Der Bodensee-Rundwanderweg? Ist das nicht eher etwas für Radfahrer … solch ein Gedanke kommt Vielen in den Sinn, wenn sie an den rund 260 Kilometer langen Wanderweg rund um den Dreiländersee denken. Oft verlaufen die beiden Routen von Wander- und Radweg aber auf verschiedenen Strecken und bieten deshalb auch verschiedene Eindrücke. So gibt es eine recht große Zahl an Wiederholungstätern, die sich nach dem Radweg auch dazu entschließen, den drittgrößten See Mitteleuropas einmal zu Fuß zu umrunden.

Was gute Radfahrer an zwei bis drei Tagen schaffen, dazu braucht man selbst als guter Läufer mindestens 8 bis 10 Tage. Wer sich Zeit lassen will für die vielen, teils hochkarätigen, Sehenswürdigkeiten am Weg, wer auch mal einen Sprung ins kühle Nass an einem der unzähligen Freibäder wagen will oder wer einfach nur die wunderschöne Landschaft genießen möchte, der wird erheblich länger unterwegs sein. 2 Wochen Urlaub sind dann schon eher das Mindestmaß.

Die meisten Weitwanderer am Bodensee werden wohl von der Mischung aus Kultur und Natur angelockt. Kaum eine Region hat so viele Kultursehenswürdigkeiten parat wie die Landschaft zwischen Bregenz und Schaffhausen. Dabei kann jeder für sich selbst entscheiden was sein persönlicher Favorit ist. Barocke Perlen wie die Walfahrtskirche Birnau oder tausendjährige Romanik auf der Insel Reichenau, moderne Sachlichkeit in Bregenz oder pures Mittelalter in Konstanz und Meersburg.

Die Natur steht der Kultur in nichts nach. Auch hier ist die Auswahl grandios und so unterschiedlich wie sie nur sein kann. Endlose Schilfflächen wie in den Vogelschutzreservaten Wollmatinger Ried und der Halbinsel Mettnau stehen im krassen Gegensatz zu den wilden Schluchten der Marien- und Katharinenschlucht oder des Hödinger Tobels. Alles andere überragend ist aber das stete Panorama der Alpen über dem mal spiegelglatten, mal wild schäumenden Bodensee. An klaren Herbsttagen oder bei Föhn reicht die Rundumsicht von der Zugspitze bis zur Bernina, und weiter über den Tödi bis zu Eiger, Mönch und Jungfrau. Ist die Luft im Winter besonders trocken und kalt funkelt sogar der Firndom des Mont Blanc ganz weit rechts am Horizont.

1. Etappe - Von Konstanz nach Bodman
Insel Mainau, Teufelstisch, Katharinen- und Marienschlucht sind die Höhepunkte dieser recht langen aber ausgesprochen kurzweiligen ersten Etappe des Bodensee-Rundwanderwegs. Wer auch noch Kultur höchsten Niveaus einbauen möchte, benutzt besser das Kursschiff vom Konstanzer Hafen zur Insel Mainau und beginnt die Wanderung auf der weltberühmten Blumeninsel im Bodensee.

Der Weg entlang dem Überlinger See ist stellenweise überraschend schmal, aber nie schwierig. Ganz anders dagegen die Variante durch die Katharinen- und Marienschlucht.
1. Etappe - Von Konstanz nach Bodman

2. Etappe - Von Bodman nach Unter-Uhldingen
Die zweite Etappe des Bodensee-Rundwegs ist eine Panoramawanderung, die nur schwer zu überbieten ist.

Nach dem langen Anstieg zum Haldenhof führt die Route beständig über dem fjordartigen Überlinger See bis nach Überlingen, das „badische Nizza“.

Die barocke Wallfahrtskirche Birnau und die stein- und bronzezeitlichen Pfahlbauten in Unteruhldingen sind die kulturellen Höhepunkte dieser Strecke.
2. Etappe - Von Bodman nach Unter-Uhldingen

3. Etappe - Von Unter-Uhldingen nach Friedrichshafen
Gleich zu Beginn wartet die dritte Etappe des Rundwanderweges mit zwei kulturellen Höhepunkten auf. In Unteruhldingen, in einer geschützten Bucht unweit des Hafens, stehen die Nachbauten verschiedener Pfahlbauten aus der Stein- und Bronzezeit.

Nur eine Stunde Gehzeit ist es von hier nach Meersburg. Man kann darüber streiten, ob Meersburg als Gesamtes die wichtigste Sehenswürdigkeit am Bodensee ist oder nicht. Im Sommer sind sich die Massen der Touristen darüber einig, in der Nebensaison dagegen ist die historische Stadt über dem See so romantisch (und fotogen) wie weit und breit kaum eine andere.
3. Etappe - Von Unter-Uhldingen nach Friedrichshafen

4. Etappe - Von Friedrichshafen nach Lindau
So quirlig und modern sich Friedrichshafen gibt, so ganz anders wirkt auf einen die Inselstadt Lindau. Hier moderne Messehallen, internationaler Flughafen und breite Industriegürtel, dort enge Gassen, malerische Plätze und historische Kirchen, alles bereits von weiß-blauem, bayrischem Charme angehaucht.

