Am Tag vor der Abreise in den Skiurlaub geht es los - das hektische Packen und die Sorge, ja nichts Wichtiges vergessen zu dürfen. Klar - an die Ski, die Skischuhe, die Skistöcke, die Jacke, die Skihose und den Liftpass denkt jeder. Aber was ist mit all den anderen Kleinigkeiten, die den Unterschied machen - zwischen einem schönen Urlaub und einem supertollen. Es geht nicht darum, die Taschen unnötig schwer zu machen, sondern darum, mit sinnvollen und noch dazu absolut erschwinglichen Kleinigkeiten die schönsten Tage des Winters noch unbeschwerter zu gestalten.

Wintersportcracks, die nach Davos oder ins Montafon fahren - Orte, wo der Schneefall nicht in Zentimetern, sondern Metern gemessen wird -, tun gut daran, ein Paar Tiefschneebänder zu besorgen. Bei Tiefschneebändern handelt es sich um lange Schnüre, die an der Skibindung angebracht werden und das Suchen nach Skiern erleichtern, die nach einem Sturz unfreiwillig im tiefen Pulverschnee untergetaucht sind. Mit nur wenigen Euros kann man seine mehrere hundert Euro teuren Ski vor dem Nirwana retten. Die einzige Alternative dazu ist, die Schneeschmelze abwarten und hoffen, dass ein guter Geist von der Bergwacht oder des Pistendienstes den verwaisten Ski findet und zur Post bringt.

Noch ein kleiner, billiger Helfer im Skialltag ist der Skischuh-Spachtel, ein kleines Stück Plastik im Kreditkarten-Format, das hartnäckig klebrigen Schnee von der Skischuh-Unterseite entfernt, z. B. von Kindern, oder gar vereiste Windschutzscheiben vom Eis befreit. Für dieses Utensil gibt es keine Ausrede, denn es hat mit Sicherheit in jeder Anorak-Tasche Platz. Jenen Schlaumeiern, die solche Dinge doch lieber mit der Kreditkarte erledigen, sei gesagt, dass diese bei kalten Temperaturen spröde werden und mit Vorliebe brechen. Also lieber ein billiger Spachtel als eine zerstörte Kreditkarte - obwohl Ihr Konto es Ihnen vielleicht danken würde.

Die Ski sind gesichert, die Skischuhe vom Schnee befreit - aber die lästigen Skibrillen laufen noch immer ständig an. Was an und für sich nur ein einfaches physikalisches Gesetz darstellt, kann Skifahren zur Hölle machen. Klar, wenn die kalte Temperaturen draußen - besonders, wenn man im Schuss zu Tale rast - und Körperwärme der Brilleninnenseite aufeinander treffen, muss die Feuchtigkeit innen kondensieren, mit dem Ergebnis, dass die Brillen beschlagen.

Es gibt einige Mittel und Wege, dem Kondenswasser den Garaus zu machen. Wichtigster Tipp: Niemals die Skibrille auf die Stirn schieben - beispielsweise, wenn man sich in der Liftschlange anstellt oder in der urigen Berghütte einen Platz sucht. Die Stirn ist nämlich wärmer als jeder andere Teil des Gesichts (hier produziert der Körper auch am meisten Schweiß zur Kühlung) und würde so ein Skibrillen-Fiasko auslösen. Viel besser scheint es, die Brillen entweder ganz abzunehmen und in die Jackentasche zu stecken oder sie lose um den Hals zu tragen. Die Luft muss gut zirkulieren können, damit ein Beschlagen der Gläser verhindert wird.

Weiters kann ein Anti-Beschlag-Putztuch helfen. Diese Tücher wurden mit speziellen Chemikalien imprägniert, die ein Beschlagen verhindern. Solche Putztücher sind um ein paar Euro überall erhältlich, wo üblicherweise Ski verkauft oder verliehen werden. Am besten, Sie stecken das Tuch in eine der Jackentaschen und haben so Ihre Wunderwaffe gegen beschlagene Gläser immer gleich zur Hand. Gute Dienste leisten auch Antibeschlagmittel. Am besten, man achtet beim Kauf darauf, dass die Brille groß genug ist, um die Luftzirkulation innen zu gewährleisten.

