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Klettersteigtage von Salewa: Am 8. und 9. Juni in Bad Hindelang/Oberjoch

17. April 2013 | bergleben.de

News Regionen: Deutschland, Oberstdorf, Ostallgäu, Bayern

Klettersteigtage von Salewa: Am 8. und 9. Juni in Bad Hindelang/Oberjoch- ©H. Raffalt

Klettersteig in Ramsau am Dachstein

Copyright: H. Raffalt
Am 8. und 9. Juni findet die Fortsetzung der beliebten Salewa Klettersteigtage statt. In diesem Jahr zieht es die Klettersteiggemeinde nach Bad Hindelang/Oberjoch im schönen Allgäu!

Sport wird immer beliebter

Klettersteige erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Von der anspruchsvollen Wanderung am Drahtseil bis hin zu Leitern im senkrechten Fels, jeder findet sein persönliches Abenteuer. Insbesondere für Jugendliche und Kinder ist das Klettersteiggehen ein spannender Sport, der sowohl physisch als auch psychisch konzentrierte Leistung erfordert. Wer mit Kindern einen Klettersteig begehen möchte, sollte sich jedoch der Problematik an senkrechten Stellen, an denen es zu Stürzen kommen kann, bewusst sein.

Mit wenigen Handgriffen Unfälle vermeiden

Michael Grassl, VDBS-Präsident und Leiter der SALEWA Klettersteigschule, kennt das Risiko: „Die vermeintliche Sicherheit durch das Stahlseil führt zu einer subjektiven Gefahrenwahrnehmung und kann zu schweren Unfällen führen.“
Wichtig zu wissen: Mit wenigen Handgriffen können diese Unfälle verhindert werden.

Fundierte Information erforderlich

Patrick Jost, Leiter des Hindelanger Bergführerbüros, ruft die Eltern in die Pflicht: „Auch beim Klettersteiggehen ist es wie in allen Bergsportarten: Solange nichts passiert, ist die Welt in Ordnung. Nach einem Unfall weiß man erst, was man falsch gemacht hat. Leider ist es in den meisten Fällen dann zu spät und dies ein sehr schmerzhafter Lernprozess. Ich würde mir wünschen, dass sich gerade Eltern fundiert informieren und die ein oder andere Ausbildung besuchen, bevor sie mit ihren Kindern in einen Klettersteig gehen.“

Bilder & Videos

Klettersteig - © H. Raffalt
Klettersteig Hochkogel - © Naturfreunde Ebensee
Klettersteig Fuerenwand in Engelberg - © Iris Kürschner
Kinder im Kinderklettersteig Kali in Ramsau am Dachstein - © Ramsau am Dachstein

Alle anzeigen


Die Salewa Klettersteigtage 2013 in Bad Hindelang/Oberjoch widmen sich genau diesem Auftrag. Die kostenfreien Informationstage richten sich an alle, die sich rund um das Thema Klettersteiggehen informieren möchten.

Vom 8.-9. Juni 2013 bieten alle Partner ein umfangreiches Programm - gestartet wird Samstag und Sonntag ab 9.00 Uhr:
• SALEWA-Testcenter für Klettersteig-Produkte
• Kurzvorträge rund um das Thema Klettersteig & Risiken am Berg
• DAV Sektion Allgäu Immenstadt
• Präsentationen der Bergwacht Hindelang und des Verbandes Deutscher
Polizeiberg- und Skiführer auf dem Veranstaltungsgelände
• ALPIN-Kinderquiz zum Thema Klettersteig mit "Olaf klärt das schon"!
• Riesen Kinder-Hüpfburg und Luftballon-Wettbewerb des Kinderhotels Oberjoch
• Kinder Bike Pacours mit den Trainern des Bike Parks Inn
• SALEWA Table Boulder mit BaWILDria
• Verletzungen-Schminken mit den Johannitern
• Bierkistenklettern mit dem Verkehrsverein Oberjoch
• Stelzenlauf und Einradfahren am Stand der Alpenklinik Santa Maria
• Postkarten-Malen mit SOS-Kinderdörfer
• Stirnlampen- und Kompass-Action mit SILVA
• Slackline-Wettbewerb mit Slackline-Tools
• große Tombola mit attraktiven Preisen
• u.v.m.

Zudem gibt es an beiden Tagen eine Auswahl an geführten Touren:
• Click/Climb Workshop: „Sicher mit Kindern im Klettersteig“(ca. 2,5 Stunden)
• Schnupperklettersteig mit 160m Flying Fox (ca. 2,5 Stunden)
• Salewa Klettersteig 1. Teil ( ca. 4 Stunden)
• Salewa Klettersteig komplett (ca. 6 Stunden)
• Hindelanger Klettersteig (ca. 8 Stunden/ganztägig)
• Bergindianer (ca. 4 Stunden)

„Wir sind sicher, dass Salewa und wir als Bergschulen hier innovativ agieren. Solch ein Event gibt es nicht von der ‚Stange‘. Gespickt mit Bergsteigerkompetenz - man kann sich zwei Tage informieren, aber auch gleich das Ganze in der Anwendung lernen“, so Patrick Jost und Michael Grassl.

