Bei zahlreichen Lawinenunglücken sind am zurückliegenden Wochenende mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Zwei Menschen starben im Schwarzwald, fünf Menschen in Graubünden, zwei im Berner Oberland, zwei in Vorarlberg, einer am Kitzbühler Horn. In Österreich sind schon zu diesem Zeitpunkt im Winter mehr Menschen durch Lawinen gestorben als im vergangenen Jahr.

Schwärzestes Lawinen-Wochenende aller Zeiten in der Schweiz

In der Schweiz wurde das Wochenende ein tragisches. Bei einem Unglück am Piz Vilan bei Zürich/Aargau wurde eine neunköpfige Gruppe des Schweizer Alpenvereins SAC von einer Lawine erfasst. Sie waren auf der Abfahrt Richtung Seewis auf etwa 2200 Meter über dem Meer unterwegs. Sieben Menschen wurden verschüttet, drei von ihnen konnten nur noch tot geborgen werden. Zwei schwerverletzte Frauen erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen. Die Gruppe war mit einem Tourenleiter unterwegs und mit LVS-System ausgerüstet.

Im Berner Oberland starb am Samstag ein Snowboarder, der unterhalb der Station Birg in der Schilthorn-Region ein Schneebrett auslöste. Der 28-Jährige aus Basel wurde von Suchhunden gefunden, konnte aber nicht mehr gerettet werden.

Ebenfalls am Samstag kam ein 31-jähriger Mann in Hahnenmoos/Adelboden ums Leben. Er war abseits der Pisten unterwegs, kam in eine Lawine und wurde so schwer verletzt, dass er am Abend im Krankenhaus verstarb.

In Wildhaus (Toggenburg) starb ein Freerider aus St. Gallen, als er ein Schneebrett auslöste und über eine Felskante 600 Meter in den Tod stürzte. Der Mann war als Dritter einer Gruppe, die vom Hinterrugg in Richtung Gluristal unterwegs war, in einen Hang eingefahren, als plötzlich eine Lawine abging.

Zwei Tote im Schwarzwald

Dass Lawinengefahr nicht nur im alpinen Gelände oberhalb von 1500 Metern herrschen kann, beweisen zwei tragische Unglücke, die am Freitag im Schwarzwald zwei Todesopfer forderten. Am Feldberg und am Herzogenhorn kamen ein 20-jähriger Mann und eine 58-jährige Frau ums Leben. Beide wurden nach etwa zwei Stunden aus den Schneemassen befreit, die sie verschüttet hatten. Sie starben noch am Unfallort. Es waren die schwersten Lawinenunglücke im Schwarzwald seit Jahrzehnten.

Tödliche Unglücke auch in Österreich

Am Samstag verloren auch in Österreich Menschen durch Lawinen ihr Leben. In Damüls starb ein Ehepaar, das bei der Vorarlberger Bergrettung aktiv war. Sie wurden bei einer Skitour unterhalb des Portlahorns komplett verschüttet. Nur zufällig entdeckte eine weitere Skitourengruppe den Lawinenkegel und empfing mit ihren LVS-Geräten Signale aus der Lawine. Zwar konnten die Verschütteten schnell gefunden aus befreit werden, der 44-jährige Mann war aber bereits verstorben, seine 32-jährige Frau erlag nach Reanimationsversuchen im Krankenhaus in Innsbruck ihren Verletzungen. Das Ehepaar hinterlässt einen zweijährigen Jungen.

Am Sonntag verstarb ein 18-jähriger Freerider im Krankenhaus, der bereits am Mittwoch unter einer Lawine begraben wurde. Er und sein 19-jähriger Begleiter waren am Kitzbüheler Horn unterwegs und wurden von eine Lawine mitgerissen. Während der 18-Jährige zwei Meter verschüttet wurde, kam sein Begleiter mit leichten Verletzungen und dem Schrecken davon.

In weiten Teilen des Alpenraums herrschte am Wochenende Lawinenwarnstufe drei. Bergrettung und Lawinenwarndienste hatten ausdrücklich vor Lawinen gewarnt. Die Situation abseits der Pisten ist vielerorts weiterhin bedenklich und dürfte sich in den kommenden Tagen nur langsam entspannen.

Links:

www.slf.ch: Eidgenössisches Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos

www.avalanches.org: Überblick Lawinenwarndienste Europa

www.lawine.at: Lawinensituation Österreich

www.lawinenwarndienst-bayern.de/ Lawinenwarndienst Bayern

lawine.tirol.gv.at/home/uebersicht/ Lawinenwarndienst Tirol

www.vorarlberg.at: Lawinenwarnzentrale Vorarlberg

www.lawine-steiermark.at: Lawinenwarndienst Steiermark

http://www.lawine.salzburg.at/start.html Lawinenwarndienst Salzburg