© Markus Hahn
Pisten voller Pulver - das suchen die Skifahrer. Gerade im sonnigen Spätwinter kann die Suche zum Lotteriespiel werden - auch wenn die Alpen immer noch mit dicken, weißen Hauben glänzen. Sicher geht, wer in die Schneelöcher der Alpen fährt. Sie haben noch bis zum 1. Mai geöffnet und Schnee auf den Pisten, während woanders schon die Krokusse blühen. Hier sind unsere Tipps für den Pistenspaß unter der Frühjahrssonne.

Ischgl-Samnaun: Party grenzenlos

Bis zum 1. Mai dauert traditionell die Saison in der "Silvretta-Ski-Arena" mit dem quirligen Ort Ischgl als Mittelpunkt. Grenzenlos ist das Skivergnügen für Anfänger und Cracks auf den endlosen, baumfreien Hängen bis knapp 2900 Meter Höhe, auf denen man sich bei schönem Wetter fast wie auf einem Gletscher fühlt. Cracks zieht es zum Palinkopf und dort zu den beiden schwarzen Abfahrten und den schönen Skirouten. Genussfahrer finden überall in dem 224 Pistenkilometer großen Skizirkus ihre Traumstrecke. Der Skipass öffnet die Grenze ins Schweizer Samnaun, wo man zum zollfreien Einkauf von Parfum und Kosmetik lediglich die Ski abschnallen muss. Skipass: 6 Tage 186 Euro Erw., 124 Euro Kinder. Hüttentipps: Paznauner Taja (ab 14 Uhr Après-Skiparty), Alp-Bella-Hütte (urig, mit Bedienung). Informationen: Tel. 0043/5444/5266, www.ischgl.com.

Arlberg: Mondän und international

Die Lage in einer "Schneeschneise", dazu Lifte bis 2800 Meter Höhe und eine ganze Armada von Schneekanonen machen die Arlberg-Region zur Schneeoase. Ob in St. Anton mit seinen Gästen aus aller Welt oder in Lech mit seinem mondänen Ruf - ruhig wird es auf den Pisten erst nach dem 1. Mai. Bis dahin fällt auch immer wieder der unvergleichliche Tiefschnee, für den Kenner sogar die insgesamt 250 Kilometer rassiger Pisten links liegen. Das anspruchsvollere Pistenangebot hat St. Anton, wo es mit dem Rendl auch einen Hotspot für Snowboarder und Funskifahrer gibt. Lech glänzt mit breiten Bergflanken für Freerider. Skipass: 6 Tage 154 Euro Erw., 93 Euro Kinder. Hüttentipps: in Lech die Kriegeralpe (350 Jahre alt, gemütlich), Rudalpe (sonnig, Traumblick). Informationen: Tel. 0043/5583/21610 (Lech), www.lech-zuers.at, Tel. 0043/5446/22690 (St. Anton), www.stantonamarlberg.com.


Obergurgl: Aus dem Hotel auf die Piste

Erst auf 1900 Meter Höhe starten die Lifte in Obergurgl-Hochgurgl am Ende des Ötztals, und erst bei knapp 3100 Metern Höhe enden sie. Das macht die Skiregion zu einer der schneesichersten der Alpen. Auch wenn am 2. Mai die Lifte schließen, liegt noch genügend Schnee. Die zahlreichen blau markierten und mittelschweren Pisten auf dem Pistenplan führen etwas in die Irre. Denn an allen drei Bergen finden gute Skifahrer Herausforderungen: unpräparierte Variantenabfahrten, ein halbes Dutzend "schwarze" Strecken und bis zu acht Kilometer lange Talabfahrten. Bequem: Von der Unterkunft sind es meistens nur wenige Schritte zur nächsten Bergbahn, bei einigen Hotels sind sogar die Talstationen quasi integriert. Skipass: 6 Tage 208,50 Euro Erw., 125,50 Euro Kinder. Hüttentipps: Hohe Mut Alm (edel-rustikal mit Bedienung), Schönwieshütte (urig, guter Kaiserschmarrn). Informationen: Tel. 0043/57200-100, www.obergurgl.com.

Obertauern: Schüssel für Genießer

Die Schneeschüssel des Salzburger Landes hat ein einfaches Erfolgsrezept: Schneesicherheit bis zum 1. Mai, ein ausgetüfteltes Liftsystem, in das man von fast jedem Hotel aus einsteigen kann, Familienfreundlichkeit und trotzdem ein aktives Après-Ski-Angebot. Die Lifte beginnen in Obertauern auf stolzen 1600 Meter Höhe, reichen bis auf 2313 Meter und erschließen ein Pistenangebot von 100 Kilometern. Ein Klassiker für Könner ist die Gamsleiten 2, eine steile Buckelpiste. Ansonsten stehen die Genussabfahrten im Vordergrund. Skipass: 6 Tage 164 Euro Erw., 96,50 Euro Kinder. Hüttentipps: Bergrestaurant Zehnerkar (berühmt für die prozentreiche Gamsmilch), Achenrainhütte (klein, gemütlich). Informationen: Tel. 0043/6456/7252, www.ski-obertauern.at.

Stubai: Gletscher mit Garantie

Wollen Sie auf ganz sicher gehen? Dann sollte es ein Gletscherskigebiet sein. Aber es sollte nicht zu klein und ohne lange Anfahrt vom Hotel aus erreichbar sein und eine Talabfahrt haben. Der Stubaier Gletscher hat all das. Zwischen Schaufelspitze und der Stubaier Wildspitze erstreckt sich auf 15 Quadratkilometern eines der größten Ganzjahresskigebiete Europas, die Liftanlagen surren bis auf 3210 Meter Höhe und erschließen nach Angaben der Bergbahn 110 Pistenkilometer. Die breiten Abfahrten auf dem Eisjoch-, Fernau- und Daunferner bereiten selbst Anfängern wenig Probleme. Die Buckel am südseitigem Geißkarferner und die unpräparierten Steilhänge an der Fernau-Mauer und am Gachen Eck fordern dagegen auch Könner. Skipass: 6 Tage 188 Euro Erw., 94 Euro Kinder. Hüttentipps: Jochdohle (großartiger Panoramablick auf 3150 Meter Höhe), Dresdnerhütte (preiswertes Bergsteigeressen). Informationen: Tel. 0043/5018810, www.stubaier-gletscher.com.

Autor: Rainer Krause