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Klettern in Norwegen: Lofoten und Flatanger

2. Juni 2015 | Frieda Knorke

Klettern in Norwegen: Lofoten und Flatanger- ©Frieda Knorke

Der malerische Strand von Uttakleiv in den Lofoten

Copyright: Frieda Knorke

Weltweit bekannt: Flatanger

Die Grotte von Flatanger! Spätestens nach den zahlreichen Videos und Lobeshymnen von Adam Ondra himself über diese einzigartige Höhle dürfte jedem geneigten Kletterer dieses Gebiet ein Begriff sein. Dass sich hier die schwerste Route der Welt befindet, vermittelt aber durchaus den richtigen Eindruck: Hier wird schwer, wirklich schwer geklettert. Zwar gibt es auch Routen ab ca. 6a in bzw. neben der Höhle, wirklich lohnend wird es aber erst für jene, die sich im siebten Franzosengrad wohlfühlen. An dem liebevoll betriebenen Campingplatz gibt es noch weitere Klettermöglichkeiten, die teilweise auch selbst abzusichern sind – die leichteren Routen lohnen hier aber unserer Meinung nach eher nicht. Für alle anderen aber wartet hier schlichtweg ein Paradies – nicht nur die athletische Kletterei an diesem wirklich außergewöhnlich griffigen Granit begeistert, sondern auch das ganze Ambiente: Die Aussicht von der Höhle, die freundlichen Einheimischen, die pittoresken roten Holzhäuser in der weiten Landschaft, das Meer, die Nordlichter, die vielseitigen Möglichkeiten für Pausetage… Flatanger lohnt sich nicht nur wegen der großartigen Kletterei. Ein Muss für jeden Norwegen-Kletter-Trip!

Quickfacts:

Übernachten: Sehr liebevoll betriebener Campingplatz „climb flatanger“. WC, öffentliche Küche, Trockenschrank, Waschmaschine vorhanden.

Anfahrt: Vier Stunden von Trondheim nach Norden über Steinkjer, Asphaugen, Vellamelen, Namdalseid, Sjøåsen, Jøssund

Charakter: In der Grotte extrem überhängender Granit, in der Umgebung teils auch senkrechte Kletterei. Lohnend ab 7a.

Absicherung: In der Grotte komplett gebohrt, in der Umgebung teils zum selbst absichern.

Kletterführer: Nord-Trondelag selected climbs, 28 Euro

Bilder & Videos

Lofoten (NOR) - © Frieda Knorke
Lofoten (NOR) - © Frieda Knorke
Klettern und Bouldern Lofoten (NOR) - © Frieda Knorke
Klettern und Bouldern Lofoten (NOR) - © Frieda Knorke

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Lofoten

An Schönheit und Vielseitigkeit kann Flatanger nur noch ein Gebiet toppen: die Lofoten. Wilde Zacken, die steil direkt aus dem Atlantik ragen, türkisblaues Meer, weiße Sandstrände, unglaubliche Nordlichter, der Blick aufs endlose Meer, zahllose kleine Inselchen, kaum Zustiege, eine immer noch nahezu unberührte Natur und abenteuerliche Kletterei: Die Lofoten sind schlichtweg das Paradies. Boulderer finden hier Granitblöcke mit wasserzerfressenen, perfekten Griffen in Volldächern mit idealem Absprunggelände direkt am Meer, Sportkletterer können in Eggum ihre Kinnlade auf die Schafsweide klappen lassen und Freunde des Alpinkletterns dürften diese Landschaft wohl ohnehin nie wieder verlassen wollen. Die Lofoten sind das Beeindruckendste, was uns auf der siebenmonatigen Reise untergekommen ist. Und nein, ich übertreibe nicht. Der Fels ist rau, die Risse jedem mobilen Sicherungsgerät gegenüber aufgeschlossen und die Schwierigkeitsgrade beim Trad-Klettern reichen von wirklich leichten Anfängerrouten im „Paradiset“ bei Kalle bis hin zu anspruchsvollen, langen Testpieces, die durchaus nicht nur Stärke in den Armen, sondern vor allem im Kopf erfordern. Die Mehrseillängen bei Henningsvaer dienen perfekt für Anfänger, während an der Ostwand des massiven Vagakallen die ganz Harten in den Garten kommen.

Plattenschleicher pilgern an den Presten, Bergsteiger wiederum an den Nordryggen des Vagakallen, Freunde des Canyonings dürften sich in der Abseilpiste der „Sea Breeze“ durchaus wohl fühlen (absolute Nicht-Empfehlung!) und wer einfach nur einen malerischen Sonnenuntergang, Nordlichter und eine spannende Tierwelt beobachten will, dem sei der paradiesische Strand von Uttakleiv wärmstens empfohlen. Die Liste ließe sich noch endlos fortsetzen, aber ich mache es kurz: Setzt die Lofoten auf eure Wunschliste. An Platz Nr. 1.

Quickfacts:

Übernachten: Wildcampen an teils wirklich malerischen Plätzen problemlos möglich. Im Paradiset ausgewiesener Parkplatz mit WC, in Henningsvaer begrenzter Platz, auf dem es in der Hochsaison evtl. eng wird. Alternativ sehr sympathisches Kletter-Hostel in Henningsvaer.

Anfahrt: Am besten mit dem Flugzeug oder der Fähre.

Charakter: Alpine Kletterei, die nahezu komplett selbst abgesichert werden muss. Steiler, griffiger Granit mit Riss- und Verschneidungssystemen.

Absicherung: Ausschließlich mit mobilen Sicherungsgeräten, was meist problemlos möglich ist.

Kletterführer: Lofoten Rock von Rockfax, 40 Euro. Updates auf der Website erhältlich.

 

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