Die dreifache Gewinnerin des Gesamt-Weltcups, US-Skistar Lindsey Vonn, veröffentlicht ab sofort auf OnTheSnow.Com wöchentlich ihr Ski-Tagebuch. Lindsey Vonn berichtet in Zusammenarbeit mit John Meyer, Ski-Redakteur der Denver Post.

 

24. 1. 2011

Das war in Cortina wieder ein richtig gutes Wochenende für mich, bei dem ich zwei Siege im Super-G und einen dritten Platz in der Abfahrt erringen konnte.

Der erste Super-G am Freitag war eine Art Hochgeschwindigkeitsrennen, und mein Lauf war solide und sauber.

Der zweite Super-G am Sonntag war viel schwieriger und erforderte eine Menge Taktik. Der Lauf war sehr knifflig mit einer Menge blinder Tore, und viele Läufer  kamen auch nicht ins Ziel. Ich konnte vor meinem Start die Läufe einiger Mädchen beobachten, Lara Gut aus der Schweiz legte ein verblüffendes Rennen hin. Da war mir klar, dass ich einen echt guten Lauf hinlegen musste, um zu gewinnen.

Bei der Abfahrt am Samstag habe ich einen riesigen Fehler gemacht und hätte beinahe einen fatalen Sturz gebaut, konnte diesen aber gerade noch verhindern. Dass ich trotz meines Fehlers bei der Abfahrt auf dem Podest gelandet bin, war also echt gut.

Ungefähr in der Hälfte der Strecke habe ich eine Kante erwischt und habe fast einen Spagat hingelegt. Das war ein ziemlich kritischer Abschnitt, ich steuerte geradewegs auf das Netz zu. Der Fehler hat mich zwar Einiges gekostet, aber ich hatte wirklich Glück, dass ich keinen  größeren Sturz gebaut habe. Hätte ich mich nicht irgendwie gerettet, dann wäre eine Mega-Grätsche unumgänglich gewesen.

Die Piste stieg seitlich an und man musste seine Linie zuerst nach unten und dann wieder nach oben korrigieren. Noch dazu war es ziemlich holprig vom Super-G am Vortag. Ich bin mit meinem linken Ski auf einer kleinen Erhebung aufgeschlagen und fuhr schnurstracks in die andere Richtung. Ich habe mein Bestes gegeben, um mich wieder zu fangen und auf Kurs zu bleiben, anstatt im Netz zu landen.

In dieser Saison gab es mehrere Fälle, in denen ich mit allen Mitteln versuchen musste, mögliche katastrophale Stürze zu verhindern. Ich möchte dieses Muster zwar nicht weiterverfolgen, aber es sieht so aus, als würde ich denselben Fehler immer und immer wieder machen, beziehungsweise jedes Mal in leicht abgeänderter Form. Wenn man versucht, gut Ski zu laufen, wirklich an die Grenzen geht und Geschwindigkeiten zwischen 120 und 130 km/h herausfährt, dann kann immer etwas passieren. Ich versuche einfach mein Bestes, um mich auf den Beinen zu halten und schnell zu sein.

In den drei Rennen habe ich 260 Weltcuppunkte gesammelt. Maria Riesch, die Kollegin, die ich um den Sieg im Gesamtweltcup jage, hat 209 Punkte gemacht. Es liegen diese Saison noch eine Reihe von Rennen vor uns, deshalb versuche ich, jeden Tag alles zu geben. Ich denke nicht darüber nach, was Maria macht.

Am Jahresende werden wir dann mehr wissen. Ich würde lieber 200 Punkte vorne liegen, aber es ist auch nicht so schlecht, jemand anderen ohne Druck zu jagen.


 Frühere Tagebucheinträge von Lindsey Vonn:

17. Jänner 2011: Lindsey Vonn: In rasendem Tempo durch Slowenien

10. Jänner 2011: Lindsey Vonn: Wesentliche Fehler müssen unterbunden werden

3. Jänner 2011: Lindsey Vonn: K.O.Slalom begeisterte die Massen

27. Dezember 2010: Lindsey Vonn: Gemischte Gefühle bezüglich Parallellauf

20. Dezember 2010: Lindsey Vonn: AP Award krönt "Spitzenjahr"

13. Dezember 2010: Lindsey Vonn: Bestes Riesentorlaufergebnis in zwei Jahren   

6. Dezember 2010: Lindsey Vonn: Gute Position zu Beginn der Weltcupsaison