Geboren am 05. Juni 1978 in Bruck an der Mur und aufgewachsen in Kapfenberg lernte Stephan das Skifahren auf den Hügeln rund um das Elternhaus.

Gibt es ein Ski-Gen?
Seine Mutter ist die östereichische Skilegende Traudl Hecher, welche bereits 1960, mit 16 Jahren, ihren ersten Sieg auf der Streiff in Kitzbühel errang. Diesem folgten unter anderem die Bronzemedaillen in der Abfahrt bei den Olympischen Spielen im gleichen Jahr in Squaw Valley und 1964 in Innsbruck. Traudel Hecher hat ihren Kindern wohl die genetischen Voraussetzungen und die Skibegeisterung in die Wiege gelegt. Auch Elisabeth Görgl, geboren 1981 und Schwester von Stephan, ist erfolgreich im Weltcup unterwegs.

Mit dem Ski am Fuß aufgewachsen
Stephan ging auf die Skihauptschule nach Schladming und daran anschließend auf das Skigymnasium Stams. Schon früh konnte man sein Talent erkennen und er wurde auf große internationale Jugendrennen geschickt.

Österreichischer Jugendmeister
Mit 18 Jahren gewann dann Stephan seinen ersten größeren Titel, gewann er doch die Österreichische Meisterschaft im Riesenslalom 1996 in der Jugend. Auch wurde er mehrfacher Steirischer Meister in alpinen Wettbewerben und nahm als Junior zweimal an Junioren-Weltmeisterschaften teil.

Über den Europacup nach oben
Wie viele Skirennläufer gelang Görgl über den Europacup in die Weltspitze. In der Saison 1999/2000 belegte er den 6. Platz in der Super-G-Wertung im Europacup. Doch dann gelangen ihm keine weitere Top-Platzierungen mehr, und Görgl stellte die Karriere in Frage.

Als ewiges Talent verschrien
Görgl besaß schon immer das Talent, doch konnte er es nicht im Rennen abrufen. Er wollte schon die Karriere an den Nagel hängen, doch ein Sturz im Jahr 2003 veränderte die Sicht der Dinge. Bei einer Europacup-Abfahrt in Italien stürzten Görgl und Josef Schild, Bruder von der ÖSV-Fahrerin Marlies, an der gleichen Stelle. Während Görgl unverletzt blieb, trug Josef Schild schwere Verletzungen davon. Dies veränderte die Sichtweise Görgls.

Überraschungssieg in Beaver Creek
Dass Görgl aber bereits zu Beginn der Saison 2004/2005 gleich zuschlagen würde, damit rechnete wohl keiner. In Beaver Creek düpierte Görgl alle Favoriten im Super-G und gewann damit sein erstes Weltcuprennen der Karriere. Damit besiegte er den Fluch des 'ewiges Talentes' und wurde zum Siegfahrer.

Furioses Ende der Saison
Nach dem Sieg in Beaver Creek schien eine große Last von den Schultern Görgls gefallen zu sein. Denn im weiteren Verlauf der Saison gelangen ihm einige andere Top-Resultate. Besonders hervorzuheben ist dabei das Weltcupfinale in Lenzerheide. Dort belegte er im Super-G den dritten Rang und legte im Riesenslalom noch einen drauf: mit zwei traumhaften Durchgängen schlug er Bode Miller und Co. und sicherte sich so seinen zweiten Sieg der Karriere. Am Ende stand der siebte Rang in der Super-G-Wertung und der neunte Platz in der Riesenslalom-Wertung. So gut war Görgl am Ende einer Saison noch nie platziert, was auch für den 15. Platz in der Gesamtwertung gilt. Der Durchbruch war also geschafft.

Anschluss an die Weltspitze gehalten
Bei Stephan Görgl stellten sich die Top Ten Ergebnisse ab Mitte Dezember wieder ein. Zwar war in dieser Saison kein Sieg dabei, jedoch konnte er einmal aufs Podium und mehrmals in die Nähe des Stockerls fahren. In Turin lief es für ihn nicht besonders gut, aber auch schlechtere Ergebnisse sind spätestens in der neuen Saison vergessen.

Steckbrief
Geboren: am 05.06.1978 in Bruck an der Mur
Nation: Österreich
Hobbies: Mountainbiken, Klettern, Wandern, Tennis, Golf, Schwimmen, Tanzen, Gitarre spielen
Web: www.goergl.com

Erfolge
Sein Weltcup-Debüt feierte Stephan Görgl am 28. Januar 2001 in Garmisch-Partenkirchen. Dort belegte er beim Super-G den 27. Platz und ergatterte gleich auf Anhieb die ersten Weltcup-Punkte. Es folgt ein Blick auf den bisherigen Karriereverlauf des Österreichers. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): GS (DNF)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): SG (21)

Weltcup:
Weltcupsieg Riesenslalom in Lenzerheide 2005
Weltcupsieg Super-G in Beaver Creek 2004
insgesamt 17 Top-Ten-Platzierungen

Europacup:
insgesamt zehn Siege