Auf der weltgrößten Sportartikelmesse sind die großen Ski-Brands in den Hallen A4 und A5 traditionell tonangebend. Alle Hersteller spüren den Druck einer bislang allenfalls durchwachsenen Saison, hoffen aber auf eine ordentliche Nachorder seitens des Fachhandels. Neue Innovationen sollen den eigenen Anteil am Kuchen groß halten - und so fokussieren sich die meisten Brands auf Kernsparten, auf High Performance Ski, Pisten- und All Mountain Rocker, aber auch mehr und mehr auf den Markt der Tourenskigeher.

Trend 1: Komfort auf der Piste

Die Pistenski der Saison 13/14 sind mit sehr wenigen Ausnahmen im Race-Sektor bei allen großen Brands gerockert - das ist keine große Neuheit. Leichtere Materialien wie Multi Layer Holzkerne sollen neben den neuen Rocker-Setups für mehr Leichtigkeit bei der Schwungeinleitung sorgen. Zudem ist Dämpfung ein wesentliches Thema. Wie lösen die Firmen den klassischen Rocker-Nachteil, die Vibrationen des Ski bei hohem Tempo? Die Lösungen dafür sind innovativ - und völlig verschieden. So konnte man bei Völkl (UVO) eine Technologie bewundern, die Schwingungen so abfängt, wie bei einem Hochhaus, das erdbebensicher sein soll. Atomic präsentierte die ARC-Technologie, ein frei schwebendes Interface zwischen Ski  und Schuh in einer Vertiefung des Ski. Das Kurvenfahren vereinfachen aber auch Gummieinlagen am Skiende (Stöckli). Völlig neue, oft schlankere Schaufel- und Enden-Geometrien (u.a. von K2, Rossignol, Dynafit) machen die Ski – vor allem im Tourenbereich – noch wendiger und dank Materialersparnis, etwa einer luftigen Wabenstruktur (von Rossignol), auch leichter.

Trend 2: Race steht nicht im Mittelpunkt

Sportliche, schmale Slalom- und ultraschnelle, längere Rennmodelle werden – zwar als Randsegmente – technisch weiterentwickelt und kommen zum Teil mit Rocker-Konstruktionen (u.a. von Fischer) an der Schaufel. Alle neuen On-Piste-Modelle bieten beste Laufruhe und Stabilität bei höchsten Geschwindigkeiten. Neu und unterstützend wirkt eine Art Rückgrat aus Karbon, dazu Seitenelemente, die wie Rippen quer über den Ski verlaufen (von Elan). Zusammen garantiert das Torsionsstabilität und macht die Ski extrem reaktionsfreudig in der Schwungeinleitung. Teilweise deckt nun nur noch ein einziges Rennmodell in unterschiedlichen Längen und angepasster Taillierung die Range von Slalom (155 bis 165 cm) bis Riesenslalom (170 bis 185 cm) komplett ab (Salomon).

Trend 3: Variabilität und viel Kontrolle - auch bei schlechten Bedingungen

Schwerpunkte legt die Industrie besonders auf Pistenski. Diese werden für die meisten Skifahrer nun noch einfacher und kontrollierter als bislang zu steuern sein. Schlagwort hier bleiben nach wie vor Allmountain-Ski zwischen 70 bis 80 mm Breite unter der Bindung, dazu breiterem Shape, Rockerbauweise vorne und teilweise auch am Skiende. Sie kommen mit stabileren Holzkernen, Material- und Gewichtsersparnis und neuen Bauweisen etwa beim Sidecut. Dynamische Sidecuts behalten vollständigen Schneekontakt, optimieren die Kraftübertragung und lassen ein dynamischeres Fahrverhalten zu (Blizzard). Andere neue Sidecuts legen den Ski nicht mehr nur auf einen Radius fest, sondern ermöglichen mehrere (u.a. Line). Allesamt Innovationen, mit denen die Hersteller – vorausgesetzt das Setup stimmt – vor allem bei den einst eher schwer handlebaren Allmountain-Modellen für laufruhige, harmonische und dennoch spritzige Ski trotz breiterer Bauweise sorgen (u.a. Nordica). Weitere Vorteile dieser Bauweisen: Klassische Freizeitfahrer kommen mit diesen neuen Ski den ganzen Tag über gut zurecht, inklusive Ausflüge in den Tiefschnee, ins verspurte Gelände oder im Schlechtschnee.

Trend 4: Free Touring - Tourenski mit Fokus auf der Abfahrt

Für alle, die ihre Erfüllung im Gelände sehen, wächst das Angebot im Vergleich zum Vorjahr. Viele der neuen Fullrocker Powder-Ski zeigen sich breiter und robuster, spielerischer und kräftesparender als bislang. Skimitten um die 130 mm sind keine Seltenheit und kommen mit zum Teil 70 Prozent Rocker-Vorspannung (u.a. Mountain Wave). Und auch hier wird am Gewicht gearbeitet: Leichter werden die Freerider, trotz Länge und Breite, was u.a. auf modernste Werkstoffe wie eine neue

Karbonfaser, Lithium, Aramid und Titanal (Völkl, Elan, Scott) oder etwa der Verwendung von Leichtholzkernen (u.a. Bambus, Blizzard) zurückzuführen ist. Entwickelt wurden diese auch im Hinblick auf die noch junge Freetouring Skikategorie. Zu ihr gehören Skifahrer, die mehr und mehr die Piste scheuen. Die mit leichten Ski (u.a. Nordica), auch aus der Produktion kleinerer Skihersteller (u.a. Movement), mit tourentauglichen Skibindungen und leichten Freemountain-Skischuhen (samt austauschbaren Sohlen und Walk-Funktion), lieber im Gelände bergauf unterwegs sind und beim Abfahren dennoch keine Kompromisse eingehen wollen.

Trend 5: Leichte Powder-Tourenski

Während wenige Hersteller Gewicht beim nach wie vor wachsenden Segment der klassischen Tourenski zulegen (La Sportiva), um die Abfahrts- und Wettkampfperformance zu steigern, setzt die Mehrheit im Backcountry-Segment ebenfalls auf Leichtigkeit. So kommen etwa Modelle auf den Markt, die nur noch knapp über ein Kilo auf die Waage bringen (Dynafit, Elan, Scott, Fischer). Sie versprechen mit innovativen Bauweisen weniger Ballast beim Anstieg, bringen dennoch Stabilität und Halt bei der Abfahrt, sowohl im Tiefschnee als auch auf der Piste. Innovativ zeigen sich traditionelle Tourenski-Shapes mit progressiven Rocker kombiniert. Das Ergebnis: Hybrid-Shapes (u.a. Black Diamond), die es mit moderaten Mittelbreiten unter 100 mm unter der Bindung schaffen, das Beste aus einem Powdertag herauszuholen, und das ganz ohne Mühen beim Spuren.

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