Familien haben es bei der Wahl des Skiurlaubsorts nicht leicht: Die Kleinen sollen auch mal toben dürfen, man braucht einen liebevollen Skilehrer für die ersten Schwünge - und einen Urlaubs-Preis, den auch die junge Familie bezahlen kann. Glücklicherweise gehen heute immer mehr Wintersportorte gezielt auf die Bedürfnisse von Familien mit kleinen Pistenflitzern ein. Wir stellen zehn besonders kinderfreundliche Beispiele vor. 

Jungholz: Zauberteppich und Wellenschnee 
Wann sind wir endlich da? Diese Frage kennen vermutlich alle Eltern. Schnell da und gut erholt sind Familien in der Tiroler Enklave Jungholz im Allgäu. Nur eine Viertelstunde braucht man von der (deutschen) Autobahn ins (Tiroler) Skigebiet. Das Skigebiet ist klein (zehn Pistenkilometer), aber voll beschneit und mit topmodernen Liften ausgestattet - die beiden Sesselbahnen besitzen spezielle Kindersicherungen. Die Attraktion für die Kleinen bildet natürlich das N'Ice-Bear-Kinderland mit Zauberteppich und Wellenschneepiste. Frierenden Häuptlingen empfiehlt sich ein Besuch des Sioux-Dorfs oder der beiden Wärme-Märcheniglus. Fix voran geht es in der Skischule: Sie bietet Zwei-, Drei- und Viertagekurse für Ski oder Board. 

Kleinwalsertal: Mit Burmi zur Medaille 
Kinder wollen nicht nur Bogen fahren lernen - sie wollen auch spielen. Deshalb braucht eine gute Skischule für die Kleinen den angegliederten Skikindergarten. Vorbildlich funktioniert das zum Beispiel im Kleinwalsertal. Dort ist Burmi zu Hause. Burmi ist ein Murmeltier und der Liebling aller Kinder. Man trifft ihn mal im Kids Ground Funpark am Schwandlift, dann wieder beim Langlaufkurs für Kinder oder in seiner eigenen Gondel an der Parsennbahn, natürlich auf der Burmi-Abfahrt am Heuberg oder auf den vielen anderen Kinderskibergen. Im Burmi-Club der sieben Skischulen macht er eine Riesengaudi und hängt natürlich zum Abschluss bei der Siegerehrung allen die Medaillen um. 

St. Johann in Tirol: Funslope und Flying Fox 
Stress? Nein danke. Kilometerfressen? Das muss auch nicht sein. Dafür glänzen die Skihänge am Harschbichl über St. Johann in Tirol mit sanften Pisten. Und die Preise sind auf dem Boden geblieben. Kinder ab drei Jahren finden im Zwerglöwenland mit Bobo, dem Pinguin, einen neuen Freund und im speziellen Kinderrestaurant Geborgenheit, Spaß und Rundum-Betreuung. Die Größeren stürzen sich derweil mit oder ohne Skilehrer in die "Funslope", ein trendiges Spaßskigelände mit Steilkurven, Wellen, Obstacles und Tunneln. An drei Tagen in der Woche öffnet zudem der "Flying Fox", ein luftiges Rutschabenteuer, bei dem Kinder ab acht Jahren im Klettergut die Stahlseile hinab sausen dürfen. Entspannung nach so viel Action bietet die Panorama Badewelt mit ihrem großen Sport- und dem 33 Grad warmen Außenbecken. 

Pitztal: Bis zehn Jahre kostenlos am Lift 
Hoch hinauf geht es im Pitztal: Das Gletscherskigebiet markiert den höchsten per Ski erreichbaren Punkt in Österreich. Preise und Gastgeber sind trotzdem bodenständig geblieben. Im Hochzeiger-Skigebiet weiter vorn im Tal fühlen sich Kids ab drei Jahren im Bambini-Park wohl. In dem 7000 Quadratmeter großen Spiel- und Übungsareal ist Spaß pur angesagt. Und im Zeigerrestaurant auf der Mittelstation werden in Pitzis Kinderrestaurant 160 Sitzplätze eigens für Skischulkinder freigehalten. Am Pitztaler Gletscher geht der Nachwuchs in 2840 Meter Höhe ins Kinderland. Ein prima Angebot für klamme Familienkassen ist auch, dass Kinder bis zehn Jahre im Pitztal gratis Lift fahren dürfen, wenn wenigstens ein Elternteil einen Skipass kauft. 

St. Anton: Hase Hoppl und die Schneemannkarte 
Ohne Gaudi geht es nicht. Mit diesem Motto hat sich St. Anton am Arlberg gut auf kleine Gäste eingestellt. Das Wochenprogramm in den vier Skischulen ist gespickt mit Attraktionen wie Tombola und Kinder-Après-Ski. Stets gut gelaunt betreuen die beiden Maskottchen Kiki und Hase Hoppl den Nachwuchs ab zweieinhalb Jahren. Geübt wird in mehreren Märchenwiesen und Geländegarten direkt neben der Talstation und oben am Skiberg Gampen. Auch mittags können die Eltern auf den weltberühmten Pisten unter der Valluga weiterwedeln: Denn dann gibt's in Hoppls Zirkusrestaurant am Gampen, in Hoppls Piratenrestaurant in Nasserein und im Westernsaloon auf dem Rendl aus großen dampfenden Töpfen Makkaroni mit Soße, Schnitzel und natürlich Pommes. Kinder bis acht Jahre haben übrigens den ganzen Winter lang mit einer Schneemannkarte für zehn Euro freie Fahrt an allen Liften. 