Aber auch zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Städten gibt die vierte Etappe einiges her. Man wandert durch das Naturschutzgebiet Eriskircher Ried und passiert bei Langenargen die Kabel-Hängebrücke über die Argen - quasi ein Modell der Golden Gate Bridge.
4. Etappe - Von Friedrichshafen nach Lindau

5. Etappe - Von Lindau nach Rheineck
Drei Länder auf einen Streich! Vom bayerischen Lindau führt die fünfte Etappe ins österreichische Bregenz und dann über den Rhein in die Schweiz.

Die sehr lange Etappe lässt sich ohne weiteres auf zwei Tage aufteilen. In diesem Fall geht man von Lindau die Variante über den Pfänder nach Bregenz, und setzt anderen Tags die Tour durch das Rheindelta ins schweizerische Rheineck fort.
5. Etappe - Von Lindau nach Rheineck

6. Etappe - Von Rheineck nach Romanshorn
Die sechste Etappe wartet mit drei Städten auf, die drei sehr verschiedene Auftritte haben.

Mit seinem mehr als sehenswerten Automobil- und Automatenmuseum ist Rorschach die Technikstadt am Schweizer Ufer. Arbon war schon zur Römerzeit eine wichtige Handels- und Hafenstadt am See, Romanshorn ist der südliche Brückenkopf der wichtigen Fährverbindung nach Friedrichshafen. Unser Tipp: Teilen Sie die Etappe in zwei Tage auf und übernachten Sie in St. Gallen.
6. Etappe - Von Rheineck nach Romanshorn

7. Etappe - Von Romanshorn nach Kreuzlingen
Die Wegführung zwischen Romanshorn und Kreuzlingen ist denkbar einfach: Immer am Seeufer entlang laufend, allem Verkehr möglichst aus dem Weg gehend. Da sich auf dieser Etappe ein Strandbad an das nächste reiht, sollte man unbedingt genügend Zeit einplanen für den einen oder anderen Sprung ins kühle Nass. In Kreuzlingen lohnt sich der Besuch des Seemuseums in der Seeburg am Hafen.
7. Etappe - Von Romanshorn nach Kreuzlingen

8. Etappe - Von Kreuzlingen nach Steckborn
Auch wenn die Etappe relativ kurz ist, gibt es doch soviel zu sehen und so viele Möglichkeiten für Abstecher und Varianten, dass man so richtig lange unterwegs sein kann. Keineswegs lasse man sich dazu verleiten, die 17 Kilometer mal so kurz an einem halben Tag abzuspulen.
8. Etappe - Von Kreuzlingen nach Steckborn

9. Etappe - Von Steckborn nach Stein a. Rhein
Sicher, was für die achte Etappe galt, gilt für die Strecke von Steckborn nach Stein am Rhein erst recht. Zudem könnte man beide Etappen in einem Stück auch als Tagesetappe angehen, denn diese ist noch kürzer als die vorherige.

Aber sie bietet noch mehr zu sehen und hat dazu noch eine Variante „oben herum“, die der Hauptroute unbedingt vorzuziehen ist. Außerdem wartet am Ende noch der Abstecher zur hoch über Stein am Rhein liegenden Burg Hohenklingen - ein absolutes Muss!
9. Etappe - Von Steckborn nach Stein a. Rhein

10. Etappe - Von Stein a. Rhein nach Radolfzell
Einen Spaziergang auf der Halbinsel Höri unternehmen heißt, in den Fußstapfen berühmter Künstler zu wandern.

Schon Hermann Hesse, Otto Dix, Erich Heckel, Max Ackermann und viele andere Maler und Schriftsteller hatten Auge und Gespür für die Schönheit und Anmut der Landschaft zwischen Öhningen und Radolfzell. Bis heute hat sich nicht viel geändert und so übt sie auf viele noch immer die gleiche Faszination aus wie vor 100 Jahren.
10. Etappe - Von Stein a. Rhein nach Radolfzell

11. Etappe - Von Radolfzell nach Konstanz
Auch der schönste Weg findet leider irgendwann ein Ende. Aber der Wandertag auf dem Bodanrück gehört zu einer der schönsten Strecken der zurückliegenden 250 Kilometer. So werden die letzen Kilometer durch eine einmalige, von der Eiszeit geprägte Landschaft versüßt, bevor man schließlich wieder zur Imperia am Konstanzer Hafen zurückkehrt.
11. Etappe - Von Radolfzell nach Konstanz