Mountains2b sprach im Rahmen des Themenspecials „Trendsport Slackline“ mit Slackline-Experte Andreas Kroiß von der Technischen Universität München über Materialfragen im Slacklinesport.

Mountains2b.com: Was muss man sich als „Slackline-Neuling“ anschaffen, um den Sport ausüben zu können?
Andreas Kroiß: Zunächst braucht man natürlich eine Slackline, das ist ein gewebtes Nylonband mit einer Breite von 25 oder 35 Millimetern. Als Anfänger ist es ratsam eine Slackline zu wählen, die sich relativ wenig dehnt, da es so leichter ist, den Einstieg zu finden. Als zweites benötigt man ein Spannsystem. Der Trend geht zur Zeit zu Ratschensystemen, da diese auch von Neulingen einfach gespannt werden können. Ratschensysteme haben allerdings den Nachteil, dass sie Slacklines nicht beliebig lang spannen können und relativ schwer sind, so dass man ihr Gewicht beim Gehen auf der Slackline spürt. Eine andere Möglichkeit, die Slackline zu spannen, ist der Flaschenzug. Der Vorteil besteht darin, dass die Muskelkraft durch die Rollen vermehrt wird und somit auch lange Slacklines gespannt werden können. Für Anfänger, die eine kurze Slackline von fünf bis zehn Metern benutzen sollten, reicht ein Ratschensystem aber aus.
Schließlich benötigt man noch zwei Stahlkarabiner oder Schäkel und zwei Baumschlingen, die um die Fixpunkte gelegt werden. Spannt man die Line zwischen zwei Bäumen, ist ein Baumschutz ratsam, zum Beispiel eine Decke oder Isomatte. So vermeidet man eine Beschädigung der Rinde und Ärger mit dem Parkwächter.

Mountains2b.com: Worauf sollte man beim Kauf eines Slackline-Sets achten?
Andreas Kroiß: Das Wichtigste bei der Ausübung des Slackline-Sports sollte die Sicherheit sein. Wenn die Bruchlasten der Materialien weniger als drei Tonnen betragen, rate ich von einem Kauf ab. Weiterhin sollten man sich genau informieren, was das Set beinhaltet, das man kaufen will. Oftmals werden unvollständige Sets angeboten, über die man sich nach dem Kauf ärgert, weil man sie gar nicht ohne weiteres nutzen kann. Zudem empfehle ich, kein Industrieband wie einen herkömmlichen Spanngurt zu kaufen, weil diese sehr schlechte Schwingungseigenschaften, wenig Dehnung und Elastizität haben. Speziell gefertigte Slacklines sind leichter zu beherrschen und bringen dem Anfänger schneller ein Erfolgserlebnis. Dem fortgeschrittenen Slacker bieten sie dann auch mehr Möglichkeiten für Tricks wie Springen oder Surfen.
Noch ein wichtiger Tipp: Benutzen Sie nicht Ihre Klettermaterialien zum Slacklinen! Insbesondere die Karabiner sind nicht dafür ausgelegt, die statische und langfristige Belastung zu verkraften. Nutzt man diese anschließend wieder für das Klettern, wo es auf die perfekte Sicherung ankommt, kann es gefährlich werden.

Mountains2b: Was kostet ein Slackline-Set?
Andreas Kroiß: Ein komplettes Einsteigerset gibt es bei www.alpinstil.de ab 68 Euro, das Profi-Set mit 25 Metern Länge, auf dem auch Biathlon-Star Michael Greis trainiert, kostet 98 Euro. Im Handel gibt es aber auch Slacklines für bis zu 200 Euro!

Mountains2b: Vielen Dank für das kurze Gespräch!