Klettern in NRW: Sieben Gebiete für Kletter Fans

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Der Nordrhein-Westfale hat es nicht leicht: Weder Sächsische Schweiz, noch Frankenjura, das Allgäu oder der Bayrische Wald sind in der Nähe. Wo soll man also die Kletterschuhe schnüren? Wir stellen euch sieben Gebiete zum klettern in NRW, dem bevölkerungsreichsten Bundesland unserer schönen Republik vor. 

1. Klettern in der Nordeifel

Klettern in der Nordeifel hat Tradition. Im Jahr 2008 feierte man in Nideggen 100 Jahre Klettern in der Region – und führte zum Teil verbitterte Diskussionen über die Zukunft des Sports in der Nordeifel. Nur an wenigen der zahlreichen Buntsandsteinfelsen ist heute noch das Klettern erlaubt: In Nideggen darf man nach vorherigem „Ticket-Kauf“ an der Aral-Tankstelle an den Felsen Hinkelstein 1-4, Effels, Hirtzley und Krefelder Hüttenfels loslegen. Pro Tag gibt es nur ein bestimmtes Kontingent der 2,50 Euro teuren Karten zu erwerben.

Nicht ganz klar scheint die Lage derzeit am Felsen „Zwei Brüder“ zu sein: Nach Angaben der DAV-Sektion Rheinland-Köln ist der Fels durch den Landschaftsplan freigegeben, die Liste der Stadt Nideggen bestätige dies aber nicht – dafür die „Kletterkarte“ der Stadt. Klar ist, dass die Nordeifel als Klettergebiet derzeit leider nicht ansatzweise so attraktiv ist, wie sie sein könnte – der Streit der Stadt und der Sektion um die zahlreichen, teilweise nicht nachzuvollziehenden ganzjährigen Sperrungen attraktiver Felsen, verhindert nicht nur tolle Klettermöglichkeiten, sondern für die Region auch einen touristischen Aufschwung.

An den vier bzw. fünf freien Sektoren in der Nordeifel, sind aber noch einige schöne Routen zu entdecken: An den Hinkelsteinen geht es vom dritten bis zum zehnten UIAA-Grad zur Sache, Effels bietet etwa zehn Einzelfelsen mit landschaftlich sehr ansprechenden, kurzen Routen. Am Hirtzley gibt es viele leichte Touren, die bis zu 40 Meter lang sind.

Mehr Infos zum Klettern in der Nordeifel bekommt ihr unter www.klettern-im-rurtal.de, http://www.klettergarten-nordeifel.de und www.stonevibes.de.

2. Teutoburger Wald

Teutoburger Wald
Die Dörenther Klippen im Teutoburger Wald, Westfalen. | ©Traveller70

 

Der Teutoburger Wald („Teuto“) zählt mit maximal 450 Metern nicht gerade zu den höchsten Mittelgebirgszügen in Deutschland. Für Kletterer aus NRW und Niedersachsen ist er dennoch Anziehungspunkt und beliebtes Ziel ihrer Kletterunternehmungen. Vor allem der nördlichen Teil zwischen Bielefeld, Osnabrück und Ibbenbüren bietet einige schöne Kletterspots.

Besonders spannend ist ein Ausflug zu den Dörenther Klippen, einem fast vier Kilometer langem Sandsteinband mit vielen kleinen Sektoren. Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz im Bocketal gegenüber des Campingplatzes, von hier erreicht ihr schnell die Sektoren Königsstein und Dreikaiserstuhl. Auto abstellen, in wenigen Minuten seid über dem Trimmpfad zum Wandfuß gelaufen. Am Königsstein erwartet den Fortgeschrittenen ein schönes Dach mit einigen lohnenswerten Routen im siebten und achten Grad. Den Dreikaiserstuhl erreicht ihr, wenn ihr den Königsstein passiert und euch am Kamm rechts haltet. Hier gibt es an die 50 Touren in beinahe jedem Schwierigkeitsgrad. Achtung: Im Teuto ist Chalk fast überall verboten, bitte daran halten!

