Skiinfo-Wetterprognose: Wie wird der Winter 2021/2022?

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Es ist wieder an der Zeit: Wir von Skiinfo wagen eine Wetterprognose und sagen euch, wie der Winter 2021/2022 denn nun werden soll. Eisig kalt? Schneereich wie im letzten Winter? Oder doch wieder ein ein relativ warmer Dezember, in dem jeder vergeblich auf Schneefall wartet? Für die kalte Jahreszeit 2021/2022 könnte uns allerdings eine Überraschung bevorstehen.

Der Winter wird … so wie er wird. Ernsthaft, wer sich wie so viele „Wetterexperten“ schon Monate zuvor an eine Prognose für den kommenden Winter wagt, der ist mutig. Und liegt mindestens genauso oft falsch wie richtig. Der „Dürre-Sommer“ 2018, der als einer der trockensten der Aufzeichnungsgeschichte in die Geschichtsbücher einging, wurde schließlich auch nur von wenigen Meteorologen in diesem Ausmaß vorhergesagt. Oder der unfassbar schneereiche Januar 2019, als in den Nordalpen vier, fünf oder gar sechs Meter Schnee in zwei Wochen fielen? Wurde der Schnee vorhergesagt? Nein, zumindest nicht in dem Ausmaß. Auch die anhaltende Trockenheit in Deutschland über den Sommer 2019 wurde nicht vorhergesehen.

Wetterprognosen mit Vorsicht genießen

Denn das Wetter ist ein Chaoszustand, dessen Entwicklung niemand mit Sicherheit länger als ein paar Tage, maximal eine oder auch mal zwei Wochen vorhersagen kann. Schneefallmengen zu prognostizieren, noch dazu für eine bestimmte Region, ist daher kaum möglich. Von einem Tag zum anderen ändern sich die Daten regelmäßig, das merken auch wir in unseren regelmäßigen Schnee- und Wettervorhersageanalysen im Winter. Wie soll man da verlässliche Aussagen über ein Winterwetter treffen können, das mehrere Monate in der Zukunft liegt?

Allerdings: Einige Mutmaßungen über die klimatischen Verhältnisse zum Winterbeginn sind in diesem Jahr schon mehr als Wahrsagerei. Doch schauen wir einmal, was die selbsternannten Wetterfrösche und Vorhersageexperten in ihren meteorologischen Beiträgen von sich gegeben haben und wie sie den Winter 2021/2022 einschätzen.

Wetter.net rechnet mit  „echter Überraschung“

Den Anfang machen wir in diesem Jahr mit Herr Dominik Jung von wetter.net. Denn hier spricht der Wetter.net-Meteorologe von einer „echten Überraschung“. Dominik Jung stützt seine Aussagen zum Winter 2021/2022, wie die meisten seiner Kollegen, auf das langfristige NOAA-Wettermodell des amerikanischen Wetterdienstes. NOAA steht für National Oceanic and Atmospheric Administration. Jenes Institut gab erst vor ein paar Tagen ihren Jahreszeitentrend für den Winter 2021/2022 für Deutschland heraus.

Für die kommenden Wintermonate 2021/2022 gehen die Prognosen der NOAA von einem“völlig normal temperierten Winter“ aus. Die Prognose klingt jedoch nach keiner großen Überraschung, laut Dominik Jung sollte diese trotzdem zum Überlegen anregen: „So habe es in den vergangenen Jahrzehnten selten einen solchen Winter gegeben – die Temperaturen seien zumeist über dem Klimamittel gewesen.“ Aus diesem Grund könnte ein relativ normaler Winter  für viele zu einem gefühlt sehr kalten Winter werden. „Vielleicht  kommen ja die Winterfreunde so richtig auf ihre Kosten“, vermutet der Diplom-Meteorologe.

Wintersportfans können sich auf Schnee freuen

Wetter.net-Meteorologe Jung bezeichnet die Prognose für die Niederschläge im kommenden Winter als überraschend. Anhand des Schaubildes der NOAA-Prognose erklärt er, dass es „weder zu trocken, noch zu nass wird“. Dadurch ein sehr durchschnittlicher Winter. In den Alpen zeigt das Wettermodell allerdings viele Niederschläge. Diplom-Meteorologe Jung vermutet daher einen „vielleicht sehr schneereichen Winter in den Alpen.“ Wie bereits am Anfang unseres Artikels angedeutet, sollte jeder dieser Prognosen nur als ein ein erster, ganz grober Trend angesehen werden. Jahreszeiten-Trends können laut dem Wetter.net Experten zurzeit nur abgeschätzt werden. „Niemand sollte seinen Urlaub danach planen“, so Jung. Denn die Prognosen der Wetterdienste seien „einfach nur klimatologische Monatstrends“. Am Ende müsse jeder abwarten, welches Wetter am Ende wirklich eintrifft.

