Ein starker Schneefall setzt sich fort und die Schneehöhen in Italien nähern sich 5 Metern an. Dabei sind die Dörfer abgeschnitten und die Verkehrsverbindungen unterbrochen.

10 Wochen seid dem ersten Schneefall
Zehn Wochen ist es jetzt her, dass uns die Nachrichten von den ersten starken Schneefällen in den Alpen erreichten – doch in vielen Gebieten schneit es immer noch. Skiinfo verzeichnet neben der Dauer der Schneefälle noch etwas Ungewöhnliches: Fast alle großen Skiressorts sind schon reichlich mit Schnee gesegnet (mit mehr als durchschnittlichem Schneefall in der Vor- und Frühsaison) – normalerweise stehen einige Gebiete zu diesem Zeitpunkt noch deutlich hinter anderen zurück.

Dolomiten und die Pyrenäen haben starke Schneefälle
Neben den Alpen gab es auch in den Dolomiten starke Schneefälle und ebenso in den Pyrenäen, wo die Skigebiete diesen Winter von Rekordmengen berichten. In Nordamerika hatte die Ostküste einen guten Start in die Saison, während die Rocky Mountains und die Westküste nach zunächst schwächeren Schneefällen nun schnell zulegen. Teile von Osteuropa liegen allerdings im Moment noch zurück.

Ohne Strom und geschlossenen Flughäfen und Bahnlinien
Trotz Freude bei Skifahrern und Snowboardern – der Schnee hat in Europa auch viele Probleme hervorgerufen. Mitarbeiter von Skiinfo berichten von Dörfern, die abgeschnittenen und zeitweise ohne Strom sind, von geschlossenen Flughäfen und Bahnlinien sowie von einem hohen Lawinenrisiko in den Bergen, weil manch starker Schneefall sich bei wärmeren Temperaturen ereignet hat. Die Schneefälle haben auch bereits Menschenleben gefordert. Skiinfo rät deshalb dringend dazu, auf den ausgezeichneten Pisten zu bleiben und bei Aufenthalten in den Bergen die Lawinenwarnungen genau im Blick zu behalten.

Hochkönig feiert mit Tourenskirennen und Partyevents sein Saisonopening
Aus Österreich werden besonders starke Schneefälle berichtet – so bekam Nassfeld Hermagor in der letzten Woche 120 Zentimeter Neuschnee hinzu, immer noch 96 Zentimeter waren es in Bad Gastein. Auf dem Mölltaler Gletscher liegen mittlerweile schon 310 Zentimeter Schnee, in Obergurgl sind es 235 Zentimeter. Für heute (19. Dezember 2008) meldet das Familienskigebiet Weinebene 40 Zentimeter Neuschnee, Kitzbühel erwartet laut Skiinfos Snowfinder heute und am Wochenende insgesamt über 55 Zentimeter. Maria Alm (Hochkönig), wo bislang etwa 70 Zentimeter Schnee liegen und für die nächsten Tage weiterer Schneefall erwartet wird, feiert an diesem Wochenende mit Tourenskirennen und Partyevents sein Saisonopening.

Zugspitze und Kleinwalsertal bringen es auf 1 Meter
Moderater fielen die Schneefälle in Deutschland aus, wo Balderschwang am Freitag aber noch 20 Zentimeter Neuschnee zu verzeichnen hatte. Zugspitze und Kleinwalsertal bringen es momentan auf etwas über einen Meter Schnee. Ebenso Grasgehren, wo am Samstag der Skicross-Europacup stattfindet und dann auch der Fun-Park wieder geöffnet wird.

Halber Meter Schnee liegt in den deutschen Mittelgebirgen
Bis knapp über ein halber Meter Schnee liegt in den deutschen Mittelgebirgen wie dem Thüringer Wald (Oberhof 60 Zentimeter) oder dem Sauerland (Willingen 55 Zentimeter), 90 Zentimeter sind es auf dem Feldberg im Taunus. Für dieses Wochenende werden in Deutschland weitere Schneefälle erwartet: 50-60 Zentimeter von Freitag bis Sonntag etwa in Ruhpolding und Unternberg.

