Wie wird der Winter 2022/2023? Das sagen Meteorologen, Modelle & Institute

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Es ist Herbst geworden und der Winter steht vor der Tür. Aber wie wird der Winter in diesem Jahr ausfallen? Wann fällt der erste Schnee? Bekommen wir einen eisigen Winter mit Schneemassen oder einen verregneten Mildwinter? Ist eine Wettervorhersage im September überhaupt möglich? Wir von Skiinfo klären euch auf und werfen einen Blick auf die Fakten.

 

Jedes Jahr bekommen Meteorologen die gleiche Frage nach dem kommenden Winter gestellt. Einige lassen sich zu einer Aussage hinreißen. Aber eine Verifikation dieser »Winterprognosen« findet sich selten in den Medien. Wahrscheinlich, weil die Trefferquote ziemlich gering ist und hier auch das Zufallsprinzip greifen könnte. Es gibt jedoch in diesem Jahr einige Anomalien, auf die es sich lohnt, einen Blick zu werfen.

Genaue Wettervorhersagen schwierig

Das Wetter, für einige Tage im Voraus einigermaßen verlässlich vorherzusagen, ist heutzutage kein Problem. Dabei wächst jedoch mit jedem weiteren Tag der Unsicherheitsbereich. Außerdem kommt es auf die Wetterlage an. Ein stabiles Hoch lässt sich auch mal eine Woche im Voraus, ein Sturmtief manchmal erst wenige Tage oder sogar Stunden im Voraus prognostizieren. Bei einer Wettervorhersage über mehrere Wochen oder gar Monate läuft die Trefferwahrscheinlichkeit also gegen null. Wenn die Vorhersage tatsächlich doch mal stimmt, ist das dem Zufall und nicht der korrekten Berechnung geschuldet. Die Wettermodelle können den Zustand der Atmosphäre nämlich immer nur annähernd und nie exakt berechnen.

Somit ist eine Wettervorhersage für den Winter immer mit einem sehr großen Unsicherheitsbereich verbunden. Daher schaut man sich am besten das gemittelte Wetter über einen Monat an. Hieraus kann man am ehesten noch einen Trend ableiten, da Wetterlagen z.B. häufig dazu neigen, sich innerhalb kurzer Zeit zu wiederholen. Das hat sich zum Beispiel im Dürre-Sommer 2018 oder im extrem schneereichen Januar 2019 bewahrheitet.

Was sagen die Modelle? – Anzeichen für einen warmen Winter

Beginnen wir mit dem europäischen Wettermodell. Dieses sagt einen normalen Winter mit Temperaturen von null bis 1 Grad von November bis Januar voraus. Für den Februar berechnet es eine positive Abweichung zwischen 0,5 und 1 Grad. Beim Niederschlag soll der Dezember in Deutschland und im Alpenraum aber zu trocken ausfallen. Im Januar und Februar sollen es etwas mehr an Niederschlägen im Alpenraum geben. Daraus könnte man also schließen, dass schneetechnisch der Januar die beste Wahl ist. Die Prognose stammt allerdings vom 1. September, das heißt, die Daten der letzten Wochen sind hier noch nicht mit in die Prognose eingeflossen.

Temperaturen November-Dezember-Januar

 

Wie wird der WinterWie wird der Winter?

Wie wird der Winter?

Niederschlag November-Dezember-Januar

Wie wird der Winter

 

Amerikanisches CFS: kein Eiswinter in Sicht

Das amerikanische Wettermodell CFS (Climate Forecast System) der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) wird hingegen häufiger neu berechnet. Das Ergebnis: auch die Amerikaner erteilen dem Eiswinter eine klare Abfuhr, denn ab November wurden nur durchschnittliche Temperaturen ermittelt. Mit 0,5 bis 1 Grad in Norddeutschland sowie 1 bis 2 Grad in Süddeutschland, wird der Winter in diesem Jahr wärmer als in den vergangenen Jahren ausfallen.

Wie wird der Winter?

Wie wird der Winter?

Auch im Februar 2023 muss mit überdurchschnittlichen Temperaturen gerechnet werden. Hier kann es eine Abweichung von 1 bis 1,5 Grad nach oben geben, wobei es im Südosten Deutschlands die höchste Abweichung mit 1,4 Grad geben kann.

Die Berechnungen lassen vermuten, dass es nicht wirklich nach einem Eiswinter ausschaut, aber auch nicht nach einem extrem warmen Winter.

Klimawandel und seine Folgen

Die Winter werden, aufgrund des starken Klimawandels, im Durchschnitt weniger kalt und damit weniger schneereich. Besonders ist mit einer Abnahme der Schneetage für eine Reihe von Wintersportorten in Österreich zu rechnen. Die Auswirkungen des Klimawandels sind enorm. Bevorstehende Konsequenzen eines weiteren Temperaturanstiegs sind im Alpenraum: eine anwachsende Intensität und häufigere starke Niederschläge, mehr Hagel, mehr Dürreperioden, Verringerung des Bodenwassergehalts und der Gletscherrückgang. Alle Folgen des Klimawandels sind bereits in den Skigebieten zu spüren, denn die Gletscher schmelzen weiter dramatisch.

Aus diesem Grund wird am Dachstein-Gletscher kein Skibetrieb im Herbst-Winter stattfinden. Denn die große Hitze im Sommer und gleichzeitig der Schneemangel im vergangenen Winter haben in der Schladming-Region für einen erheblichen Gletscherrückgang gesorgt. Der Skibetrieb für den Winter 2023/24 erfolgt Anfang 2023 eine Neubeurteilung der Lage.

 

 

Wann können wir mit dem ersten Schnee rechnen?

Wie jedes Jahr, ist es besonders schwer, Schneeprognosen und Schneevorhersagen zu bestimmen. Wann wie viel Schnee zu erwarten ist und vor allem wie sich die Schneefallgrenze verhalten wird, stellt selbst die besten Computer vor eine große Herausforderung. Denn liegt die Temperaturvorhersage nur um einen einzigen Grad daneben, kann das zu einer Veränderung der Schneefallgrenze von 60 bis 120 Metern resultieren.

 

Ab welcher Temperatur bleibt Schnee liegen?

In der Regel bleibt Schnee ab Temperaturen um null Grad liegen. Allerdings, eine nachhaltige Schneedecke ist erst ab negativen Werten unter 0 Grad möglich. Für Straßen ändern sich die Bedingungen selbstverständlich. Denn wenn kein Salz gestreut wird, dann kann eine Schneedecke schon bei null Grad entstehen. Wird aber Salz gestreut, so sind Temperaturen von unter -15 Grad notwendig, damit das Salz seine eigentliche Wirkung verliert und der Schnee liegen bleiben kann.

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