Wetter.de: Achtung vorm Polarwirbel

Auf dem Wetterchannel Wetter.de liegen, um eine treffende Winterprognose vorhersagen zu können, alle Augen auf dem Polarwirbel.  Denn dieser bildet sich im Laufe des Herbstes und Meteorologen können durch sein Verhalten maßgeblich bestimmen, wie unser Winter wird. Der Polarwirbel entsteht immer im Laufe des Herbstes und wird in den Wintermonaten stärker. „Also genau dann, wenn die Temperaturunterschiede zwischen der Polregion und den südlichen Breiten besonders groß sind“, erklärt Meteorologe Björn Alexander.  Die Temperaturunterschiede passieren daher meist rund um die Wintersonnenwende, also zum kalendarischen Winterbeginn. „Dann ist es nördlich des Polarkreises über Wochen bzw. Monate dunkel und ohne Sonne dementsprechend extrem kalt. Das wiederum hat zur Folge, dass die westlichen Winde am Rande des Polarwirbels deutlich stärker sind als im Sommer“, so der Wetter-Experte.

Intakt oder gestört: Auswirkungen auf das Wetter

Bei einer intakten Zirkulation sorgt der Polarwirbel in unseren Breiten für jede Menge an westlichen Winden. In der Regel sind diese eher mild und bringen immer wieder Regen mit sich, der nur auf den Bergen in Schnee übergeht. Bei Flachland-Bewohnern kommen dabei nur selten Wintergefühle auf.

Wetterprognose für Deutschland?

Es gibt Computermodelle, die sich in der Vorhersage für mehrere Monate versuchen. So unter anderem das CFS des Amerikanischen Wetterdienstes (NOAA). Hier sehen die aktuellen Berechnungen derzeit einen eher moderaten Winter 2021/2022 kommen ohne extreme Abweichungen. Vor allem deutliche Abweichungen nach oben scheinen im kommenden Winter nicht dabei zu sein. Das könnte dafür sprechen, dass wir auch mehr Winter und Schnee in den tieferen lagen bekommen könnten.

Ab wann können wir daher mit den ersten Schneedecken (1cm) rechnen? Meteorologe Björn Alexander klärt auf: „Je höher und östlicher, umso früher“, wird es schneien. Demzufolge kann auf den Bergen mit einer Höhe von ab 1.000 Metern, so wie auf dem Fichtelgebirge, mit dem ersten Schnee in Oktober gerechnet werden. Bis Mitte November können die tiefer gelegenen Mittelgebirgslagen mit Schnee rechnen. So wie etwa auf dem Kahlen Asten im Sauerland. Im Flachland muss auf eine Schneedecke im November noch gewartet werden. Vor Weihnachten kann sich vor allem schon das Erzgebirge in Sachsen auf jede Menge Schnee freuen. Im Rheinland muss auch in diesem Jahr wieder etwas länger auf den Schnee gewartet werden. Der erste Schneefall wird frühestens Anfang Januar erwartet.

 

daswetter.com: kalt und schneereich

Die Meteorologen von daswetter.com stützen ihren Ausblick ebenfalls auf NOAA-Modell und sagen für Deutschland in Bezug auf die Temperaturen einen positiven Winter mit warmen Temperaturen voraus. Denn wer sich die Winterprognosen der vergangenen Jahre aufmerksam angeschaut hat, dem ist sicherlich aufgefallen, dass im Vorfeld eigentlich jedes Jahr ein deutlich zu warmer Winter berechnet wurde. Für diesen Winter soll es aber anders werden.  Die aktuelle Prognose der NOAA sieht zum ersten Mal seit vielen Jahren keinen zu warmen Winter. Oftmals waren genau über Europa rote Farben zu finden. Diese haben für einen 2 bis 3 Grad zu warmen Winter gestanden. In diesem Jahr ist dort aber alles weiß. Was wiederum bedeutet, dass es weder zu warm, noch zu kalt werden soll.

 

 

Wetterprognose
Auch das europäische Wettermodell von ECMWF rechnet nicht mit einem warmen Dezember 2021. Jenes könnte die Chancen auf eine weiße Weihnacht erhöhen.

Die Berechnungen des europäischen Wetterdienstes ECMWF (European Centre for Medium-Range Weather Forecasts) verweisen zu diesem Zeitpunkt auf einen normalen Winter hin. Demnach soll es keine große Wärme, aber auch keine extreme Kälte geben. Für Europäer wäre dieses auch im Bereich eines Kaltwinters. Für Winterfreunde könnte der Winter 2021/2022 dadurch durchaus spannend werden.

Quelle: www.noaa.gov

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