Der erste Slalom der Saison 2012/13 ist Geschichte, in Levi fand das Kräftemessen der TechnikerInnen statt. Wir zeigen euch die Highlights in Bildern und informieren euch zum Formstand der Stars.

Damen: Höfl-Riesch fängt Poutiainen ab
Strahlende Siegerin in Levi war die Deutsche Maria Höfl-Riesch. Dass ihr der Hang liegt, war bekannt - im Vorfeld war jedoch so viel über ihre Hüfte oder ihren Daumen gesprochen worden, dass man skeptisch sein durfte, ob die Olympiasiegerin schon voll da ist. Fazit: Sie ist's! "Es ist wunderbar, die Saison mit einem Sieg zu beginnen", freute sich Maria im Anschluss. Recht hat sie: Der Druck liegt nach diesem Rennen erstmal bei den Verliererinnen.

Schild, Zettel und Vonn müssen nachlegen
Die hießen in Levi Marlies Schild und Kathrin Zettel - die hoch gehandelten Österreicherinnen schieden in Levi im ersten Durchgang aus. Alexandra Daum konnte mit Rang neun und einem persönlich sehr guten Ergebnis das Resultat nur leicht korrigieren. Kein Drama, die (Slalom-)Saison ist noch lang. Ein weiterer Rückschlag in Aspen wäre aber schon ein kleines Problem, vor allem für Slalom-Dominatorin Schild. Neben Höfl-Riesch zeigten sich nämlich andere in guter Frühform: Tanja Poutiainen, auf ihrem Heimhang war das aber keine Überraschung. Mikaela Shiffrin, immer noch erst 17, fuhr gleich auf das Podium - stark! Tina Maze sammelte zudem als Vierte viele Punkte - und das dürfte auch Lindsey Vonn bemerkt haben. Denn nach deren schwachem Auftritt in Sölden sieht es immerhin nicht nach einem Durchmarsch in der Gesamtwertung aus. Langsam muss auch sie etwas zeigen.

Holdener beste Schweizerin
Der Slalom bleibt das Sorgenkind der Schweizerinnen - nur zwei Damen nahmen in Levi teil. Wendy Holdener gelang immerhin Platz elf - zeitgleich mit Christina Geiger, die für den DSV mit Barbara Wirth (20.) und Fanny Chmelar (24.) ein insgesamt gutes Ergebnis vervollständigte. Geärgert haben düften sich Katharina und Lena Dürr, die das Finale nicht erreichten. Stark in Levi waren die Schwedinnen, die mit Anna Swenn-Larsson (7.)  auch eines der ganz großen Talente in ihren Reihen wissen. Dazu kommen Sarah Hector (18.) und Nathalie Eklund (22.) und die Routiniers Therese Borssen (6.) und Maria Pietilae-Holmner (8.).

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Schweden dominieren Herren-Slalom
Zwei Schweden auf dem Podium, drei unter den besten Zehn: In Levi führte aus den Herren aus Skandinavien kein Weg vorbei. Andre Myhrer gewann knapp vor Marcel Hirscher und Jens Byggmark. Und auch aus deutscher Sicht war das Resultat gut: Der angeschlagene Felix Neureuther (er fuhr wegen seines Bandscheibenvorfalls mit einem Korsett ) wurde Siebter, Philipp Schmid überraschte auf Rang zehn und Fritz Dopfer sammelte als 16. auch Punkte. Der Bundestrainer kann mit diesem Ergebnis hochzufrieden sein.

ÖSV: Hirscher mit starkem Saisonstart
Marcel Hirscher hat nach zwei Rennen schon eine breite Brust. In Levi schrammte er knapp am Sieg vorbei. Seine gute Fahrt im Flachstück lässt erahnen, dass er sich hier noch weiter verbessert hat - eine Ansage für die Konkurrenz. Aber auch der sechste Platz von Reinfried Herbst nach starker Aufholjagd ist ein gutes Zeichen für den ÖSV. Mit Manfred Pranger auf Rang zwölf war noch ein dritter Österreicher an der Spitzengruppe dran. Aus Schweizer Sicht gab es nicht viel zu feiern: Markus Vogel schaffte es als einziger der fünf Starter ins Finale und belegte Rang 17. Das ist gut für ihn, aber kein Erfolg für die verwöhnte Ski-Nation.

Henrik Kristoffersen: Neues Gesicht im Slalom-Weltcup
In guter Frühform präsentierten sich auch die Italiener Manfred Mölgg und Patrick Thaler - für Mölgg war es bereits das zweite Top-Ergebnis des noch jungen Winters. Ivica Kostelic (Platz acht) kann sich hingegen sicher noch steigern. Zu beachten sein wird der junge Norweger Henrik Kristoffersen: Der Elfte von Levi ist immerhin elf Jahre jünger als Tagessieger Myhrer.

Kalle for President!
Servus, Kalle! Nach diversen gesundheitlichen Rückschlägen hat Kalle Palander sich in Levi vom Weltcup-Zirkus verabschiedet. Als Vorläufer ging er noch einmal auf die Piste und bekam einen goldenen Skischuh als Abschiedsgeschenk. Seinen Humor hat er jedenfalls noch nicht verloren. Er wolle nun finnischer Präsident werden, sich Kalle I. nennen und das Land in ein Großfürstentum und eine Steueroase verwandeln, ließ er mit einem Zwinkern verlauten. Na, vielleicht hat ihm Marco Büchel da zuviele Geschichten aus seiner Heimat erzählt ...