Ihr gebt alles auf: euren Job, eure Wohnung, eure ganzen Sicherheiten. Nur um euch einen Traum zu erfüllen, dem Traum vom unabhängigen Reisen durch die Welt. Glückwunsch zu dieser Entscheidung! Diese Erfahrungen wird euch niemand mehr nehmen können. Und seid euch gewiss: Am Anfang weiß kein Reisender ganz genau, was die Zeit „on the road“ bringen wird. Vor allem aber weiß man nicht, ob bzw. wie lange das Geld reichen wird.

Alle Bedenken solltet ihr beiseiteschieben, denn auch mit wenig Geld lässt sich die Welt bereisen! Ein wenig planen sollte man allerdings schon, wenn man mit einem knappen Budget möglichst lange in die Ferne möchte. Hier ein paar Tipps, wie ihr eure Finanzplanung am besten handlen könnt.

 

Tipp 1: Verschafft euch einen Überblick

Bevor ihr die Reise startet, macht euch bewusst, wie viel Geld ihr habt, wie lange ihr ungefähr reisen möchtet und was ihr in etwa alles sehen und bereisen wollt. Natürlich kann man nicht von vornherein alles genauestens planen, aber eine vage Vorstellung von dem, was auf euch zukommen wird, solltet ihr schon haben.

Was nun wichtig ist, ist das errechnete Tagesbudget für deinen gewünschten Reisezeitraum (Guthaben/Reisezeit in Tagen = Tagesbudget). Ausgenommen davon sollten Sonderausgaben sein, wie zum Beispiel die Flugtickets für Hin- und Rückreise oder Kosten für den Erwerb/die Miete eines Vans. Diese sollten separat eingeplant werden.

Dieses Tagesbudget solltest du dir während deiner gesamten Reise immer vor Augen halten. Du hast mal einen Tag mehr ausgegeben? Macht nichts, dafür wird am nächsten gespart oder es wird gejobbt, um das Taschengeld aufzubessern. Um einen guten Überblick über deine Ausgaben zu behalten, empfehle ich die App trail wallet, die es allerdings nur für das IPhone gibt.

Deine Berechnungen haben ergeben, dass es unter 20 Euro pro Tag wären? Nicht schlimm, wenn dein Reiseziel noch nicht feststeht. Ideal zum Reisen mit wenig Geld sind beispielsweise die Länder Kambodscha, Thailand, Vietnam und Laos.

 

Tipp 2: Preise vergleichen

Es ist einfach, das erste vorgeschlagene Hostel zu buchen, doch lohnt es sich auf Dauer, die Preise zu vergleichen. Egal ob es sich um Übernachtungen, Essen oder die Miete für einen Campervan handelt, jeder Cent ist Gold wert. Sparst du beispielsweise auf einer einjährigen Reise jeden Tag nur einen Euro, hast du am Ende 365 Euro mehr zur Verfügung, von denen du dir in einigen Ländern eine oder zwei Wochen „puren Luxus“ gönnen kannst.

Für fast jede Angelegenheit gibt es gute Vergleichsportale, die dir die günstigsten Möglichkeiten zeigen. Um preiswerte Flüge zu buchen, besucht man am besten skyscanner.de oder kayak.de. Hotels/Hostels kann man gut über tripadvisor.de, agoda.de oder auch skyscanner.de buchen.  airbnb.de bietet zum Teil günstige Privatunterkünfte, es lohnt sich auf jeden Fall, ein wenig zu recherchieren und Preise zu vergleichen. Hier findet ihr eine Auflistung von sinnvollen Apps für Reisende.

Zusatztipp: Verhandelt, wo immer es geht. Seid nett, sympathisch und berichtet von euren bisherigen Erfahrungen und weiteren Plänen. Wenn ihr nebenbei erwähnt (ohne dabei allzu penetrant nach Mitleid zu suchen), mit welch knappem Geld ihr die Welt entdecken wollt, werden euch vielleicht ein Paar Prozent Backpacker-Discount gewährt.

