Die dreifache Gewinnerin des Gesamt-Weltcups, US-Skistar Lindsey Vonn, veröffentlicht ab sofort auf OnTheSnow.Com wöchentlich ihr Ski-Tagebuch. Lindsey Vonn berichtet in Zusammenarbeit mit John Meyer, Ski-Redakteur der Denver Post.

 

 

10. 1. 2011

Trotz grober Fehler in beiden Rennen in Zauchensee, die verheerende Folgen nach sich hätten ziehen können, landete ich am Wochenende zweimal auf dem Podest.

Ich muss wirklich damit aufhören.

Bei der Abfahrt am Samstag kam ich in einer Kurve von der Streckenführung ab, konnte das Rennen aber für mich entscheiden. Im Super-G vom Sonntag landete ich zwar auf meiner Hüfte, kam jedoch wieder hoch und holte den zweiten Rang.

Tatsache ist, dass einem bei Skirennen, wenn man wirklich aufs Ganze geht, zu gewinnen versucht und ganz nah an seine Grenzen geht, manchmal Fehler passieren. Perfekte Läufe gibt es kaum. Es geht darum, anzugreifen und die Grenzen auszuloten. Und wenn dann Fehler passieren, dann muss man diese so rasch wie möglich korrigieren und den Schaden so gut es geht begrenzen.

In der Abfahrt hatte ich das Gefühl ein wirklich gutes Rennen hinzulegen. Als ich dann ins untere Teilstück der Strecke kam und meine Linie echt gut war, hatte ich jedoch eine weit höhere Geschwindigkeit als in den Trainingsläufen — vermutlich zwischen 97 und 105 km/h. Der Schnee war viel weicher, da die Temperaturen im Lauf des Wochenendes gestiegen waren. Vermutlich habe ich weicheren Schnee erwischt und musste meine Linie nach unten korrigieren. Plötzlich zeigten meine Skispitzen in Richtung Zaun und ich war völlig aus der Spur.

Ich habe aber nicht die Nerven verloren, bin einfach weitergefahren und habe mir gedacht, dass ich mit einem super Lauf im unteren Abschnitt den Rückstand wieder wettmachen könnte. Zwei Tore unterhalb der Stelle, wo ich den Fehler hatte, gab es ein entscheidendes Teilstück des Rennens. Ich dachte, wenn ich den Abschnitt gut hinbekomme und meine Geschwindigkeit mit ins Ziel nehmen könnte, wäre vielleicht noch ein Platz unter den ersten Fünf drin.

Dass ich das Rennen dann doch noch gewonnen habe, war eine echte Überraschung und ein Glücksfall. Es war ein hartes Rennen mit schwierigen Schneeverhältnissen. Und dann noch dieser Fehler.

Im Super-G hatte ich an derselben Stelle, an der ich tags zuvor den Fehler gemacht hatte, wieder Schwierigkeiten. Der Schnee war am Streckenende etwas weicher. Und wieder fuhr ich mit einem guten Gefühl und der Überzeugung, dass Richtung und Linie stimmten, in diesen Abschnitt, schrammte aber mit dem Skischuh in der Kurve gegen den Schnee. Und das bei rund 89-97 km/h. Ich landete dabei auf meiner Hüfte, konnte mich aber gerade noch fangen. So verlor ich zwar meine Linie, konnte aber weiterfahren und schaffte auch noch knapp das nächste Tor.

Über den zweiten Platz habe ich mich wirklich sehr gefreut. Die Schweizerin Lara Gut legte einen bemerkenswerten Lauf hin und hat den Sieg wirklich verdient.

Im Dezember musste ich auch in Lake Louise eine geradezu verrückte Korrektur vornehmen. Es war eisig und ich traf auf eine Bodenwelle, wodurch ich vorübergehend den Halt verlor. Vergangenes Wochenende hatte ich vor allem mit den milden Temperaturen und dem weichen Schnee meine Probleme, was zu einigen ungeplanten „Zwischenfällen“ führte.

Was auch der Grund dafür sein mag, ich muss wirklich damit aufhören. Es gibt viele Gründe, weshalb ich alles daran setzen muss, einwandfreie Läufe hinzulegen. Allen voran meine Gesundheit, aber auch um gute Resultate und Punkte zu erzielen.