Die Länge zählt eben doch - für Skifahrer vor allem die Pistenlänge. Je mehr sie abfahren können, ohne die Bretter abzuschnallen, desto besser. Dem Wunsch der Gäste nach mehr Pistenkilometern verdanken die Alpen auch diesen Winter wieder mehrere Skigebietszusammenschlüsse. Allen voran die Schweiz mit Verbindungsbahnen zwischen Grimentz und Zinal, in den 4 Vallées zwischen Verbier und Bruson sowie zwischen Arosa und Lenzerheide in Graubünden. In Österreich sorgen neue Bahnen in Wagrain und Lech für ein Plus an Pisten-Abwechslung.

Auenfeldjet sorgt für Freude bei Besuchern in Lech und Wagrain
Das größte der neu zusammengefügten Skigebiete in Österreich entsteht durch den Auenfeld-Jet im Bundesland Vorarlberg. Diese Zehnergondelbahn überbrückt die Lücke von zwei Kilometern, die bislang zwischen den Skigebieten Lech/Zürs und Warth/Schröcken klaffte. Neue Pisten erschließt die fast horizontal verlaufende Bahn nicht. Warum auch? Die Areale kommen auch mit dem vorhandenen Pisteninventar auf 190 Kilometer Abfahrten. Durchkreuzen kann man dieses Netz aber nur mit dem Arlberg-Skipass. Mit dem 3-Täler-Skipass, der außer in Warth/Schröcken in weiteren Skigebieten des Bregenzerwaldes gilt, ist am Drehkreuz des Auenfeld-Jets kein Durchkommen (www.auenfeldjet.at).

Lückenlose Verbindung von Verbier und Bruson

Nur etwas größer wird das zusammenhängende Skigebiet der 4 Vallées im Schweizer Kanton Wallis. Eine neue Bahn mit Achtergondeln führt von Le Chable nach Mayens de Bruson und sorgt so für die lückenlose Verbindung von Verbier ins kleine Skigebiet Bruson. Der Wermutstropfen ist, dass es von Verbier aus keine Abfahrt nach Le Chable gibt - man muss also per Gondel zu Tal fahren, um dann auf der anderen Talseite wieder bergwärts zu liften. Auf die postulierten 412 Pistenkilometer kommen die 4 Vallées durch die Vereinnahmung der paar Abfahrten Brusons aber immer noch nicht (www.4vallees.ch).

Pendelbahn Grimentz-Zinal
Die längste der zum Winter 2013/2014 debütierenden Verbindungsbahnen ist die 3,5 Kilometer lange Pendelbahn von Grimentz ins Skigebiet des Nachbarorts Zinal. Die beiden Großkabinen fassen jeweils 125 Personen. Zusammen kommen durch sie zwei hochalpine Skigebiete, die vor allem für Freerider und sportliche Skifahrer reizvoll sind. Die Abfahrt von der fast 2900 Meter hohen Corne de Sorebois nach Grimentz, die Piste du Chamois, hat mehr als 1400 Höhenmeter und ist rabenschwarz. So mancher dürfte die Kabinenbahn also auch für den Rückweg nutzen. Unter den insgesamt 115 Pistenkilometern sind aber auch reichlich weniger anspruchsvolle Strecken (www.rma.ch).

Zusammenschluss von Arosa und Lenzerheide
Volle 225 Pistenkilometer versprechen die Werber für das neue "Traumpaar" Arosa/Lenzerheide, das damit zum größten Skigebiet Graubündens aufrückt. Auch dort erfolgt die Verbindung ohne Erschließung neuer Pisten: Eine Seilbahn überspannt den Taleinschnitt, der die beiden Gebiete bisher voneinander trennte. Die beiden Kabinen der sogenannten Funifor können je nach Andrang gemeinsam in die eine oder die andere Richtung oder gegenläufig verkehren - Wartezeiten beim Wechsel zwischen den Gebieten sollen so kein Thema sein. Auf die ursprünglich geplanten zusätzlichen Abfahrten wurde übrigens aus Gründen des Landschaftsschutzes verzichtet (www.arosalenzerheide.ch).

G-Link in Wagrain
Ziemlich gigantisch muten die Kennziffern der Bahn an, die ab dem kommenden Winter die beiden Wagrainer Skiberge Grafenberg und Grießenkareck verbinden wird: Mit Kabinen für 130 Personen, einem maximalen Bodenabstand von 232 Metern und einem freien Spannfeld von über zwei Kilometern Länge stellt der G-Link eine technische Meisterleistung dar. Mit 14,5 Millionen Euro hat diese auch einen stattlichen Preis. Der Lohn ist lückenloses Skifahren auf insgesamt 120 Pistenkilometern durch die Salzburger Sportwelt zwischen Flachau und Alpendorf. Die Eröffnung ist für den 29. November geplant (www.g-link.at).