Eisklettern ist unter den Kletterdisziplinen wahrscheinlich diejenige, die am seltensten betrieben wird. Denn wer hat schon die passende Ausrüstung und sucht sich im tiefsten Winter zugefrorene Wasserfälle, um diese dann hochzukraxeln? Doch wer es einmal versucht hat, der kommt nur schwer wieder davon los - trotz Kälte, Nässe und anspruchsvoller Kletterei.

Für das Eisklettern benötigt man zunächst einmal die richtige Kleidung: Frierend klettert es sich nicht gut und zu dick eingepackt darf man wegen des Verlustes der Bewegungsfreiheit auch nicht sein. Mehrere dünne Lagen aus funktionellen Materialien sind hier wohl die richtige Wahl. Wichtig: die richtigen Handschuhe! Für das Klettern braucht ihr dünnere Handschuhe mit griffigen Innenflächen, zum Sichern eher dickere Handschuhe. Wie man Funktionskleidung und Kletterausrüstung am besten pflegt, lest ihr in Folge eins und zwei des Specials.

Besonders wichtig beim Eisklettern sind die Schrauben, das Eisgerät und die Steigeisen. Die Schrauben braucht ihr zur Absicherung des Standplatzes und zum Anlegen der Zwischensicherungen. Hier werden mittlerweile spezielle Eisschrauben mit Kurbel und einem scharfen Fräskopf verkauft, und die haben auch ihre Berechtigung. Gleiches gilt für die Leicht-Steigeisen und die im Vergleich zu früheren Eispickeln abenteuerlich geformten modernen Eisgeräte. Der geschwungene Schaft, der ergonomische Griff und die Spezialklingen sorgen für kraftsparendes Klettern - zudem sind leichte Eisgeräte nur noch etwa 500 Gramm schwer.

Beim Eisklettern spielt die Wartung und die Pflege der Ausrüstung eine entscheidende Rolle für die Sicherheit und den Kletterspaß. Für die Herstellung des Materials werden von den führenden Firmen besonders leichte Materialien und spezielle Stahl- und Aluminiumsorten verwendet, die widerstandsfähig und temperaturunempfindlich sind. Besonders wichtig: Die Eisgeräte (Schrauben, Eisaxt, Steigeisen) müssen scharf sein. Eisäxte müssen mit einem Winkel zum Eis geschliffen werden, damit sich die Klinge in das Eis ziehen kann (siehe Bild). Tipp: Feilt die Haue bis zum unteren Punkt der ersten Aussparung sowie den oberen Teil etwas ab, damit sie besser in das Eis eindringen kann. Nach dem Feilen heißt es natürlich noch schleifen und polieren, nur so erreicht man die nötige Oberflächenstruktur, um die Haue nicht nur in das Eis, sondern auch wieder raus zu bekommen.



Vorsicht: Je mehr ihr schleift, desto dünner wird das Material und desto schneller nutzt es sich auch ab. Feilt immer nur ein eine Richtung und haltet euch beim Nachschleifen an die Ursprungsform eures Eisgeräts. Feilt nie mit einer Maschine, sondern stets manuell, nur so könnt ihr vermeiden, dass euer Material unnötig belastet wird. Gleiches gilt für eure Steigeisen. Achtung: Eure Äxte und Steigeisen solltet ihr nie Erhitzen und nie noch feucht verpackt lagern. Fängt eure Haue dennoch an zu rosten, solltet ihr euer Werkzeug bemühen und den Rost abschleifen. Auch Schrauben solltet ihr schleifen, damit euch während des Eindrehens nicht die Kräfte schwinden. Wendet euch hierfür bestenfalls an das Fachgeschäft eures Vertrauens.

Linktipps zum Schärfen von Eisgeräten:
- http://kvfl.com/schleifen-von-eisgeraeten/67/
- http://www.summitpost.org/article/179394/so-you-want-to-sharpen-your-tools-eh.html