Weitere interessante Sekoren in der Region der Dörenther Klippen sind Brumleytal, Plisseetal oder die Osnabrücker Wand. Bitte informiert euch bei den Bergfreunden Ibbenbüren über die aktuellen Kletterregelungen.

Im Teutoburger Wald findet ihr auch den Halleluja Steinbruch bei Bielefeld. Hier lohnt vor allem ein Besuch für Boulderer – es gibt einige definierte Boulder. Mehr Infos gibt’s beim DAV Bielefeld oder im Kletterführer Teutoburger Wald.

3. Bochumer Bruch

Bochum, ich komm aus dir. Bochum, ich häng an dir. Wer kennt sie nicht, die Ode von Herbert Grönemeyer an die liebenswerte Ruhrpottmetropole. Aber in der Nähe von Bochum als Kletterer outdoor zu Werke gehen? Das geht – und zwar im Bochumer Bruch! Der „Bochumer Bruch“ ist ein 1958 stillgelegter, eingezäunter Steinbruch am Stadtrand von Wülfrath (Kreis Mettmann), etwa 30 Kilometer südwestlich der Bochumer Stadtmitte und etwas nördlich von Wuppertal. Er ist etwa 16 Hektar groß und bildet einen tiefen Kessel mit Felswänden von 30 bis 50 Metern Höhe.

Im Bochumer Bruch darf nur klettern, wer sich zuvor auf der Website www.bochumer-bruch.de angemeldet hat. Am Tag werden zum Schutz der Naturziele des DAV und sachgemäßen Umgang mit den Landschaftsschutzgebiet nur zwischen 20 und 50 Kletterer im Bruch zugelassen.

Der Kalkstein im Steinbruch ist flach, brüchig und glatt – also eigentlich genau das Gegenteil von dem, was ein Kletterer liebt. Der Großteil der Routen befindet sich an abgesprengten Wänden, manche Sektoren sind auch am natürlich belassenen Fels. Achtet bitte auf die Verhaltensregeln! Im Bochumer Bruch findet ihr Schwierigkeiten von 3 bis 9-.

4. Landschaftspark Duisburg

Landschaftspark Duisburg
Industriekultur bekommen Kletterer im Landschaftspark Duisburg-Nord unter dem klangvollen Namen „Expedition Stahl“. | ©Patrick Verhoef

 

Seit 1990 entwickelt die Sektion des Deutschen Alpenvereins in Duisburg den Klettergarten im Landschaftspark weiter. An die 400 Routen, die mit viel Aufwand vor allem an den Wandstrukturen der alten Bunkeranlagen eingerichtet wurden, können beklettert werden. An der Nordparkhütte gibt es auch einige Routen, die mit künstlichen Griffen ausgestattet wurden – und auch einen 300 Meter langen Klettersteig gibt es hier. Der Landschaftspark gehört mit etwa 7500 m² Kletterfläche zu den größten Klettergärten Deutschlands.

Die Routen Duisburger Park sind zwischen 10 und 22 Meter lang und bieten Schwierigkeiten vom zweiten bis zum neunten Schwierigkeitsgrad. Für sektionsfremde Besucher ist das Klettern kostenpflichtig, Erwachsene zahlen acht Euro am Tag.

Der DAV Duisburg bietet im Klettergarten regelmäßige Aufbau-, Schnupper- und Klettersteigkurse an. Mehr Infos zu den Klettermöglichkeiten und den Veranstaltungen des DAV Duisburg bekommt ihr unter den Links: www.landschaftspark.de und
www.dav-duisburg.de/.

5. Klettern im Ruhrtal

Der Deutsche Alpenverein ermöglicht Naturbegeisterten kostenloses Klettern in Herdecke. Oberhalb des Harkortsees, am Steilufer der Ruhr, befinden sich in der Dortmunder Nachbarstadt natürliche Kletterfelsen, die in Fachkreisen als „Avalonia“ bekannt sind. Seit 2017 gehören die Natursteine gemeinsam und zu gleichen Teilen dem Boulderclub Ruhrtal (BCR) und dem Landesverband NRW des Deutschen Alpenvereins (DAV).