 

Tipp 3: Unnötigen Ballast loswerden
Ein Designer-Shirt, was nie getragen wird, ein paar Töpfe, die nur Staubfänger sind oder technische Geräte, die man nicht mehr braucht, können euer Budget um einiges aufstocken. Nehmt euch vor der Reise die Zeit und mistet ordentlich aus. Dank Ebay-Kleinanzeigen, Kleiderkreisel oder ähnlichen Portalen wird es uns ermöglicht, die Sachen schnell und problemlos online zum Verkauf anzubieten - falls man keine Lust auf einen üblichen Flohmarkt hat. Selbst wenn keine Riesen-Erlöse sprudeln, kann jeder gesammelte Euro am Ende bedeuten, dass ihr vielleicht einige Tage mehr reisen könnt oder ihr in der Lage seid, euch den sehnlichst erwünschten Fallschirmsprung zu leisten.

 

Tipp 4: Reisebuddy suchen

Ein Reisepartner hat viele Vorteile: Man teilt die Erlebnisse, fühlt sich sicherer, hat jemandem zum Austauschen und … man spart ordentlich Geld! Du magst es lieber alleine und unabhängig zu reisen oder hast keinen Freund, der mit dir kommt? Absolut nicht schlimm, denn gerade während einer Reise lernt man ständig neue Leute kennen und man wird merken, dass viele Leute die gleichen Reiseziele anstreben und das Gleiche vor haben wie ihr. Eine gute Gelegenheit, sich mit einer (oder mehreren) Person(en) zusammen zu tun und, so lange euch danach ist, gemeinsam die Welt zu erkunden. Wenn ihr zum Beispiel gerne in einem Campervan durch Kanada reisen würdet, doch das mit eurem Budget nicht möglich wäre, dann sucht euch einen Reisebuddy, der genau das Gleiche vor hat und teilt euch mit ihm die Miete (und das Essen, die Abenteuer...).

 

Tipp 5: Ans neue Leben gewöhnen

… und zwar so schnell wie möglich. Kaum kommt man aus seinem Alltag und der gewohnten Komfortzone raus, muss man sich erst einmal neu orientieren - und das betrifft besonders die Ausgaben während einer Reise. Kaffee hier, Sandwich da, vielleicht auch mal ein neues Shirt... das war man bis zur Reise vielleicht so gewöhnt, wenn man aber mit einem schmalen Budget unterwegs ist, sollte man sich auf das wirklich Wesentliche beschränken. Es ist völlig normal, dass gerade am Anfang mehr ausgegeben wird, also keine Panik. Sobald ihr euch an die neue Lebenssituation angepasst habt, wird es euch mit Leichtigkeit gelingen, hier und da ein paar Euro einzusparen - und anstatt zum Schnellimbiss zu gehen, vielleicht doch besser selbst zu kochen.

 

Tipp 6: Werde eine digitale Nomade!

Falls ihr noch nie davon gehört habt, hier erst einmal eine Erklärung: Digitale Nomaden sind Personen, die dank der modernen Technik von heute (Laptop und mobiles Internet) von überall aus arbeiten können. Sei es zum Beispiel als Programmierer, Blogger, Übersetzer oder Redakteur. Am besten eignen sich Jobs, bei denen nicht viel Rücksprache mit Kollegen/Kunden gehalten werden muss, denn die Kommunikation nach außen kann ab und an während der Reise leiden, nicht zuletzt wegen der Zeitverschiebung. Das beste Beispiel für eine digitale Nomade findet ihr hier. Wenn ihr also die Fähigkeiten habt, um mit dem Laptop Geld zu verdienen, bemüht euch frühzeitig um einen Job. Man hat während der Reise ein mehr oder weniger festes Einkommen, wenn man bereit ist, ein wenig Reisezeit für die Arbeit zu opfern.

Es gibt noch viele andere Wege und Mittel, um mit einem schmalen Budget zu reisen. Vielleicht findet ihr eure eigene Art und Weise wie es funktionieren kann. Viel Spaß dabei und safe travels!