Nach der Skisaison ist vor der Skisaison, so hört man es häufig durch unsere kleine Redaktion schallen. Zum alljährlichen Ritual zum Ende eines jeden Winters gehört es, dass wir bereits früher als viele anderen die Skier der kommenden Saison testen können. So auch zum Ende des Winters 2015/2016: Wir fuhren mit Sack und Pack nach Lech am Arlberg und hatten jede Menge Equipment dabei. Unter anderem auch drei Allmountain-Ski der Saison 16/17! An mehreren Tagen testeten wir den neuen Völkl RTM 86 (RTM heißt bei Völkl übrigens "Ride the mountain"), den K2 iKonic 85Ti (neues Top-Modell der Allmountain-Serie von K2) und den Blizzard Brahma 88. In den kommenden Zeilen lest ihr, welchen Eindruck die Ski bei uns hinterlassen haben und welcher Ski sich am besten für welche Zwecke eignet.


Völkl RTM 86

Der Völkl RTM 86 ist technisch auf dem neuesten Stand und verfügt über zahlreiche, laut Völkl "revolutionäre" Technologien. So soll er der sportlichste und gleichzeitig vielseitigste Ski seiner Kategorie sein. Das können wir so natürlich nicht uneingeschränkt bestätigen, aber in unserem Test zeigte sich der Ski tatsächlich als überaus aktiv und gibt dem Fahrer das Gefühl, eine echte Waffe unter den Füßen zu haben. Das ist erstaunlich, denn immerhin hat der Ski eine Mittelbreite von 86mm, was ihn eigentlich etwas behäbig beim Kantenwechsel wirken lassen müsste. Das ist aber nicht der Fall, gerade auf der Piste zeigt er sich sehr sportlich und mit enormen Kantengriff. Lange Schwünge, viel Speed, aber auch mittlere Radien sind seine bevorzugte Fahrweise. Kurz Schwünge kann er auch, ist aber trotz des leichten Tip- und Tail-Rockers nicht der drehfreudigste. Keinen besonders großen Effekt wiesen unsere Testfahrer dem UVO-System zu, dass an der Skispitze verbaut ist und Vibrationen dämpfen soll. Interessant: Völkl gibt auf seiner Website an, dass der Ski zu 90% für die Piste und zu 25% für das Gelände geeignet ist. 115 % bringt der Ski also insgesamt, das schafft sonst keiner. Nein, Scherz beiseite, hier hat sich wohl der Fehlerteufel bei Völkl eingeschlichen. Allerdings deckt sich die Angabe in etwa mit unserem Empfinden: Auf der Piste ist der Ski eine sportliche Maschine, die viel Vertrauen in das eigene Können verleiht und die sich kaum hinter GS-Ski und Racecarvern verstecken braucht. Neben der Piste wirkt er aufgrund des hohen Gewichts etwas behäbig und ist nicht so leicht zu steuern wie zum Beispiel der K2 iKonic 85Ti.

Den Völkl RTM 86 gibt es übrigens in vier Längen: 167cm (16,0m Radius), 172cm (17,0m), 177cm (18,1m), 182cm (19,3m)

 

K2 iKonic 85Ti

Einen etwas anderen Charakter als der RTM 86 von Völkl hat der K2 iKonic 85Ti. Der Ski ist deutlich leichter und bietet weniger Schwungmasse, lässt sich dementsprechend sehr viel kraftsparender fahren. Dabei wirkt er sehr drehfreudig, ja fast schon quirlig beim Kantenwechsel und bei der Schwungeinleitung. Der iKonic ist dank seiner Leichtbauweise angenehm leicht zu steuern und macht viel Spaß. Präzise Schwünge, schnelle Schwungwechsel, viel Bewegung und häufige Kurvenwechsel, das ist sein Metier. In Bezug auf das Design nach Meinung der Tester etwas in den 90er-Jahren stehengeblieben, konnte uns der iKonic mit seiner enormen Vielseitigkeit überzeugen. Egal ob kurze oder lange Schwünge, auf der Piste oder auch mal daneben, gerutscht oder gecarved, dieser Ski macht alles mit. Selbst in Buckeln, bei Sulz oder richtig nassem Schnee hat er keinerlei Probleme. Einzig auf eisigen Pisten kommt er nicht an die Performance des RTM von Völkl heran, da dieser hier noch etwas bissiger, steifer und schwerer ist und sich somit nicht ganz so leicht aus der Ruhe bringen lässt. 

Den K2 iKonic 85Ti gibt es in der Saison 16/17 in den Längen 163cm, 170cm, 177cm (17m Radius) und 184cm zu kaufen.

 

Blizzard Brahme 88

Der Blizzard Brahma 88 tat sich bei unseren Testern im Vergleich mit dem RTM 86 und dem iKonic 85Ti etwas schwer, denn ihm fehlte es etwas an einer klaren Positionierung. Der Brahma ist weder der sportlich orientierte All-Mountain-Carver noch der eher wendige und leichte Spaßski, sondern irgendwie ein Mittelding. Er ist dank seiner FlipCore-Technologie und Titanal-Verstärkungen bei hohen Geschwindigkeiten etwas laufruhiger als der Ski von K2, dafür aber etwas behäbiger im Schwungwechsel und weniger drehfreudig. Sein höheres Gewicht macht ihn etwas stabiler, mit etwas mehr Mittelbreite und weniger Taillierung mag er vor allem langgezogene Schwünge mit viel Speed. Abseits der Piste zeigt der Brahme eher seine Stärken gegenüber den Modellen von K2 und Völkl: Er ist etwas breiter und sehr stabil mit einem gleichmäßigen Flex über die ganze Länge, kann also durch verschiedene Geländeformen und Schneearten entspannt durchpflügen. Gut gefallen hat uns übrigens die Optik, trotzdem sahen wie in Bezug auf den Spaßfaktor beim Brahme leichte Defizite gegenüber dem RTM und dem IKonic.

Den Brahma gibt es in den 166cm, 173cm, 180cm (19m Radius) und 187cm.

 

Fazit: Drei sehr gut Ski mit etwas unterschiedlichen Charaktern. Den größten Spaßfaktor bietet aufgrund seiner Leichtigkeit und Drehfreudigkeit der K2 iKonic 85Ti, der sportlichste Ski auf der Piste ist der RTM 86. Abseits der Pisten kann der Brahma gefallen, er hat seine Stärke bei langen Cruiser-Schwüngen. Insgesamt sahen wir den IKonic 85Ti als vielseitigen und kraftsparenden Allmountain-Ski im Vergleich mit den anderen beiden Testski knapp vorn.

 

Beim Neuheitentest in der SkiWelt Wilder Kaiser stellte uns Marcel Pott von Völkl unter anderem den RTM 86 kurz vor: