Die Skibergsteiger vom Regionalstützpunkt Berchtesgadener Land nahmen am vergangenen Wochenende beim Weltcup in Nicolosi auf Sizilien teil. Die anstehenden Wettbewerbe in Cima d’Asta im italienischen Trentino hingegen mussten aufgrund Schneemangels abgesagt werden.

Weltcup in Sizilien

Beim Verlassen des Flugzeuges auf dem Flughafen von Catania zeigte das Thermometer 15 Grad Celsius an. "Wir kamen uns etwas fehl am Platz vor, weil wir noch die kalten deutschen Temperaturen gewohnt waren", sagte Josef Rottmoser, der vor Kurzem die Goldmedaille bei der Europameisterschaft im französischen Pelvoux holte, nach seiner Rückkehr. Am Folgetag erhielten Nationaltrainer Johann Rampl und seine Athleten die Information, dass es aufgrund der Schneemengen nicht möglich sei, die Strecke zu besichtigen. "Wir dachten, dass die mit 30 Zentimeter Schnee überfordert wären, aber es waren tatsächlich knapp drei Meter auf der Straße", gab Rottmoser zu. Am Donnerstag, 23. Februar, sahen die deutschen Skibergsteiger zum ersten Mal den Berg, auf dem die Rennen ausgetragen werden sollten. Der 3.323 Meter hohe Vulkan Ätna war zu diesem Zeitpunkt ab einer Höhe von 1.300 Metern über dem Meer schneebedeckt. „Die Landschaft ist beeindruckend. Unter uns lag das silber- glänzende Mittelmeer. Um uns herum das satte Grün der Pinien- und Kiefernbäume und über uns alles Weiß mit schwarzen Farbtupfern aus Lavaschlacke“, beschrieb Rottmoser die Natur.


"Badehose wäre mir lieber gewesen"

Bei der ersten Streckenbesichtigung zogen die Sportler aus vom Regionalstützpunkt Berchtesgadener Land ihre Spuren zwischen Lavabrocken hindurch. "Auf dem Weg nach oben stellten wir fest, dass es doch mehr geschneit hatte, als wir dachten. Überall waren Bagger, Schneefräsen und Lastwägen zu sehen, welche die Schneemassen abtransportierten", sagte Rottmoser. Am Freitag, 24. Februar, starteten die deutschen Athleten Josef Rottmoser, Philipp Reiter und Alexander Schuster beim Aufstiegsrennen. Es galt 750 Höhenmeter bergauf schnellstmöglich auf Skiern zu absolvieren. Die Strecke forderte den Sportlern zusätzlich in einer Tragepassage alles ab. "Schon vor dem Start dachte ich mir, dass es ziemlich warm ist. Während des Rennens wäre mir dann sogar meine Badehose lieber gewesen", beschreibt Rottmoser rückblickend seine Eindrücke vom Rennen. Die ersten 300 Höhenmeter verliefen relativ flach. Erst im steiler werdenden Bereich kamen die deutschen Athleten besser in Fahrt. Kurz vor dem Ziel konnte Rottmoser noch zwei Mitstreiter überholen. Damit landete er mit einem Rückstand von vier Minuten auf dem 17. Platz bei den Herren. Mit dieser Zeit erreichte er den vierten Platz in der U23-Wertung, in der er ebenfalls noch starten darf. Knapp hinter Rottmoser kamen die beiden anderen Deutschen auf den Plätzen 20 (Philipp Reiter) und 22 (Alexander Schuster) ins Ziel. Den ersten Platz holte sich der starke Spanier Kilian Jornet in einer Zeit von 28‘07 min.

Einzelrennen: Rottmoser wieder bester Deutscher

Gleich am nächsten Tag starteten die drei Deutschen im Einzelrennen. Dabei mussten insgesamt 1.310 Höhenmeter auf drei Aufstiege verteilt überwunden werden. „Dieser Wettkampf verlief für mich vom Start weg etwas besser. Leider reichte es am Ende wieder nur für den vierten Platz in der U23-Wertung“, fasste Rottmoser zusammen. Mit dem 22. Platz von Philipp Reiter und dem 23. Platz für Alexander Schuster ging für die Skibergsteiger vom Regionalstützpunkt Berchtesgadener Land ein ereignisreiches Wettkampf-Wochenende am Ätna zu Ende.

Weltcup im Trentino abgesagt

Mitten in die Vorbereitungen für das nächste Weltcuprennen Lagorai Cima d’Asta im italienischen Trentino platzte die Nachricht des internationalen Verbandes ISMF, dass der Bewerb wegen Schneemangels abgesagt werden muss. Den Veranstaltern war es trotz mehrfacher Verlegung der Wettkampforte auf über 2.000 Meter Seehöhe unmöglich, das Rennen regulär durchzuführen. OK-Chef Sergio Santuari teilte über den Pressedienst der ISMF mit: "Es ist keine leichte Entscheidung, die wir hiermit treffen. Aber die Sicherheit hat oberste Priorität, es hat den Schnee in den letzten Tagen regelrecht weggefressen, und die Prognose für das Wochenende ist ebenfalls sehr warm und niederschlagsfrei. Eine Absage ist trotz der vielen investierten Zeit damit unausweichlich."

Österreichs Nationaltrainer Alexander Lugger geht mit der Situation pragmatisch um: „Schade natürlich, dass wir dieses Rennen nicht besuchen können ... aber es geht ja allen Nationen gleich, also haben wir keinen wirklichen Nachteil. Kurios ist die Absage aber in jedem Fall, denn ich kann mich in meiner langjährigen Karriere als Athlet und Trainer an keinen ähnlichen Fall erinnern. Ich habe mich deshalb persönlich erkundigt, und es ist dort wirklich komplett aper, die Absage war wirklich nötig." Der Fokus richtet sich nun auf den nächsten Weltcupbewerb Marmotta Trophy am 25.3.2012, ebenfalls Südtirol. Hoffentlich gibt es dort mehr Schneeglück.

Text: Johannes Schmid/Karl Posch