Es schien wie verhext: Ganz Österreich fieberte der ersten Medaille für das Herrenteam entgegen und wurde durch einen tapfer kämpfenden Romed Baumann erlöst: Bronze, immerhin. Ted Ligety hingegen fährt in der Form seines Lebens und holte im dritten Rennen, der Super-Kombination, seine zweite Goldmedaille. Silber sicherte sich Ivica Kostelic.

Raich patzt, Baumann springt in die Bresche
Ein Aufschrei des Entsetzens ging durch das Zielstadion in Schladming, als unter dem Flutlicht einer der größten Hoffnungsträger der Gastgeber einfädelte und ausschied: Benni Raich konnte die Misere Österreichs nicht beenden, trotz des vielversprechenden Abfahrtsresultats. Matthias Mayer versuchte alles, fiel aber im Slalom erwartungsgemäß klar zurück. Blieb nur Romed Baumann als Medaillenaspirant. Und der kämpfte, ackerte sich durch den Slalomhang. Ein erneutes Aufseufzen als er vor dem Zielhang kurz querstand. Würde es reichen, den bis dahin drittplatzierten Andreas Romar aus Finnland zu verdrängen? Es reichte - haarscharf. Bronze entspricht vielleicht nicht den hohen Ansprüchen des ÖSV - es ist aber um Welten besser als noch ein vierter Platz.

Ligety prescht zum zweiten Titel
Im Slalom trennte sich die Spreu vom Weizen. Titelverteidiger Christof Innerhofer, Adrien Theaux, Marc Berthod und auch Aksel Lund Svindal - sie alle fielen aus dem Rennen und ermöglichten so Baumann den Sprung auf Platz drei. Nur wenig kamen ansatzweise fehlerfrei durch, auch nicht der wohl beste Slalomfahrer im Feld - Kostelic. Nur bei Ted Ligety paarte sich Angriffslust und technisches Können in beiden Disziplinen, sodass 'Shred' völlig verdient nach dem Olympiagold 2006 (damals noch in der klassischen Variante) einen großen Kombinationstitel errang. Er hat damit bereits zwei Titel in der Tasche - vor dem heiß erwarteten Showdown mit Marcel Hirscher im Riesenslalom. Noch besser im Stangenwald war nur Alexis Pinturault, der aber in der Abfahrt zuviel Rückstand angehäuft hatte, um mehr als Platz sechs zu ergattern.

Die Basis für Bronze in der Abfahrt
Nach der Abfahrt hatten die Österreicher eine kleine Wiedergutmachung für die Niederlage in der Königsdisziplin feiern können: Romed Baumann (für die Spezialabfahrt nicht nominiert) lieferte eine bessere Zeit ab als der frisch gekürte Weltmeister Aksel Lund Svindal. Christof Innerhofer brachte sich als Dritter in Stellung, noch vor Adrien Theaux und Dominik Paris. Doch bereits dahinter lauerte mit Ted Ligety der erste gute Techniker mit nur rund acht Zehnteln Rückstand. Weitere 65 Hundertstel verlor Ivica Kostelic auf Position zehn und Österreichs Hoffnungsträger Benni Raich durfte mit Platz zwölf und insgesamt 1,52 Sekunden Rückstand sehr zufrieden sein - zu diesem Zeitpunkt trug er die Hoffnungen eines ganzen skiverrückten Landes - bis um etwa 18:50 Uhr Ortszeit.

Viletta mit Glück und Können auf Platz fünf
Sehr viel Glück hatte der Schweizer Sandro Viletta: Bei seinem Abfahrtslauf kreuzte ein Streckenposten die Piste. Viletta konnte zum Glück ausweichen und vermied einen mit Sicherheit haarsträubenden Unfall. Im Slalom (drittbeste Laufzeit!) verbesserte er sich sogar noch um elf Plätze und wurde damit als Fünfter bester Schweizer. Aus Deutschland war kein Starter nominiert worden.