Eigentlich ist der Säntis gar kein Skigebiet. Jedenfalls keines mit markierten Pisten. Aber die pyramidenförmige Landmarke des Appenzeller Landes bekommt mehr als elf Meter Schnee pro Jahr, weshalb der Berg trotz seiner nur 2504 Meter Höhe sogar zwei kleine Gletscher trägt. Und es fährt eine Bahn hinauf, auch im Winter. Und sie befördert Skifahrer! Es sei denn, es herrschen schwierige Einstiegs- oder Witterungsverhältnissen oder Lawinenwarnstufe 3.

Die freeriderfreundliche Bahn startet auf rund 1350 Meter an der Schwägalp. Außer Tiefschneefans fahren mit den 100 Personen-Kabinen auch zahlreiche Ausflügler gipfelwärts – der Säntis ist einer der besten Aussichtsberge der Schweiz. Hat man sich am Panorama vom Schwarzwald über Bodensee bis zur Zugspitze satt gesehen, muss man sich entscheiden: Entweder für die Abfahrt nach Wasserauen oder für die Variante nach Brülisau. Am Beginn der ersten Route steht ein sehr knackiger Einstieg. Hat man diesen jedoch hinter sich, folgen zwar weiterhin steile, aber weite Hänge bis unterhalb der 2000 Meter-Marke. Dann folgt die Route dem lang gestreckten Verlauf des wildromantischen Tals bis auf rund 900 Meter. Knapp 7,5 Kilometer misst diese Abfahrt. Sie kommt ohne Zwischenanstiege aus, es gibt lediglich einige Flachpassagen, die Stockeinsatz erfordern.

Der Einstieg in Variante zwei ist etwas weniger knifflig. Bei guten Schneebedingungen sind die 3,5 Kilometer Abfahrt bis zur Meglisalp mit ihren vielen Alphütten, der Kapelle und dem (im Winter geschlossenen) Berggasthaus ein purer Genuss. Ab der Meglisalp bedarf es eines etwa einstündigen Aufstiegs zum Bötzelsattel und nach einem weiteren kleinen Anstieg zum Widderalpsattel folgt die knapp sieben Kilometer messende Abfahrt nach Brülisau. Sowohl von Wasserauen als auch von Brülisau gelangt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos zurück zur Schwägalp. Das gilt auch für das Toggenburg, den Endpunkt der Abfahrtsvariante, die an der Stütze 2 der Säntisseilbahn startet (2240 Meter). Die Bahn legt dort bei Bedarf einen Zwischenstopp ein. Auf der Stahltreppe innerhalb des Stützengerüsts geht es aus luftiger Höhe hinunter auf den Schnee. Die ersten 1000 Höhenmeter geht es mit durchschnittlich rund 50 Prozent Neigung über einen weiten Südhang talwärts. Dann folgen ein Skiweg und Wiesenhänge über die man im optimalen Fall bis nach Unterwasser (900 Meter) abfahren kann. Keine der Abfahrten ist markiert, präpariert oder kontrolliert und man sollte sie nur mit entsprechender Erfahrung angehen.

Skigebiet: 1351-2473 m, 1 Lift, Tourenabfahrten

Schneefall: 1.114 cm pro Winter

Unterkunft: Das direkt an der Talstation gelegene Berghaus Schwägalp bietet Einzel- und Doppelzimmer sowie Touristenlager, Übernachtung mit Frühstück ab 50 Franken pro Person, Hotelgäste zahlen für die Berg- und Talfahrt den halben Preis.

Guides: Die SportTreff Toggenburg AG bietet die Abfahrt ab Stütze 2 als Halbtagstour für 80 Franken (inkl. Guide, Transport und Lunch, exkl. Bahnticket Säntis), Tel. +41 (0)71 999 12 05, E-Mail: info@sport-treff.ch

Info: www.saentisbahn.ch