Die geschichtliche Entwicklung des Klettersteiggehens haben wir im ersten Part und Einstieg in unser Klettersteig-Special skizziert - aber was genau ist ein Klettersteig überhaupt?

Was ist ein Klettersteig?

 

Ab wann ein Wander- oder Bergweg als Klettersteig bezeichnet werden kann, ist umstritten. Mindestens aber muss der Weg, den man zurücklegt, mit einer Stelle versehen sein, wo eine Absicherung mit Stahlseil, Kette, Eisenstreben oder ähnlichem ermöglicht wird. Auch eine Form der künstlichen Hindernisbewältigung, sei es mit einer Leiter, Eisentritten oder anderen künstlichen Hilfen, rechtfertigen die Bezeichnung als Klettersteig.

Im Normalfall sind Klettersteige Wege mit eindeutigem Ziel (zB. Gipfel, Erhebung), die je nach Schwierigkeitsgrad nicht viel schwerer als übliche Wanderwege sind oder in denen man sich in hohen Steilwänden über Abgründen auf Eisenstreben fortbewegt und mit einem Klettersteigset über ein festes Stahlseil sichert. Ein Via Ferrata, so der italienische Begriff für einen Klettersteig, ermöglicht also den Menschen durch den Einsatz von künstlichen Griffen, Tritten und einer festen Sicherung einen Zugang zu einem Gelände, in dem sich normalerweise nur extreme Bergsportler bewegen könnten. Das zur Sicherung benutzte Stahlseil wirkt dabei nicht nur als Auffanghilfe bei Stürzen, sondern kann auch zur Fortbewegung oder zum Festhalten verwendet werden.

Aufgrund dessen, dass eine eindeutige Definition nicht existiert, kann man grob zwischen Steigen, Klettersteigen und Sportklettersteigen unterscheiden. Bei Steigen bewegt man sich entlang der natürlichen Besteigungslinie eines Berges bzw. der Gebirgstopografie - hier sind nur besonders exponierte oder gefährliche Stellen mit einer Absicherungsmöglichkeit versehen. Auf besondere Schwierigkeiten wird dabei verzichtet. Klettersteige hingegen sind durchgehend mit einem Stahlseil oder -kette versichert, verlaufen durch felsiges Gelände, sind mehr oder weniger mit Eisenstreben zur Fortbewegung versehen, die den Zugang auch nicht so sportlichen Menschen die Begehung ermöglichen. Die dritte Form, der moderne Sportklettersteig, zeichnet sich durch gute Absicherung, moderne Elemente wie Brücken, Leitern, Seilpassagen und Betonung des sportlichen Erlebnisses aus. Spaß, Action und vielfältige Bewegungsformen stehen eher im Mittelpunkt als alpinistische Bergerfahrungen und Gipfel. Diese dritte Form findet man heute vor allem in den westlichen Alpen.

 

Hier geht´s weiter in der ersten Folge des Klettersteigspecials!!