In den letzten sieben Tagen gab es weitere heftige Schneefälle
Die Schweiz hatte in den letzten sieben Tagen weitere heftige Schneefälle zu verzeichnen: In Zermatt kamen nochmals 85 Zentimeter hinzu, in Saas Fee 65 Zentimeter und 50 Zentimeter in St. Moritz, wo an diesem Wochenende der Ski Alpin Weltcup der Damen stattfindet. Besonders viel Schnee liegt in Saas Fee (380 Zentimeter) und Disentis (dreieinhalb Meter).

Alpen sowie Pyrenäen starke Schneefälle
In Frankreich gab es in Alpen sowie Pyrenäen starke Schneefälle mit Powderalarms von bis zu 60 Zentimeter Neuschnee. 40 Zentimeter kamen in Montgenèvre hinzu und 20 Zentimeter in Val d’Isère allein am Dienstag. Die großen Schneemengen führen allerdings überall zu hohen Lawinenrisiken. Viele Skiressorts haben schon mehr als zwei Meter Schnee (Valberg sogar 2,60 Meter und Isola 2000 zweieinhalb Meter).

Gewaltige Schneemengen
Die größte Überraschung sind die gewaltigen Schneemengen in den Pyrenäen, wo in den vergangenen Wintern deutlich weniger Schnee gefallen war – jetzt sind es im spanischen Baqueira Beret seit 29. Oktober schon 435 Zentimeter und in Andorra sind alle Skigebiete geöffnet.

Zunehmende Wetterextremlagen
In Norwegen werden an diesem Wochenende 50 Skiressorts offen sein, acht davon erwarten in den nächsten vier Tagen mehr als 50 Zentimeter Neuschnee. Deuten diese Schneemengen vielleicht darauf hin, dass die globale Erwärmung so gar nicht stattfindet? Skiinfo hat festgestellt, dass seine Schneeberichte in den letzten Wochen auf Websites erschienen sind, die solche Schlüsse nahe legen. Allerdings – so großartig die starken Schneefälle für Wintersportliebhaber auch sind – sie bestätigen eher die Langzeitvorhersagen von zunehmenden Wetterextremlagen anstatt die wissenschaftlichen Aussagen über globale Erwärmung zu widerlegen.

Schneebedingungen in diesem Jahr weniger gut
Diejenigen, die die starken Schneefälle in den Alpen gerne als Beleg dafür sehen wollen, dass es keine globale Erwärmung gibt, übergehen die Tatsache, dass die Situation in Osteuropa anders ist, wo etwa in Bulgarien bisher nur das Skiressort Banko offen ist – und das auch bloß auf sehr begrenztem Gebiet und mit großenteils künstlich produziertem Schnee. Auch auf der Südhalbkugel sind die Schneebedingungen in diesem Jahr weniger gut – so hat Whakapapa in Neuseeland angekündigt, dass dort über Weihnachten nicht Ski gefahren werden kann, aufgrund von anhaltend warmem Wetter, das den Schnee zum Schmelzen bringt. In den letzten Jahren war in Whakapapa sowohl im Sommer als auch im Winter die Skisaison eröffnet worden. Auch in Nordamerika kommt vor allem die Westküste nach zunächst geringen Schneefällen erst allmählich in der Saison an. Nun allerdings hat auch Kalifornien starke Schneefälle zu verzeichnen, wo Squaw Valley am Montag von einem Wintersturm mit zweieinhalb Zentimeter Schnee pro Stunde berichtete.

Die Top 5 Schneehöhen in den europäischen Ländern finden Sie unter:
http://www.skiinfo.de/Schneebericht-Europa-Top-5-1716-de.jhtml

Aktuelle Vorhersagen zum Schneefall macht Skiinfos Snowfinder: http://www.skiinfo.de/Schneebericht-Snowfinder-7711-de.jhtml

Skiinfo ist mit täglich aktualisierten Informationen aus 1200 Skigebieten der größte Anbieter von Schneeberichten aus Skiressorts in Europa.