Begnadete Pistenzauberer, die sowohl bei strahlendem Sonnenschein als auch bei  dichtem Schneetreiben auf die Pisten drängen, haben immer zwei Brillen dabei: die Skibrille und eine Sonnenbrille. Je nach Witterungslage zaubern sie dann die richtige Brille hervor. Immer mit von der Partie sollte ein Brillenetui in Form eines Hardcase sein, das ein Zerbrechen der Brille bei einem Sturz abfängt. Empfehlenswert ebenfalls, die Sonnenbrille samt Hardcase in einer Jackentasche zu verstauen, die bei einem Sturz nicht die gesamte Wucht abbekommt. Gute Sonnenbrillen kosten ein kleines Vermögen, aus diesem Grund sollte man sie auch gut aufbewahren. Neuerdings werden Skijacken und Anoraks oft mit speziellen Taschen ausgestattet, die Ski- und Sonnenbrillen vor Bruch schützen.

Wer einmal so weit gekommen ist, scheint für den perfekten Tag im Schnee schon ganz gut gerüstet. Einzig die Liftkarte muss noch besorgt werden. Umständliches Rauskramen aus irgendeiner Jackentasche ist dabei längst passé. Überall erhältlich sind kleine Vorrichtungen, so genannte Skipasshalter, die an die Jacke geheftet werden. Sie erlauben es, den Skipass binnen weniger Sekunden griffbereit zu haben. Überhaupt sind viele Skigebiete und Resorts dazu übergegangen, automatisierte Lesesysteme, z. B. mit Uhren oder Chips, ihren Kunden anzubieten. Solche Systeme lassen sich in puncto Bequemlichkeit nicht übertreffen.

Als wertvolles Helferlein auf der Piste erweist sich eine Tasche, die man um den Hals trägt. Solche Taschen sind klein, handlich, meist aus wasserabweisendem Material in der Größe einer Geldtasche. Hier haben die verschiedensten Dinge Platz, wie der Skipass, Kreditkarten, Bargeld, Zimmerschlüssel und andere Sachen, die keinesfalls verloren gehen dürfen und zugleich kein großes Gewicht aufweisen.

Für viele Skiführer, Skilehrer und Menschen, deren Profession mit Schnee zu tun hat, stellt der Leatherman ein unverzichtbares Accessoire dar. Der Leatherman ist ein kleines Multifunktionswerkzeug mit einer Vielzahl von verschiedenen Einsatzmöglichkeiten, das klein und handlich in jede Jackentasche passt. Ein Leatherman ist viel funktionaler als ein Schweizer Taschenmesser und in einer Vielzahl von Varianten und Preisen erhältlich. Üblicherweise besteht er aus einer Zange, verschiedenen Messerklingen, einer kleinen Säge, mehreren Schraubendrehern und anderen praktischen Werkzeugen, die in Notfällen kleine Schäden reparieren, Flaschen öffnen, Skischuhschnallen anschrauben oder ähnliches - sozusagen ein Werkzeugkasten in Miniaturformat.

Auf den ersten Blick unwichtig und erst auf den zweiten Blick lebensrettend erscheint die Mitnahme eines Pistenplanes. Pisten können noch so schön markiert und ausgewiesen sein, aber täglich gehen Skifahrer verloren oder verirren sich - ein Beweis dafür, dass die beste Pistenmarkierung nichts nützt, wenn erst menschliches Ermessen und unvorhersehbare Witterungseinflüsse ins Spiel kommen. Gleichzeit sind solche Karten multifunktional. Skischuhe oder Bindungen, die ein wenig locker sitzen, können behelfsmäßig adaptiert werden - zumindest, bis man wieder im Tal und beim nächsten Skishop ist. Auch ein Skischuh, der reibt, lässt sich vorübergehend entschärfen.

Manche Skifahrer werden nun vielleicht denken, dass bei der Masse an kleinen Utensilien die Zahl der Jackentaschen nicht ausreicht. Ein kleiner Rucksack ist daher  empfehlenswert. Man spürt ihn kaum am Rücken und hat trotzdem alles zur Hand, sogar notfalls einige Bonbons, ein Taschentuch oder das Mobiltelefon.

Erst die kleinen Dinge machen Skifahren so richtig unbeschwert. Liste ausdrucken, alles einpacken, noch ein Lipbalsam für trockene, rissige Lippen und eine Packung Studentenfutter oder Rosinen als schneller Energiespender - und dem Skiurlaub steht nichts mehr im Wege.