Am 8. Juni 2013 können abends ab 17 Uhr (Ende 22.00 Uhr) alle Teilnehmer und Interessierte am Eventgelände bei Musik und in gemütlicher Atmosphäre den aufregenden Tag ausklingen lassen. Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Nicht nur die Verlosung der Tombola-Preise, die alle Partner zur Verfügung stellen, lässt die Kinderherzen höher schlagen. Richtig spannend wird es dann nochmal bei Slackline-Wettbewerb und Tableboulder-Contest. Dabei wird der Kletterkreativität keine Grenzen gesetzt - ausschlaggebend wird nur sein, ohne Bodenberührung so oft wie möglich um eine Bierbank zu klettern.

Wann und wo?

8. und 9. Juni 2013

Direkt auf dem Parkplatz der der Gästeinformation
Jochpass 1
D 87541 Oberjoch

Interview mit Egon Resch, General Manager Technische Hartware Salewa Group

Klettersteiggehen boomt nach wie vor. Welche Ausrüstung sollten die Alpinisten unbedingt bei einer Via Ferrata dabei haben?
Für Anfänger und erfahrene Klettersteiggeher gilt gleichermaßen die folgende Checkliste an Ausrüstung: Klettergurt, Helm, Klettersteigset, Handschuhe und eine zusätzliche Bandschlinge mit einem Karabiner. Zudem sollte der Bergsportler auf Bergschuhe mit entsprechendem Profil nicht verzichten. Funktionale Bekleidung, Topo oder eine Karte, Sonnenschutz und ausreichend Verpflegung und Flüssigkeit im Rucksack sollten ebenso nicht fehlen. Vor jeder Tour sollte die Wetterprognose bekannt sein - stabiles Bergwetter ist eine Grundvoraussetzung für den Einstieg in den Klettersteig. Gute Laune und Freude am Sport tragen zu einem erfolgreichen Tag bei.

Wie funktioniert ein Klettersteigset?
Grundsätzlich ist ein Klettersteigset eine Selbstsicherung für einen einzelnen Kletterer am Klettersteig. Klettersteigsets zählen zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA).

Wer das erste Mal in einen Klettersteig einsteigt, geht beim Ausrüsten folgendermaßen vor: Zunächst wird der Klettergurt angezogen, so dass dieser optimal sitzt. Das Klettersteigset wird in einem zweiten Schritt mit einem Sackstich in die Einbindeschlaufe vom Klettergurt gebunden. Die so genannten zwei „Arme“ des Klettersteigsets werden mit den am Ende integrierten Karabinern in das Stahlseil eingehängt. Sobald man den ersten Haken erreicht, hängt man einen Karabiner nach dem anderen um. Wichtig ist, dass immer mindestens ein Karabiner im Stahlseil eingehängt ist.
Für den Fall eines Sturzes, besitzt ein Klettersteigset auch einen Energieabsorber, einen sogenannten Falldämpfer, welcher die auftretenden Kräfte reduziert. Nur durch einen Falldämpfer kann das Gesamtsystem einen Sturz aushalten, das beginnt beim menschlichen Körper und geht über die persönliche Ausrüstung wie Karabiner, Klettergurt etc. bis hin zur Verankerung des Klettersteiges. Ein Seilstück, Bandschlinge oder ähnliches kann einen Sturz nicht abfangen, das schwächste Glied bricht.

Aktuell wurde eine große Rückrufaktion von Klettersteigsets durchgeführt. Auch bei Salewa. Was waren die Gründe dafür und wie reagierten die Verbraucher?
Nachdem im Sommer 2012 einige Hersteller ihre Klettersteigsets mit elastischen Armen zurückrufen mussten, hat man sich in der ganzen Industrie darauf verständigt, noch genauer hinzuschauen und weitere Tests durchzuführen. Im Zuge dessen haben wir, ebenso wie andere Hersteller und Institutionen der Bergsportindustrie, umfangreiche Tests an alten, gebrauchten Klettersteigsets vorgenommen und dabei festgestellt, dass die Systeme mit Seilbremsen im Fall eines Sturzes versagen können.

Die Funktion eines solchen reibungsabhängigen Bremssystems basiert darauf, dass bei einem Sturz das Bremsseil durch eine Bremsplatte läuft und dabei die Energie aus dem Sturz langsam absorbiert. Wenn nun das Bremsseil durch Verschleiß, Verschmutzung, Feuchtigkeit und ähnliche Einflüsse dicker und steifer wird, kann es nicht mehr so gut durch die Bremsplatte laufen und baut weniger bis keine Sturzenergie mehr ab - der Sturz wird nicht mehr so dynamisch aufgefangen. Dadurch erhöht sich der Fangstoß, der auf die anderen Teile des Systems (Karabiner, Karabinerarme, Klettergurt) wirkt. Es könnte zu Überlastungen und zum Bruch kommen.

