödel sind mit Powidl (ohne Zucker und Geliermittel eingekochte Pflaumen) gefüllte Knödel aus Germteig (in Deutschland Hefeteig genannt). Die Knödel werden – heiß aus dem Topf serviert – mit einer Mischung aus frisch geriebenem, hochwertigem Graumohn sowie Staubzucker bestreut und mit zerlassener Butter übergossen. So das Original. In manchen Skihütten und Wintersportregionen hat sich allerdings eine Variante mit Vanillesauce durchgesetzt – dem Traditionalisten stehen bei dieser Varietät alle Nackenhaare zu Berge.

In einigen wenigen, traditionsverbundenen Landgasthäusern werden Germknödel noch selbst zubereitet und wie früher in Salzwasser gekocht. In den normalen Gastronomiebetrieben sind die Knödel meist vorgefertigt, werden gedämpft (meist gut sichtbar in einer Wämevitrine präsentiert) und mit etwas weniger geschmackvollem Blaumohn serviert. Allerdings: Auch diese Germknödel sind eine Sünde wert – und wer das Original nicht kennt, wird auch am gemeinen Hütten-Germknödel Gefallen finden. Die Verkaufszahlen beweisen es.

 

500 g Weizenmehl (50/50 Typ 405 und 550)

15 g Germ

2 Eier

50 g Butter

50 g Zucker

1/2 Tl. Salz

Milch; nach Bedarf

Powidl -- möglichst festes

Zum Anrichten

50 g Mohn; gemahlen

50 g Butter

 

ZUBEREITUNG:

 

Aus Germ mit lauwarmer Milch und etwas Zucker Dampfl (Vorteig) bereiten . Aufgehen lassen und mit den restlichen Zutaten zu einem festen, seidig glatten Teig verarbeiten. Kurz mit einem Tuch bedeckt ruhen lassen. Eine Rolle formen und in nahtlose Knödel teilen. Diese flachdrücken, mit dem (ev. auch mit Rum verfeinerten) Powidl füllen, gut schließen und mit der Nahtseite nach unten auf ein gemehltes Brett legen und noch einmal um ein Drittel aufgehen lassen.

 

Die Knödel in kochendes Salzwasser legen, 5 bis 6 Minuten zugedeckt kochen lassen, umdrehen, jeden Knödel mit einer Nadel mehrmals einstechen und noch einmal 5 Minuten in einem offenem Topf kochen. Die Knödel sind gar, wenn ein Nadeleinstich trocken bleibt.

Die Knödel herausheben, mit brauner Butter übergießen und mit gezuckertem, gemahlenen Graumohn bestreuen. Sofort anrichten.