6. Klettern am Kapplerstein

Das Gebiet „Kapplerstein“ bei Bad Berleburg ist seit Anfang August 2009 für das Klettern eingerichtet. Das feste, rauhe Porphyr-Gestein bietet rund 40 abwechslungsreiche Kletterrouten an der bis zu 20 Meter hohen Felswand. Kleingriffige Leisten, großgriffige Schuppen und Taschen, Platten, Risse, Verschneidungen, Überhänge – die Routen sind bei Kletterern aufgrund der abwechslungsreichen Bewegungen sehr beliebt.

7. Hillenburg bei Warstein

Im Mittelpunkt des Klettergebietes steht die Hillenbergwand mit Touren von über 50 Klettermetern. Rund 100 Routen befinden sich im Klettergebiet, zwischen dem 3. und dem 9. Schwierigkeitsgrad. Mit der Wandhöhe von 50 Metern und der damit verbundenen Möglichkeit von Mehrseillängentouren, stellt der Warsteiner Steinbruch eines der herausragenden Klettergebiete im Sauerland und sogar in ganz Nordrhein-Westfalen dar. Das Klettergebiet Hillenberg ist in die folgende fünf Wandbereiche eingeteilt: Wästerwand, Goldgräberwand, Hillenbergwand, Essener Wand und der Brauereifels.

Tipps zum Outdoor Klettern:

Indoor Bouldern und Klettern

Wenn es mal den ganzen Tag regnen sollte, du dich aber körperlich an deine Grenzen begeben möchtest, bieten Indoor Bouldern- und Klettermöglichkeiten die beste Alternative. Im folgenden findet Ihr eine kurze Liste mit hervorragenden Indoor-Parks:

MOVE Kletterhalle in Düsseldorf

Auf einer beeindruckenden Kletterfläche von 700 m² und 100km Kletterouten, werden verschiedenste Kletterrouten in allen Schwierigkeitsgraden angeboten. Die MOVE Kletterhalle war zudem die erste Kletterhalle in Düsseldorf, ist in die Bereiche Schulungs- bzw. Anfängerbereich, die Zone für Profis und einen Trainings-Parkour für Baum- und Industriekletterer unterteilt. Darüberhinaus bietet die Hallte eine Klettertherapie an, um zum Beispiel die Regeneration und Aktivierung des Bewegungsapparates nach einer Operation oder einem Schlaganfall zu fördern. Des Weiteren kann eine Klettertherapie bei psychischen Einschränkungen wie Angststörungen oder bei Depression hilfreich sein.

Boulderplanet

Der Boulderplanet in Köln ist eine reine Boulderhalle, liegt im Stadtteil Ehrenfeld und ist gut über den naheliegenden Bahnhof Ehrenfeld erreichbar. Die Kletterfabrik hat sogar mehr als 2.000 qm Kletterfläche für Fortgeschrittene und Anfänger. Des Weiteren verfügt Boulderplanet über einen umfangreichen Trainingsbereich um intensives Kraft Training zu betreiben. Hantelbänke, ein Klettergerüst und viele weitere spezielle Übungsgeräte für Kletterer und Boulderer, stehen im Trainingsbereich zur Verfügung.

Clip’n and Climb – Klettern im Dunkeln

In der Kletterhalle Clip’n Climb in Viersen bei Düsseldorf, finden Boulder-Begeisterte auf 650 Quadratmetern 35 verschiedenste Klettermodule mit Kletterrouten für Einsteiger und erfahrene Kletterer. Das Highlight im Clip’n Climb ist der Dark Tower. Hier kann komplett im Dunkeln, nur mit der Hilfe von leuchtenden Griffen, geklettert werden.

 

Hinweis: Auf Grund der anhaltenden Corona Pandemie, befinden sich viele Outdoor und Indoor Klettermöglichkeiten geschlossen. Vor der Anreise sollte sich daher ausführlich über die Öffnungszeiten informiert werden.

Weitere nützliche Linktipps zum Klettern in NRW:

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