Aletschgebiet: Autofrei im Chaletdorf 
Die Unterkunft: Bezahlbar muss sie sein, heimelig und Platz genug bieten für Bewegungsdrang an Schlechtwettertagen. Und Platz zum Spielen vor der Haustür braucht ein kleiner Urlauber auch. Den findet er reichlich in den hübschen Chalet-Dörfern Bettmeralp und Riederalp hoch über dem Rhonetal im Oberwallis in der Aletsch Arena. Vor Straßenverkehr muss hier keine Mutter Angst haben; denn die einzige Verbindung von der Welt in das Almdorf sind zwei große Kabinenbahnen - die Autos müssen unten bleiben. "Unsere Gäste wollen endlich mal wieder Zeit haben für ihre Kinder", meint Tourismuschefin Monika Gottsponer. Ihnen reicht das nette Skigebiet und die gemütliche Stube. Und Kinderbetreuung gibt es natürlich auch. Skizwerge werden ab zweieinhalb Jahren betreut, in Bettmeralp sogar ab dem Laufalter. Babysitter vermitteln die Tourismusbüros, neben der Kapelle lockt ein Schlittelhang. So schön kann Winterurlaub sein.

Fleimstal: Skipass gilt fürs Hallenbad 
Kinder und Hotels vertragen sich gewöhnlich nicht: Feste Essenszeiten, Ruhe in den Räumen und die steife Etikette im Speisesaal schaffen Probleme für kleine Gäste. Nicht so in Italien: Hier wird den Bambini (fast) alles erlaubt. Organisierte Angebote für den Nachwuchs sind jedoch Mangelware. Ein lobenswertes Gegenbeispiel bildet das Fleimstal (Val di Fiemme). Dort gibt es historische Bergdörfer mit schmackhafter Trentiner Kost statt gesichtsloser Hotelsiedlungen und nicht weniger als neun Kinderareale für kleine Schlitten-, Bob- und Snowtube-Piloten. Auf den sonnigen, baumfreien Hängen hat die ganze Familie gemeinsam Spaß. Und nach dem Pistenvergnügen geht es ins Eislaufstadion oder in die beiden Hallenbäder - kostenlos, denn der Skipass gilt auch dort. 

Les Arcs: Kinderbetreuung ab vier Monaten 
Frankreich, das gelobte Land der schneeverrückten Skiurlauber, ist eigentlich für Urlaub mit Kindern zu weit entfernt. Und doch: Die familiäre Mentalität der Franzosen, die prinzipiell mit Kind und Kegel fahren, lohnt auch die weiteste Anreise. Besonders in ein Super-Skigebiet wie Les Arcs: An den familienfreundlichen Vierersesselbahnen gibt es kein Anstehen, der fantastische Schnee verhindert zuverlässig vereiste oder abgeschrappte Pisten. Mit Kindern ist man am besten im "Basis-Camp" Les Arcs 1600 aufgehoben; denn in den zwei oberen Dörfern quartieren sich mehr die sportlichen Cliquen ein. Bereits im zarten Alter von vier Monaten darf man in Les Arcs in die Kinderkrippe; für jede weitere Altersstufe gibt es perfekt abgestimmte Angebote. Da werden auf Wildlehrpfaden Tierspuren erkundet, für Zehnjährige gibt es einen Trapperkurs mit Iglubauen und Schneeschuhtour. 

Lenggries: Stippvisite in der Villa Lustig 
Wochenend-Trubel aus nahen Großstädten und die damit verbundenen Liftschlangen zehren an der Geduld von Kindern und Eltern. Deshalb sind die deutschen Alpen nur bedingt für Skiurlaub mit Kindern zu empfehlen. Eine Ausnahme bildet Lenggries: Am sonnigen Jaudenhang im Ortsteil Wegscheid liegt die Villa Lustig, ein Kinderskiparadies mit knallbunten Figuren, Wellenbahnen und Steilwandkurven. Das Besondere hier: Für den spielerischen Unterricht in kleinen Gruppen von maximal sieben Kindern muss man sich nicht anmelden, sondern kommt einfach vorbei und kann stundenweise mit dem Kind ausprobieren, ob es ihm bereits Spaß macht. Die Wahrscheinlichkeit ist groß - dank eines vielfach prämierten Ausbildungssystems und dank der tollen Infrastruktur mit Schneekarussell, Snow-Tubingbahn und Wärmestube. 

Thüringer Wald: Coole Kurse am Inselsberg 
Es müssen nicht immer die Alpen sein. Gerade für Ski-Anfänger reicht auch allemal ein Mittelgebirgshang. Zum Beispiel in Tabarz. Der hübsche Ort im Thüringer Wald ist einfach wie gemacht für eine Winterfrische mit der ganzen Familie. Die DSV-zertifizierte Skischule besitzt ein liebevoll gestaltetes Lerngelände am Kleinen Inselsberg zu unschlagbaren Preisen: Der Tagesgruppenkurs (drei Stunden) kostet ganze 15 Euro. Mit den Fortgeschrittenen geht es dann an den "Großen Inselsberg" oder nach Brotterode. Wenn der Schnee mal ausbleiben sollte, helfen Schneekanonen nach. Zudem lockt eine Sommerrodelbahn am Kleinen Inselsberg. Der ganz große Hit ist natürlich das Freizeitbad Tabbs, das mit tropischen Temperaturen und Palmen zum wohligen Badespaß einlädt, während draußen der Frost klirrt.