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Andermatt+Sedrun+Disentis: Drei Orte für ein Halleluja

12. Februar 2019 | Skiinfo | SkiArena Andermatt Sedrun (Anzeige)

Skigebiete in diesem Artikel: Skiarena Andermatt-Sedrun, Disentis 3000

Andermatt+Sedrun+Disentis: Drei Orte für ein Halleluja- ©SkiArena Andermatt-Sedrun-Disentis

Abseits der Piste am Gemsstock

Copyright: SkiArena Andermatt-Sedrun-Disentis

Das Gebiet Andermatt+Sedrun+Disentis ist das Tor zum Skisport, bewegt sich zwischen Tradition und Moderne, ist ein Kraftwerk für Urlauber und bietet Ruhe hoch oben in den Bergen.

 

Einst war das Überleben in den unberührten und armen Bergdörfern für seine Bewohner nicht ganz einfach: Raue Winter, lange Transportwege und Hungersnöte taten das Ihrige. Solche Umstände machten jedoch erfinderisch und heute vereint Andermatt, Sedrun und Disentis eine Erkenntnis: Sie setzten auf den Tourismus und haben damit Erfolg. Mit ihren mächtigen 3000ern und modernen Skigebieten wurden sie inmitten des Gotthard-Massivs zu Oasen der Auszeit, ohne dem Après-Ski-Wahn zu verfallen, denn vieles ist noch echt geblieben: Land, Leute, Brauchtum sowie Skitourismus sind Schweizerisch geerdet und einer tiefgehenden Tradition verbunden, dennoch stets innovativ mit dem Blick nach vorne gerichtet. Bühne frei für drei malerischste Wintersportorte in den Schweizer Alpen, drei Orte für ein Halleluja.

 

Andermatt – High End zwischen Tradition und Moderne

 

Bekannt ist Andermatt für seinen Bannwald (Schutzwald), der das Dorf seit Jahrhunderten vor Lawinen schützt – es ist wohl kein Zufall, dass Siedler hier sesshaft wurden: Heute ist das Bergdorf Heimat für rund 1.400 Bewohner. Damals war der Gotthardpass die wichtigste Verbindung über die Alpen; ein beschwerlicher und gefährlicher Weg. Die Urner, so heißen die Einwohner des Kantons Uri, bauten 1198 zwischen steilen Felswänden die bis heute sagenumwobene Teufelsbrücke, die schönste Sehenswürdigkeit des Dorfes. Mit ihr öffnete sich ein Tor in den Süden, durch das die ersten Besucher relativ einfach eintreten konnten.

 

Seit 2013 ist die Matterhorn-Gotthard-Bahn mit dem weltberühmten Glacier Express eine wichtige Lebensader für den Tourismus zwischen St. Moritz und Zermatt, die bereits früh zu pulsieren begann: Schon Johann Wolfgang von Goethe hat sich hier im 18. Jhdt. wohl gefühlt. Andere berühmte Gäste waren Queen Victoria, oder James Bond, wenn auch nur im Film Goldfinger bei einem Tankstopp und einer Verfolgungsjagd. Wer mehr über den Tourismus, die Talgeschichte, Wohn- sowie Siedlungskultur und Alpenwirtschaft wissen möchte, erfährt dazu einiges im Talmuseum Ursern in Andermatt.

 

Aber zurück zum Tourismus: Als Kurort hat Andermatt begonnen, heute ist es ein Wintersportort auf höchstem Niveau für, Alpinsportler, Freerider und Familien mit Kindern. Der Gemsstock (2.963m) in der Skiarena wird von einer Seilbahn und kleineren Liften erschlossen. Unterkunft bieten High-End-Hotels, Chalets, Familienhotels und Privatzimmer, die das Dorfbild zwischen Tradition und Moderne prägen: In den schmalen Gassen stehen mit bunten Holzschindeln verkleidete Häuser selbstverständlich neben Bauten aus Beton und Glas. Alte Walserhäuser, das sind historische Bauernhäuser aus Stein und dunklem Holz, stehen symbiotisch neben mit Wandmalereien verzierten Traditionshotels.

 

„Herr Ober, die Ski bitte“, heißt es im Kulinarik-Hotspot „Chedi“, das Sinnbild für Haubenküche und eines der exklusivsten Hotels der Schweiz mit einem Mix aus alpinem Chic, Schweizer Tradition und einem Touch Asien. Bevor sich jemand zu sorgen beginnt, zu weit reicht der Einfluss des Progressiven auch wieder nicht: Aprés Ski finden in Andermatt nur jene, die es wirklich suchen, hier feiert man dezent oder verlegt es gleich in den Aprés-Ski-Zug von Andermatt nach Disentis.

 

Bilder & Videos

Abseits der Piste am Gemsstock - © SkiArena Andermatt-Sedrun-Disentis
Sedrun Winterlandschaft - © SkiArena Andermatt-Sedrun-Disentis
undefined - © Valentin Luthiger
Freeriden in Andermatt | Besuch bei der Snowacademy - © Skiinfo

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Sedrun – Kraftwerk and der Quelle des Rheins

 

Seinen Ursprung hatte Sedrun im 8. Jhdt. unterhalb des Oberalppasses auf 1.450 m mit einer abgelegenen Hofsiedlung. Sie zog sich vom Pass bis nach Bugnei, ein Dorf im eigentlichen Sinn gab es bis dahin nicht. Erst 1.000 Jahre später besiedelten Bergbauern einen Ortskern. Heute zählt Sedrun mit vielen Weilern 1.800 Einwohner und liegt dort, wo sich die Kantone Graubünden und Uri treffen – daher nun zu einem besonderen Spezifikum: Die Amtssprache in Graubünden ist Rätoromanisch (Rumantsch), das nur wenigen Schweizern geläufig ist, dennoch ein wichtiger Teil der regionalen Identität darstellt. Das sogenannte Bündnerromanisch wurde 1938 als Landessprache in die Verfassung aufgenommen; Google kennt es, Wikipedia auch, Microsoft Word jedoch nicht.

