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Kalalau Trail: Napali Coast

10. Juni 2011 | bergleben.de

Wandern auf dem Kalalau-Trail

Wandern auf dem Kalalau-Trail

Copyright: bergleben.de/Sebastian Lindemeyer
Die Napali Coast ist „Jurassic Park“ pur. Auf Wanderungen entlang dieser Küste würde es einen nicht wundern, wenn ein Archäopteryx über einem kreisen würde. Diese Küste ist geologisch der älteste Teil der hawaiianischen Inseln und für viele einer der schönsten. Der Kalalau Trail besteht aus drei Teilen. Der erste bis zum Hanakapiai Strand ist für jedermann frei zugänglich und relativ stark frequentiert. Nach dem ersten Teil gibt es zwei weitere Etappen entlang der Küste bis zum Kalalau Beach. Für den Weg zum Kalalau Beach benötigt man Zeltausrüstung und eine Genehmigung. Ab dem Hanakapiai Strand kann man ohne Permit noch eine Etappe landeinwärts zu Wasserfällen anfügen und trotzdem problemlos innerhalb von einem Tag zurück kehren.

Der frühe Vogel ...
Am Ke´e Strand - wo auch der Wanderweg startet - gibt es mehrere große Parkplätze. Diese füllen sich in der Regel aber schnell. Daher ist es ratsam früh aufzubrechen um nicht die erste Stunde mit der Suche nach einem geeigneten Abstellplatz zu verbringen. Alternativ ist das Taxi ab Princeville bezahlbar und auch trampen eine Option, da die Straße am Ke´e Strand endet und somit jedes Auto auf den letzten Kilometern hierhin fährt.

Teil 1: Ke´e Strand bis Hanakapiai Strand - Hart 2 Stunden / 3,2 Kilometer (ein Weg)
Dieser vielbewanderte Weg geht zunächst über große Steine steil bergauf bis aufcirca 200 Höhenmeter. Zur rechten geht es die Steilküste bergab mit Blick aufs Meer, zur linken fällt der Blick auf die unwirklich wirkenden Zacken der Napali Coast. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick auf den Pazifik und mit etwas Glück sieht man vorbeiziehende Delfin-Schwärme. Nach etwa 1,5 Kilometern erreicht ihr den höchsten Punkt, danach geht es abwärts. Der Weg hat mehrere Stellen, an denen man einen sicheren Tritt benötigt und auch hin und wieder rutschige oder matschige Abschnitte. Auf dem letzten Kilometer seht und hört ihr schon die Wellen, die auf den Hanakapiai Strand und die Felswände krachen.

Bilder & Videos

Wandern auf dem Kalalau-Trail: Die Napali-Coast hat man oft im Blick - © bergleben.de/Sebastian Lindemeyer
Wandern auf dem Kalalau-Trail (1. Etappe) - © bergleben.de/Sebastian Lindemeyer
Wandern auf dem Kalalau-Trail: Schon nach wenigen Höhenmetern hat man einen tollen Ausblick auf den Ke´e-Beach, wo der Trail startet - © bergleben.de/Sebastian Lindemeyer
Auf dem Kalalau Trail - © bergleben.de/Jaron Schächter

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Erste Erfrischung
Im Tal gibt es dann noch einen kleinen Bach zu überqueren, das ist barfuß problemlos möglich oder bei gutem Gleichgewichtssinn auch über Steine machbar. Wer gut plant hat zusätzlich Wasserschuhe oder Flip-Flops dabei. Das Wasser im Bach ist eine willkommene Abkühlung. Auf das Schwimmen im Pazifik solltet ihr hier aber verzichten - nicht umsonst warnen die Schilder vor starker Strömung. Einige Dutzend Menschen sind hier bereits ertrunken.

Lager am Hanakapiai Beach
Am Hanakapiai Beach darf man - Permit vorausgesetzt - sein Zelt aufschlagen und hat Süßwasser (dass aber in jedem Fall aufbereitet werden muss!) und einen wunderschönen Schlafplatz, den ihr an vollen Tagen mit vielleicht 15 - 20 Menschen teilt. Sobald die Tagestouristen weg sind, wird dieser Ort noch schöner.

Verlängerung Teil 1: Hanakapiai Strand - Hanakapiai Wasserfälle - Hart 2 Stunden - 3,2 Kilometer (ein Weg)
Ab dem Hanakapiai Beach kann man weitere zwei Stunden landeinwärts über Stock und Stein und quer durch den Regenwald gehen, um zu schönen Wasserfällen mit weiteren Badebecken zu gelangen. Dabei sollte auch hier auf gutes Schuhwerk nicht verzichtet und die Uhr im Auge behalten werden. Bei einer Tagestour müsst ihr ab den Wasserfällen ja auch noch drei bis vier Stunden zum Ausgangspunkt zurück gehen. Nach einer halben Stunde klingen etwas unheimliche Geräusche an eure Ohren. Wenig später lernt ihr an Lichtungen mit hohen Bambushainen den Grund kennen: Die Bambusrohre reiben im Wind aneinander und bescheren eine schräge und unvergessliche Geräuschkulisse. Nach weiteren dreißig Minuten überquert ihr den Bach, das stellt sich als machbare, aber auch nicht ganz einfache Aufgabe dar. Kurz vor dem Ziel wird der Weg immer schmaler und auch kniffliger. Die Steine sind hier nass und rutschig und ein Abrutschen würde einen Sturz von bis zu vier Metern in die Tiefe bedeuten. Bitte bedacht und sicher gehen! Dann ist es geschafft und ihr könnt in kaltem, klaren Wasser und unter einem wunderschönen Wasserfall baden.

Teil 2: Hanakapiai Strand - Kalalau Valley - Hart 1 bis 2 Tage - 15 Kilometer (ein Weg)
Hier darf man sich nur mit Permit bewegen und auch dann maximal fünf Tage verbringen. Die Permits sind sehr begehrt und limitiert - daher sollte man im Idealfall schon zwölf Monate vorher planen, spätestens sechs Monate vor Start der Wanderung wird es bereits schwierig, noch an eine Genehmigung zu kommen. Dafür lohnt sich dieser Trail aber auch, vereint er doch die oben schon beschriebenen Highlights mit Einsamkeit und einer echten körperlichen Herausforderung. Zwei Nächte am Hanakapiai Strand entschleunigen einen auf eine unvergleichliche Art und man trifft hier nur auf gleichgesinnte die zu Fuß oder mit dem Kajak der „Zivilisation“ für einige Tage entflohen sind.

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Bilder & Videos

Die letzte Hürde vor dem Ziel der ersten Etappe des Kalalau-Trails ist dieser Bach, dessen Überquerung nicht ganz einfach ist: Entweder hüpft man von Stein zu Stein oder zieht seine Schuhe aus und watet durch das Wasser - © bergleben.de/Sebastian Lindemeyer
Kauai von oben - © bergleben.de/Sebastian Lindemeyer
Kauai von oben - © bergleben.de/Sebastian Lindemeyer
Kauai von oben - © bergleben.de/Sebastian Lindemeyer

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