Das Bayerische Outdoor Film Festival (B/O/F/F) hat sich binnen kürzester Zeit einen eigenständigen Platz im großen Reigen der Abenteuer- und Bergfilmfestivals geschaffen. Das liegt in erster Linie an einer Philosophie, die das B/O/F/F zwischen Heimatliebe und Weltoffenheit ansiedelt. Zum anderen überzeugt das Festival aber natürlich auch durch die Qualität der ausgewählten Filme, und zu guter Letzt dürfen sich Zuseher an der Originalitätder Präsentation erfreuen.


Philosophie

 

Das B/O/F/F präsentiert Filme aus den verschiedenen Disziplinen des Bergsports, die auf ihre Weise mit Bayern zu tun haben: Entweder sind die Protagonisten aus dem Freistaat und/oder die Filmemacher und/oder der Streifen wurde in Bayern gedreht. Im Mittelpunkt der Beiträge steht nie die reine Aktion allein – B/O/F/F-Filme blicken tiefer, beschreiben spannende Menschen, erzählen deren Geschichten und klammern auch Hintergründe nicht aus. Als Spielorte dienen dem B/O/F/F ausgewählte Programmkinos in Stadt und Land, die eine besondere Atmosphäre garantieren. Im Sommer 2019 spielt das B/O/F/F erneut auch auf Hütten und Open Airs. Filmemacher und Protagonisten werden auf verschiedenen Stationen anwesend sein.

 

Qualität

 

Bei aller Liebe zur Heimat ist das B/O/F/F erklärtermaßen weltgewandt. Die Schauplätze der 2019 präsentierten Ski-, Kletter- und Mountainbike-Filme liegen zwischen Granitgipfeln auf Grönland und der geheimnisvollen Karstwelt des Allgäuer Gottesackerplateaus. Das jeweils Bairische formt die Klammer, die eine Vielfalt an Menschen, Orten und Themen zusammenhält. Die beim B/O/F/F präsentierten Filme erzählen über eindrucksvolle Landschafts- und Aktionsaufnahmen hinaus Geschichten, die dem Zuseher im Gedächtnis bleiben:

 

Expedition/Klettern: Allein (10 Min.) – Der Film „Allein“ von Regisseur Franz Walter (Kempten) zeigt Robert Jasper in der Wildnis Grönlands. Der Alpinist und Bergführer aus dem Schwarzwald wurde 1991 bekannt, als er die drei großen Nordwände von Eiger, Grandes Jorasses und Matterhorn im Alleingang auf schwierigen Routen durchstieg. Seitdem stellt sich Jasper den Bergen, indem er Teil von ihnen wird. Gelassen, konzentriert, ein Minimalist, der Extremsituationen  mit stoischer Ruhe meistert. Zu seinem 50. Geburtstag fasst er den Entschluss, alleine auf ein großes Abenteuer in die Bergwelt aufzubrechen. Ob Jasper dabei wirklich alleine ist, wie der Titel suggeriert, bleibt offen. Vielleicht steckt ja gerade das Alleinsein voller Leben?

 

Ski/Freeride: Iceland / Skiing the Elements (15 Min.) – Island ist eine Insel der Superlative: jüngste Insel Europas, die mächtigsten Gletscher Europas, die größte Vulkaninsel der Welt! Wo nordamerikanische und eurasische Erdplatte aufeinandertreffen, entladen sich unvorstellbare Energien. Genau das richtige Terrain für eine Gruppe Abenteurer: „Die Freireiter“ reisen  aus dem bairischen Oberland nach Island, um sich auf die Suche nach den besten Freeride-Spots zu machen. Was sie erleben, beschränkt sich nicht auf extreme Skiabfahrten in entlegenen Bergen. „Die Freireiter“ treffen Surfer und Kajakfahrer, die sich vor arktischen Temperaturen nicht fürchten. Sie lernen ein Land kennen und lieben, das rau und stürmisch ist und zugleich so warm und freundlich wie seine Menschen – ein Land voller Kontraste. Ein Land, in dem die Elemente spürbar werden.