 

Bei der Entstehung von Sedrun spielte Wasser als Quell des Lebens eine wichtige Rolle, auch heute noch: Was in Sedrun klein beginnt, endet über 1.000 km weiter im Norden mächtig in der Nordsee: Hier entspringt der Rhein mit seiner Quelle am Tomasee, ein Bergsee auf 2.345 m. Während das romantische Dörfchen am Rhein für Urlauber ein wahrer Kraftort, liefert das Kraftwerk Sedrun Energie für die umliegenden Gemeinden und natürlich auch die Skilifte. Eine Werksbesichtigung mit Gruppenführungen ab 8 Personen ist kostenlos und sicher genauso interessant, wie das Jahrhundertwerk der Schweizerischen Tunnelbaukunst, das ebenso vom Strom abhängt: Der Gotthard-Tunnel, der mit 57 km (noch) die längste Eisenbahnröhre der Welt ist. Vorbeirauschende Züge können bei Besichtigungen durch ein Fenster beobachtet werden. Wem die Sehenswürdigkeiten nach dem Skifahren zu wenig sind, oder wer noch mehr Ruhe sucht, ist im Wellness und Erlebnisbad Bogn genau richtig. Nach langen und intensiven Schwüngen auf der Piste der Skiarena entspannt es sich in den Schwimmbecken oder der Saunawelt mit Schweizerischer Gelassenheit – egal ob Vater und Mutter mit Kindern oder sportliche Skifahrer.

 

Sedrun Winterlandschaft  - © SkiArena Andermatt-Sedrun-Disentis

Sedrun Winterlandschaft

Copyright: SkiArena Andermatt-Sedrun-Disentis

Disentis – Goldrausch und heilige Ruhe in der Einöd

 

Der Name Disentis stammt vom lateinischen Desertina, was so viel wie Einöde bedeutet: Pulsierende Metropole ist das Dorf nämlich keine – und will es auch nicht sein. Der irische Mönch Sigisbert errichtete im 8. Jhdt. eine Klosterzelle namens Desertina, aus der das Kloster Disentis erwuchs, das lange Zeit kultureller und geistiger Mittelpunkt von Graubünden war. Heute ist das Kloster mit der barocken Kapelle St. Agatha ein wichtiges Kulturgut, das anliegende Gymnasium die wichtigste Bildungseinrichtung. Das Klostermuseum zeigt sakrale mittelalterliche Kunst, kostbare Textilien und Naturschätze der lokalen Tier-, Pflanzen- und Steinwelt.

 

Der Tourismus entwickelte sich in Disentis mit der stärksten Radonquelle Europas im Jahre 1872: Gäste aus aller Welt strömen seit 1877 ins Kurhotel Hotel Disentiser Hof, das im klassizistischen Stil erbaut wurde, jedoch 1970 einem Neubau weichen musste – das war auch das Ende als altehrwürdiger Kurort. Dafür prägen die alten Patrizierhäuser und etliche Oberländer Bauernhäuser in vielen kleinen Weilern den typischen Charme des Dorfes.

 

Heute ist der kleine Wintersportort mit gut 2.000 Einwohnern auf 1.130 m bei Familien sehr beliebt mit leistbaren und kinderfreundlichen Angeboten – am Abend läuft daher weniger. Mit Familien und Skifahrern im Mittelpunkt, etwas sakraler Patina und Tradition ist das pittoreske Dörfchen samt 150 km Wanderwegen und 30 km Loipen für Escapisten ein Ort seliger Ruhe: Nahe des Vorderrheins liegt ein kleiner Badesee, der im Winter ein beliebtes Ziel von Winterwanderern ist. Im smaragdgrünen Wasser Rheins wurde 1996(!) eine knapp 3 Zentimeter großer Goldnugget gefunden, der das Dorf in einen Goldrausch versetzte, was natürlich wiederum eine Attraktion für Familien mit Kindern ist. Dazu passen bodenständige Familienhotels, traditionsreiche Arvenstuben (Stube aus Zirbenholz im Schweizer Stil) aber auch einfache und klassische Skihotels, die auch einer ganz andere Gattung gefallen: Freeridern, die mit der Disentis-Chaiscavedra-Bahn auf 3.000 Meter surren und dort in zahlreiche Tiefschneehänge eintauchen.

 

Fazit:

 

Egal ob Andermatt, Sedrun oder Disentis, Skifahren steht jedem Ort sehr gut. In Andermatt ist alles ein wenig gehobener, traditionsreich und etwas ruhiger ist es in Sedrun und Disentis. Die Kleinen kommen überall groß raus, denn Familien sind in allen Dreien sehr willkommen, genau so wie Freerider und jene, die es werden möchten. Seine bergbäuerlichen Wurzeln hat keines der Dörfer so recht abgelegt – sollen sie auch nicht, denn viele der Gäste suchen das Gute, Nahe und Vertraute. Wer sich für eines der Dörfer entscheiden muss, könnte sich mitunter schwertun, jedes hat seinen eigenen Charme und schön ist´s überall. Bleibt nur noch, einen schönen Aufenthalt zu wünschen.

 

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