Skiweltrekorde sammelt wie andere Briefmarken, konnte wieder seine Arme hochreißen und die nächste Urkunde in Empfang nehmen. Für den deutschen Ski-Extremsportler war es der 11. Weltrekord, dieses Mal fuhr er in der SnowWorld, der weltgrößten Skihalle im niederländischen Landgraaf, 111 Stunden und 11 Minuten ohne Unterbrechung Ski und verbesserte seinen eigenen Rekord um acht Stunden. Sylvie Maier aus Altötting, die etwas später an den Start ging, verbesserte die Weltbestleistung bei den Damen auf 33 Stunden.

Hervorragende Werte während des Rekordversuchs
Christian Flühr ließ vom Start weg keinen Zweifel, dass er in der letzten Saison seiner Karriere diesen Rekord unbedingt wollte. Der körperliche Zustand des deutschen Mr. Marathonski ließ die Mediziner, die Christian im Rahmen einer Studie begeleiteten, mit der Zunge schnalzen. "Christian hat bereits am Dienstag direkt nach dem Start im Lift geschlafen, so etwas gab es in Obergurgl im Winter nicht. Seine Werte sind phänomenal", stellte Dr. Christian Schmidt fest.

11. Weltrekord und immer noch Spaß dabei
Die Tortur Indoorweltrekord begann für Flühr am ganz frühen Dienstagmorgen, den 16. September 2008, um drei Uhr. Der Skirennläufer zeigte direkt auf den ersten Abfahrten, dass er konditionell, von der Kraft und der Technik her nicht mehr mit dem letzten Winter zu vergleichen ist. "Ich habe schon zwei Tage vor dem Start auf den Ski gemerkt, dass mir Sachen im Schnee gelingen, die ich noch nie zuvor geschafft habe. Und es ist wieder dieses Lustgefühl da, Skifahren zu dürfen", freute sich Flühr. Trotzdem war der 11. Weltrekord für den deutschen Skirennläufer überhaupt kein einfaches Unternehmen. In der SnowWorld fehlt weitestgehend Tageslicht, die Temperatur liegt ständig bei Minus fünf Grad Celsius und Christians Liftanlage für den Rekord ist nur 520 Meter lang. "Es ist schon toll, dass es ein Areal von der Größe insbesondere in Holland gibt, aber einen Rekord über 264 Stunden outdoor wie im vergangenen Winter ist utopisch. Da ich ja eigentlich nur beim Liften schlafen kann", erzählte der Skiweltrekordhalter weiter. Christian Flühr fuhr im Januar 2008 264 Stunden nonstop Ski und hält damit auch den entsprechenden Outdoorweltrekord.

Dank an die SnowWorld und ans Team
Als Christian kurz nach Sylvie Maier, die mit 33 Stunden den Damenweltrekord um neun Stunden verbesserte, am Samstag, den 20. September 2008, um 18.11 Uhr ins Ziel fuhr, ging damit das drittletzte Kapitel der Flühr’schen Weltrekordjagden zu Ende. Es war ein großer Erfolg, den Christian Flühr aber längst nicht so überschwänglich feierte wie die vergangenen Rekorde. "Ich sage allen Beteiligten ein dickes Danke, dem Team der Snowworld, meinem eigenen Team. Es war auf der einen Seite die schönste und am besten organisierte Rekordfahrt aller Zeiten, nur einen privaten Schönheitsfehler hat die Rekordfahrt für mich und das ist mehr als schade. Trotzdem freue mich über den Rekord und werde mit Sicherheit wie geplant noch zwei weitere Weltrekordprojekte in diesem Winter in Angriff nehmen", meinte Flühr abschließend.

Nächste Rekorde geplant
Im letzten Winter seiner Karriere will Flühr noch 100 verschiedene Liftanlagen an einem Tag nutzen und als letzte Rekordfahrt dann zwölf Tage nonstop auf den Ski stehen. In Landgraaf wurden mit einem Veranstaltungsort, der weit außerhalb der Alpen liegt, schon erste detaillierte Gespräche geführt.