 

Skitour/Tauchen: Skitour in die Unterwelt (30 Min.) – Die Gottesackerwände und der Hohe Ifen in den Allgäuer Alpen bieten einen unverwechselbaren Anblick. Der Fels besteht aus Schrattenkalk, entstanden vor 120 Millionen Jahren im Flachwasserbereich des Urmeeres Thetys. Zwischen den Felswänden liegen zu beiden Seiten flache Täler. Wo sich im Sommer eine wüstenhafte Felslandschaft präsentiert, formen im Winter Wind und Schnee die Landschaft. Darunter verborgen liegen geheimnisvolle Höhlen wie das berühmte Hölloch, eines der größten und anspruchsvollsten Höhlensysteme Deutschlands. Jürgen Schafroths Film begleitet drei Allgäuer Abenteurer, die sich seit zwei Jahrzehnten der Erforschung dieser Landschaft widmen – und sich inzwischen eine einzigartige „Ferienwohnung“ eingerichtet haben.

 

Wüste/Motorrad: Ginger (12 Min.) – Ein meisterhaft inszenierter Kurzfilm von Regisseur Markus Stoll (München), der in der Weite der bolivianischen Salzpfanne Salar de Uyuni eine skurrile Parabel zum Thema „Freiheit“ erzählt.

 

Mountainbike/Freeride: Variety (5 Min.) – Downhill-Biken findet in der Regel zwischen Berg- und Talstation einer Seilbahn statt. Auf diese Weise sammeln Aktive die meisten Abfahrtsmeter, ohne sich im Aufstieg mühen zu müssen. Gerhard Senfter, Downhill-Racer, Freerider und Urgestein der Innsbrucker Vertriders-Szene, leistet in „Variety“ für seine Abfahrten etwas mehr Vorarbeit. Dabei versucht er, die verschiedenen Bike-Disziplinen auf einem im Ersten Weltkrieg aus dem Fels gesprengten Weg in Einklang zu bringen.  

 

Expedition/Klettern: Cerro Kishtwar – Reiß di zamm! (33 Min.) – Thomas Huber, Stephan Siegrist und Julian Zanker eröffneten 2017 eine wundervolle Neutour in der Nordwestwand des Cerro Kishtwar (6173 m) im indischen Garhwal Himalaya. Ihrer anspruchsvollen Linie (VII, A3+, M6) gaben sie den Namen „Har-Har Mahadev“, was auf gut Bairisch so viel heißt wie „Reiß di zamm!“ Ein Name, der angesichts von minus 20 Grad Kälte, Spindrift, vereisten Rissen und sieben Tagen in der Wand auch für die filmische Dokumentation durchaus angemessen ist!

 

Mountainbike: Paws & Wheels (4 Min.) – Oli Dorn ist einer der besten Enduro-Biker Deutschlands und so gut wie ohne seinen Hund „Balu“ unterwegs. In ihrem Film erzählt die Münchnerin Susanna Kosa in einzigartigen Bildern eine Geschichte der Freundschaft zwischen einem Allgäuer Zweiradfahrer und einem Australian Shepherd, dem es auf den Trails nicht schnell genug gehen kann.

 

 

Originalität

 

Das Markenzeichen des B/O/F/F ist die Präsenz seiner Macher: Sandra Freudenberg, Andreas Prielmaier und Tom Dauer stehen als Bergmenschen und Bergsportler voll hinter ihrem Programm und präsentieren es auf jedem einzelnen Tourstopp selbst.

 

2019 werden sie dabei von Felix Brunner unterstützt. Der Allgäuer überlebte 2009 einen Absturz nur knapp – nach 152 Tagen im künstlichen Koma, 60 Operationen und 800 Bluttransfusionen fand er ins Leben zurück. Heute wirkt der ehemalige Bergwachtler als Botschafter des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes – eine Initiative, die das B/O/F/F aus voller Überzeugung unterstützt.

 

Auch 2019 steht der Outdoor-Händler BERGZEIT dem B/O/F/F als bewährter Partner zur Seite. Mit seinem Slogan „B wie Bergsport, Bayerisches Oberland und beste Beratung“ passt das südlich von München beheimatete Unternehmen bestens zur Idee des B/O/F/F.

 

Information

 

Das B/O/F/F 2019 startet am 15. März in B/O/F/F in Bad Endorf und endet zunächst mit der Veranstaltung in Oberammergau am 13. April. Zwei weitere Termine sind noch auf den 10. Mai 2019 (Bad Tölz - Vorführung im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung der Bergwacht Bayern in Zusammenarbeit mit dem Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes) und den 25. Juli (Mittenwald, Eröffnungsabend des Filmfestivals Kino unterm Karwendel) datiert.

 

Alle Informationen zu Programm, Terminen und Präsenz der Filmschaffenden auf dem B/O/F/F 2019 gibt es unter www.boff-film.de sowie auf Facebook und Instagram.