Einige deutsche und vor allem österreichische Skigebiete profitierten deutlich davon. Viel Schnee fiel auch in Skandinavien, Frankreich und den Pyrenäen. Außergewöhnlich niedrige aber auch ungewöhnlich hohe Temperaturen wurden aus Nordamerika gemeldet. In Österreich gab es gestern zehn Powderalarms (die gratis Eilmeldung, die Skiinfo an seine Abonnenten verschickt, wenn auf deren Lieblingspisten besonders viel Schnee fällt). Heute kamen nochmals mehr als ein Dutzend hinzu. Ein ganzer Meter Neuschnee fiel heute in Nassfeld Hermagor, ebenso auf dem Berg im Skizentrum Sillian. Das Ressort Ski Heiligenblut meldete 50 cm Neuschnee, immerhin 30 waren es noch in Axamer – Lizum und 20 in Montafon. Lech Zürs und St. Anton am Arlberg erlebten bereits gestern 20 bzw. 18 cm Neuschnee, Sölden und Saalbach Hinterglemm wurden ebenfalls reichlich bedacht (jeweils 15 cm).

In Deutschland ist es zwar etwas wärmer geworden, laut Deutschem Wetterdienst herrscht aber insgesamt immer noch der kälteste Januar seit 22 Jahren. Balderschwang im Oberallgäu waren heute 20 Neuschnee vergönnt, innerhalb der letzten sieben Tage insgesamt 47 cm.

Das Kleinwalsertal, wo an der Grenze zu Österreich vom 27. bis 29. Januar das große Free Ski Derby zwischen den Nachbarländern stattfinden wird, profitierte ebenfalls von besonders starken Schneefällen. Rolf Köberle vom Verband Kleinwalsertal Tourismus kommentierte: “Nach viel Sonnenschein in den letzten Wochen setzte der Schneefall in der vergangenen Nacht wie bestellt ein. Das Tal gleicht jetzt einer traumhaften Winterlandschaft. Bis zu 35 cm Neuschnee sind gefallen und es schneit immer noch weiter.“

In der Schweiz haben die Ressorts im westlichen, französischsprachigen Landesteil den meisten Neuschnee bekommen, aber über das ganze Land verteilt hat es geschneit. Die Alpenarena Flims Laax Falera berichtet von 28 cm Neuschnee. Anzère bekam jedoch am meisten hinzu: 55 cm. In Les Crosets, das durch Lifte mit Avoriaz auf der anderen Seite der Grenze verbunden ist, waren es 40 cm. Zermatt meldet auf Europas höchstgelegenen Pisten auch den meisten Schnee insgesamt: nahezu sieben Meter!

Auch in Frankreich fällt enorm viel Schnee – Skiinfo gab dort gestern 43 mal Powderalarm. Gute Neuigkeiten für Ressorts wie Chamoix, das schon vor Weihnachten mit einer soliden Grundlage an Schnee gesegnet war, wo seit Neujahr aber kein Neuschnee mehr gefallen ist.

Die größten Schneefälle in Frankreich ereigneten sich in den nördlichen Alpen (bis zu 50 cm), unter anderem in Châtel und Avoriaz. Letzteres Ressort meldet die größte Menge an Neuschnee in Frankreich innerhalb der letzten sieben Tage: 55 cm.

Die Schneefälle führten laut Laurence Girard vom Tourismusverband in Taninges - Praz de Lys – Sommand zu hohen Besucherzahlen. Girard meinte: „Dieses Jahr profitieren wir von einer außergewöhnlichen Qualität und Quantität des Schnees und die Bedingungen sind schon seit Ende November perfekt. Unsere Besucherzahlen sind ausgezeichnet, im Dezember und Januar die besten seit langer Zeit.“

Auch Italien erlebte starke Schneefälle, vor allem in den Alpen, wo Skiinfo Dutzende Powderalarms ausrief. Passo Rolle und San Martino Di Castrozza meldeten gestern beide 50 cm Neuschnee. Aprica , Bardonecchia und Livigno bekamen jeweils 30 cm zu ihrer ohnehin reichlichen Schneeschicht hinzu. Arabba verfügt immer noch über die größte Schneemenge Italiens: 480 cm. Als Folge des vielen Schnees sagte der FIS das Training für das Weltcup-Rennen in Cortina D’Ampezzo ab – und hofft, dass morgen wieder trainiert werden kann und das Rennen wie geplant stattfinden wird.