Um jedes Risiko für unsere Kunden auszuschließen, haben wir uns entschlossen, vorsorglich alle Klettersteigsets mit Seilbremsen umgehend vom Markt zurückzurufen. Natürlich sind Verbraucher zunächst beunruhigt über eine solch großangelegte Rückrufaktion. Wir konnten allerdings in einem intensiven Dialog mit unseren Kunden, viel Unsicherheit beseitigen. Größtenteils war das Feedback für den ehrlichen und transparenten Umgang mit dem Thema sehr positiv. Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck daran, alle vom Rückruf betroffenen Klettersteigsets mit Seilbremse, schnellstmöglich durch Sets mit Bandfalldämpfer auszutauschen.

Welche besonderen Maßnahmen trifft Salewa als Multispezialist für den Bergsport für die Sicherheit beim Trendsport Klettersteig?
Wir gehen die Thematik ganzheitlich an, indem wir mit Bergführern, Athleten und Institutionen stark vernetzt zusammenarbeiten. Der Erfahrungsaustausch ist hierbei besonders wertvoll. Zudem setzen wir insbesondere auf die passive Sicherheit, das bedeutet, dass wir unsere Neuentwicklungen danach auslegen, dass sie nicht nur im Falle eines Sturzes das Schlimmste verhindern, sondern so, dass es möglichst erst gar nicht zum Sturz kommt. Erfahrungsgemäß treten viele Unfälle im Klettersteig in Übermüdungs-/ Überlastungssituationen auf. Speziell das Umhängen der Karabiner am Stahlseil stellt eine Stresssituation dar, denn für die Dauer des Umhängevorganges hat man nur eine Hand frei, um sich festzuhalten, während man mit der anderen die Karabiner bedient. Unser neuer ERGOTEC Karabiner, der ab Frühjahr 2013 im Sportfachhandel verfügbar ist, entschärft durch seine intuitive, vielseitige und kraftsparende Handhabung diese kritische Stresssituation wesentlich. Der Karabiner wurde an die anthropometrischen Daten der Hand angepasst, dadurch liegt er besonders gut in der Hand und kann problemlos bedient werden, auch von kleinen Händen oder mit dicken Handschuhen. So funktioniert das Umhängen der Karabiner reibungslos und quasi nebenbei, und man kann sich vor allem auf das Klettern konzentrieren. Man muss sich weniger lang nur mit einer Hand festhalten und spart dadurch nicht nur Zeit, sondern vor allem Kraft und Energie. Mehrere Tests an Klettersteigen, an der Kletterwand und eine Studie in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München (TUM) bestätigen eine Einsparung von ca. 30% bei Zeit oder Energieaufwand.
Zusätzlich zu dem neuen ergonomisch-geformten Karabiner Ergotec setzen wir stark auf unser bewährtes Zip-System, ein Aufrollmechanismus, der ein durchgehendes, statisches Band auf kurzer Distanz zum Körper hält. Somit ist der Karabiner beim Umhängen immer in Reichweite. Bei Gehpassagen liegt dieser eng am Körper ohne Schlaufen zu bilden, in denen der Bergsportler hängenbleiben bzw. sich verfangen kann. Sollte einem der Karabiner mal aus der Hand fallen, dann ist die Gefahr des Stolperns nahezu ausgeschlossen.

Wie gefährlich ist ein Klettersteig?
Die Begehung eines Klettersteigs ist meist ein alpines, oder sogar hochalpines Unternehmen. Man sollte sich und seine Fähigkeiten, sowie die der Mitkletterer nicht überschätzen und immer die Umwelt mit Wetter, Höhe und Jahreszeit berücksichtigen. Wir empfehlen zunächst leicht einzusteigen und auf die Möglichkeit von Zwischenausstiegen zu achten. Auch der Abstand zum Vorder- und Hintermann, sollte immer mindestens ein Haken betragen. Ein Sturz im Klettersteig hat meist Folgen und darf nicht mit einem Sturz im Klettergarten verglichen werden, denn Stufen, Sprossen, Leitern, Verankerungen und Stahlseile sind Hindernisse an denen man sich leicht verletzen kann. Wir raten Anfängern dazu, sich für den Einstieg in den Klettersteig professionelle Unterstützung zu buchen - insbesondere dann, wenn die Klettersteigtour mit Kindern geplant ist und Unklarheiten hinsichtlich des Sports bestehen. In so einem Klettersteigkurs, z.B. bei der Klettersteigschule in Berchtesgaden (ca. 6 Stunden Theorie und Praxis), lernt man Risiken und Gefahren viel besser einzuschätzen. Zudem können Fragen und Unsicherheiten von Beginn an kompetent geklärt werden.

Immer öfter wagen sich Familien an einen Klettersteig. Worin liegt die Faszination?
Für Kinder ist eine normale Wanderung nicht selten zu langweilig. Sie möchten mehr Abenteuer am Berg. Der Klettersteig bietet da eine tolle Plattform: Man kann zusammen kraxeln und nebenbei die Bergwelt genießen. Der Unterschied zum alpinen Klettern liegt darin, dass man sich nicht immer wieder kurz am Standplatz trifft und sonst eigentlich alleine klettert, sondern man hat die soziale Nähe. Das ist für Kinder sehr wichtig. Zudem ist der Schritt vom Wandern zum Klettersteiggehen naheliegender als zum Alpinklettern.

Quelle: Salewa

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