Freeriden liegt im Trend. Überall in den Bergregionen tummeln sich die Liebhaber von Tiefschneehängen, naturbelassenen Abfahrten und Offpiste-Vergnügen. Wer aber keine Tipps von Einheimischen bekommt, muss sich mit den offensichtlichen Linien begnügen und dafür entweder früh aufstehen oder überdurchschnittlich risikofreudig sein. Wir haben uns für euch einmal im Allgäu genauer umgehört und einige der schönsten Freeride-Abfahrten zusammengestellt.

Aber Vorsicht! Der Spaß im Tiefschnee birgt allerlei alpine Gefahren. Die hier aufgezählten Abfahrten erfordern allesamt fundierte Lawinenkunde, eine komplette Lawinenausrüstung und regelmäßiges LVS-Training (mehr zu dieser Thematik findet ihr in unserem Skitouren-Special). 

 

Hochgrat/Rindalphorn

Das Skigebiet Hochgrat bei Oberstaufen ist ein Paradies für Freerider. Es bietet zwar nur eine einzige Gondelbahn, dafür aber viele Freeride-Optionen. Wer hier das Glück hat, nach frischem Schneefall die Hänge als erstes zu befahren, hat so endlose Möglichkeiten, dass sie garantiert für einen lohnenden Tag im Powder reichen.

Eine beliebte und nur wenig anspruchsvolle Variante ist beispielsweise jene, die in Fahrtrichtung links vom Skigebiet verläuft. Von der Gipfelstation folgt man dem Grat für wenige Schritte nach Westen und kann von hier aus in annähernd in gerader Linie zur Talstation gleiten.

Exposition: Nord, Hangneigung: steilste Stellen ca. 38°

Eine weitere Alternative ist die Abfahrt direkt vom Hochgrat. Der Gipfel liegt einen ca. 20-minütigen Fußmarsch entfernt und bietet neben dem anspruchsvollen Run auch ein fantastisches Panorama. Die Abfahrt ist jedoch nur bei sicheren Lawinenverhältnissen befahrbar, fast jährlich verlieren an diesem Hang risikofreudige Freerider ihr Leben.

Exposition: Nord, Hangneigung: Teilstellen über 40°

Eine weniger gefährliche, aber anstrengendere Tour führt auf das Rindalphorn. Um es zu erreichen, muss man vom Hochgrat entweder direkt (steil, oft lawinengefährdet) oder über den Hangrücken in den östlich liegenden Kessel abfahren und an der Gütlealpe die Felle aufziehen. Anschließend geht es wieder gut 300 Höhenmeter nach oben auf das Rindalphorn. Die lohnendste Abfahrt von diesem Gipfel ist sicher die nach Norden: Über eine, für Nagelfluh typische Rinne (ca. 35°) geht es östlich zum Sattel und von dort nach Norden bis ins Tal. Diese Variante ist nur bei viel Schnee empfehlenswert, da sonst ein fünf Kilometer langer Talhatscher zurück zum Parkplatz wartet.

Exposition: Nord, Ost, Hangneigung: steilste Stelle ca. 35°

Für das Gebiet rund um den Hochgrat ist die neue Alpenvereinskarte „BY1 Nagelfluhkette, Hörnergruppe“ empfehlenswert. In ihr sind neben zahlreichen Freeridevarianten und Skitouren auch Schutz- und Schongebiete eingezeichnet.

Hier geht es weiter mit Tourentipps und "Freeriden im Allgäu: Die fünf schönsten Gebiete zwischen Oberstaufen und Oberstdorf"