Aufatmen beim ÖSV: Marcel Hirscher hat beim Riesenslalom von Val d'Isére endlich für den ersten Saisonsieg für Österreich gesorgt - nachdem er diesen im Slalom noch an Lokalmatador Alexis Pinturault verloren hatte. Aus deutscher Sicht gab es zwei tolle zweite Plätze - der von Youngster Stefan Luitz darf als Sensation gefeiert werden.

Sieger in Val d'Isére

Eigentlich war Marcel Hirscher schon im Slalom drauf und dran, den ersten Sieg zu holen. Dort aber schlich sich der immens angriffslustige Alexis Pinturault noch an ihm vorbei - und der ebenfalls bärenstarke Felix Neureuther. Levi-Sieger Andre Myhrer folgte als Vierter und liegt damit vor Hirscher und Neureuther im Slalom-Weltcup vorn. Nicht abschreiben darf man in diesem Jahr Jens Byygmark (SWE) sowie Routinier Manfred Pranger (AUT). Fritz Dopfer konnte sich nach Platz elf im ersten Lauf noch um eine Position verbessern.

Mit einer gehörigen Position Entschlossenheit fuhr Hirscher dann im Riesenslalom in Lauf eins der Konkurrenz fast davon. Folgen konnte nur Pinturault, der Rest fiel ab. Aus dem Duell um den Sieg wurde aber nichts, weil Stefan Luitz das Feld gehörig aufmischte. Hirscher verlor auch gewaltig auf den Deutschen, brachte den Erfolg aber letztlich ungefährdet ins Ziel. Dort wusste er nun zweierlei: Ted Ligety ist schlagbar. Und die eigene Form stimmt. Wie viel Druck auf ihm vorab lag, mag man an diesem Zitat nach dem Erfolg erkennen: Er habe sehr viele Interviewanfragen bekommen, in denen thematisiert wurde, dass er nur noch Zweiter werde. Wenn er Zweiter werde und das nicht mehr reiche, dann sollen die Fragenden halt selber fahren.

Luitz fährt mal eben in die Weltspitze

25. nach dem ersten Lauf - eine tolle Leistung von Stefan Luitz. Als er nach dem finalen Auftritt souverän die Spitze übernahm, ahnte er nicht, wie lange er die Leaderbox würde behaupten können. 'Das Wunder von Val d'Isére', so war in den Zeitungen über die Aufholjagd des 20-Jährigen zu lesen. Luitz schaute freundlich und fröhlich und immer ungläubiger vor sich hin und winkte schüchtern in die Kameras, die historisches festhielten. Ein Fahrer nach dem anderen fiel zurück. Als auch der Zweitplatzierte Pinturault mit bösem Patzer die eigentlich sichere Führung verschenkte, stand der zweite Platz fest. "Ein unglaubliches Gefühl", befand Luitz, der das beste deutsche Riesenslalom-Ergebnis seit Jahrzehnten einfuhr. Max Rieger hatte 1973 zuletzt gewonnen, Tobias Barnerssoi war 1993 zuletzt Zweiter. Felix Neureuther sorgte mit seinem sehr guten vierten Platz für ein exzellentes deutsches Ergebnis, ein "richtiges Ausrufezeichen", so DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier. Das neue Top-Trio (auch wenn Fritz Dopfer in Frankreich leer ausging) profitiert nun schon kurzfristig von deutlich niedrigeren Startummern - Zahlen jenseits der 30 sind für Neureuther und Luitz erst einmal passé. Stefan Luitz - der neue Stern am deutschen Skihimmel? Der Erfolg weckt Hoffnungen, der Respekt, den große Namen wie Max Blardone im Zielraum dem Führenden zollten, zeugt von der Leistung an diesem Tag.

Schweizer Krise setzt sich fort

Markus Vogel als 18. im Slalom, Platz 22 für Dider Defago im Riesen, mehr war wieder nicht drin für die Eidgenossen. Positiv: Zwei Fahrer (Vogel und Reto Schmidiger, 28.) kamen ins Slalom-Finale. Negativ: In der Königsdiziplin gelang das eben nur Defago, sogar Carlo Janka verpasste. Zur trostlosen sportlichen Situation kommt nun noch ein interner Streit um die Einsetzung von Didier Cuche als Speed-Berater - Olympiasieger Defago kritisierte die Verbandsführung. Die Nerven liegen blank. In Gröden könnte ein Spitzenresultat die Wogen wieder etwas glätten.

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