Die extremen Wetterverhältnisse haben zu mehr Todesfällen in Europa geführt. Vier italienische Bergsteiger kamen auf der französischen Seite des Mont Blanc ums Leben. Bereits vor einer Woche waren bei zwei Unglücken in Chamoix vier Bergsteiger gestorben. Eine junge Frau starb in Val d’Isere, wie sie in den größten Fluss des Ressorts gefallen war, nachdem sie die Orientierung verloren hatte. In Spanien wurde ein 24-jähriger Mann in den Bergen nahe Madrid von einer Lawine getötet, während er auf Schneeschuhen unterwegs war – er war der erste Lawinentote überhaupt in dieser Region.

In den Pyrenäen schneit es immer noch, so dass Andorra, Spanien und Frankreich in ihren dortigen Skigebieten eine hervorragende Saison erleben. In Baqueira Beret beträgt die Schneehöhe 225 cm. In der spanischen Sierra Nevada sind es gar dreieinhalb Meter.

In Osteuropa werden die Wintersportbedingungen besser. Bansko bekam den Zuschlag als Ersatzaustragungsort für die abgesagten Weltcuprennen in St. Moritz. In Tschechien und der Slowakei sind die Schneeverhältnisse trotz wärmeren Wetters und Regen auf den niedriger gelegenen Pisten gut. Chopok in der slowakischen Niederen Tatra hat inzwischen 180 cm Schnee angehäuft. Eine lange Urlaubsperiode in Polen lässt die beiden Länder auf einen Umsatzanstieg hoffen, nachdem das Geschäft im Januar nur langsam anlief.

In Skandinavien gab es starke Schneefälle im Osten wie im Süden Norwegens mit der Folge von mehr als 20 mal Powderalarm. In Oslo brachten die letzten beiden Tage 40 cm Schnee auf den Straßen, für die Skigebiete in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt gute Neuigkeiten. Zehn norwegische Skiressorts verfügen mittlerweile über mehr als einen Meter Schnee.

In Schweden schneit es nach einer längeren Wärmeperiode ebenfalls wieder. Tandådalen und Kittelfjäll meldeten in den letzten Tagen 15cm Neuschnee. Die Vorhersagen erwarten mehr Schnee für das Wochenende.

Auch in Schottland sind inzwischen alle Skigebiete geöffnet – Glencoe und Nevis Range kamen hinzu.

In Nordamerika waren im Osten sehr niedrige Temperaturen die Regel, wie die vorherrschende warme Winterkleidung bei der Amtseinführung von US-Präsident Obama zeigte. Weiter nördlich lagen die Temperaturen bei minus 40 Grad in Maine und minus 32,8 Grad in Ohio – die niedrigste Temperatur, die dort seit 35 Jahren gemessen wurde. Die Lifte im Skigebiet Bolton Valley in Vermont blieben am Freitagabend geschlossen, aus Angst, dass im Falle der Betriebsstörung eines Lifts Skifahrer erfrieren könnten.

Kanadas Skisaison bleibt anhaltend gut. Banff meldete abermals 30 cm Neuschnee in der vergangenen Woche, insgesamt sind es ort nun 180cm. In British Columbia wie in Kalifornien herrschte dagegen fast Frühlingswärme: plus zehn Grad. Aufgrund starker Schneefälle in den vergangenen Monaten war das dennoch kein Desaster für die dortigen Skigebiete, auch wenn ihnen sinkende Temperaturen sicher willkommen wären.