Richtige Skipflege: So repariert Ihr euren Skibelag

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Eine Skipiste (oder der freie Skiraum) besteht leider nicht immer nur aus Schnee. Manchmal lauern unter der Schneedecke Steine, Wurzeln oder Äste. Die können leicht Macken, Kratzer und kleine Löcher in den Skibelag schlagen. Hat der Belag mehrere tiefe Kratzer, sieht das nicht nur hässlich aus. Skiinfo erklärt euch, wie Ihr den Belag wieder ausbessern könnt. 

 

 

Die Wartung und Pflege der eigenen Skier ist enorm wichtig. Zu viele Kratzer und Beschädigungen, können sich negativ auf das Fahrverhalten ausüben. Zudem sind die Kratzer im Belag natürlich Angriffsstellen für Feuchtigkeit, Rost und Verschmutzung, so dass sie den Belag langfristig stark beschädigen können, wenn man sie nicht behandelt. Auch zu stark abgenutzte Kanten vermindern den Halt auf eisigen Pisten was gefährlich werden kann. In jedem Skigebiet gibt es zahlreiche Fachgeschäfte, die euren Skibelag wieder aufpolieren. Das ist aber nicht immer günstig. In der Hochsaison hat man zudem keine Garantie, dass die Skier bis zum nächsten Tag auch repariert sind.

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Kratzer und Beschädigungen im Skibelag, können sich negativ auf das Fahrverhalten ausüben und bieten Angriffsstellen für Feuchtigkeit, Rost und Verschmutzung. | ©Denis Torkhov

Wer weiß, wie man seinen Belag selbst ausbessert, ist hier klar im Vorteil. Denn mit dem richtigen Equipment kann Skipflege durchaus auch selbst erledigt werden. Des Weiteren schadet es nie, die wichtigsten Handgriffe für die regelmäßige Nachbesserung selber zu beherrschen. Laut einigen Experten, empfiehlt es sich den Skibelag im Urlaub alle drei Tage nachzuwachsen. Dadurch bleiben die Skier schneller und drehfreudiger.

Erst putzen, dann reparieren

Um den Skibelag zu reparieren, braucht man neben einem sauberen Tuch ein altes Bügeleisen (oder ein spezielles Ski-Bügeleisen), Kunststoff-Streifen aus Polyethylen, die es in jedem Skigeschäft zu kaufen gibt, und ein Bastelmesser. Neben den Kunststoffstreifen gibt es auch Granulat, mit dem man die beschädigte Stelle ausbessern kann. Bevor ihr den Kratzer oder die Macke ausbessert, solltet ihr den Belag gründlich reinigen und ihn gut abtrocknen lassen. Denn wenn Schmutz, Staub oder Flüssigkeit unter das Füllmaterial gelangen, kann sich der Kunststoff nicht so gut mit dem alten Belag verbinden. Wenn kleinere Belagreste aus der Lauffläche heraus stehen, kann man die mit dem scharfen Messer vorsichtig abschneiden. Auf keinen Fall solltest du diese Reste mit den Fingern abreißen. Sonst kann es passieren, dass du den Belag weiter beschädigst.

 

Den Skibelag ausbessern

Ist der Skibelag sauber und komplett trocken, träufelt man das Reparaturmaterial (Repair Candle) in die beschädigte Stelle. Dazu muss das Polyethylen mit dem Bügeleisen oder einem Feuerzeug geschmolzen werden. Das Bügeleisen (kein Dampfbügeleisen!) hat dabei den Vorteil, dass man über die Spitze besser zielen kann und weniger Material auf den Belag tropft. Anschließend wird das Füllmaterial mit einem Abzieheisen glatt gestrichen und noch einmal in den Belag gedrückt.

Sobald der Kunststoff getrocknet ist, kann man mit einer feinen Feile oder Schmirgelpapier überschüssiges Material entfernen, bis der Belag wieder eben ist. Achtet darauf, immer in Laufrichtung zu arbeiten und nicht zu viel Druck auf den Belag zu bringen. Ansonsten kann es passieren, dass ihr die Lauffläche beschädigt oder sich das Füllmaterial wieder löst. Anschließend sollte der Belag natürlich neu gewachst werden.

Anwendung einer Repair-Candle ohne Bügeleisen

Die Repair Candles bestehen aus dem gleichen Material wie der Skibelag und werden angezündet, um dann flüssig in den tiefen Kratzer hineinzufließen. Das Anzünden der Kerze kann 15-30 Sekunden dauern. Die brennende Repair Candle sollte bei dem Vorgang immer über die zu reparierende Stelle gehalten werden. Zudem sollte die Candle so nah wie möglichst am Kratzer sein. Wir empfehlen einen Abstand von 1cm. Als nächstes sollte das flüssige Material in den Kratzer fließen.

Die Repair Candle erst entfernen, wenn der gesamte Kratzer ausführlich bedeckt ist. Danach die Candle auspusten. Wichtig: die Candle sollte nicht wie ein Streichholz ausgeschüttelt werden, da ansonsten das heiße Material herumspritzen kann. Der Kratzer sollte anschließen 10min trocknen. Mit einer scharfen Metall-Abziehklinge kann danach das überschüssige Material entfernt werden. Das Material muss so lange abgetragen werden, bis keine Erhebung mehr zu sehen ist. Zur Überprüfung kann dabei mit dem Finger über die reparierte Stelle gefahren werden. Zudem lohnt es sich, die Abziehklinge waagerecht auf die Stelle aufzulegen um nachzuschauen, dass kein Spalt mehr zu sehen ist.

 

Skikanten schleifen

Damit sich die Stahlkanten am Ski oder Snowboard auch weiterhin gut auf Eis festkrallen können, müssen diese hin wieder geschliffen werden. Um die Skikanten richtig schleifen zu können, sollte ein Seitenwangenhobel benutzt werden. Zudem wird auch ein Kantenschleifer benötigt. Am Besten sollte ein Schleifer benutzt werden an dem verschiedene Winkel eingestellt werden können. Des Weiteren wird eine Feile und zur Feinpolitur eine Diamantfeile benötigt. Mit der Diamantfeile kann eine dichte Oberfläche auf der Kante erzeugt werden.  Ein Alu Oxyd Stein sollte ebenso parat liegen.

Die Vorgehensweise in der Übersicht:

  1. Den Ski auf eine gerade Ebene / große Ablagefläche legen.
  2. Mit Schleifstein danach vorsichtig über die Stahlkanten gehen und die Oberfläche leicht polieren.
  3. Ein Stück der Seitenwange mit dem Seitenwangenhobel entfernen.
  4. Den Kantenschleifer auf Kantenwinkel einstellen und die Feile leicht schräg einspannen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Feile trotz der Taillierung des Skis überall auf die Stahlkante kommt.
  5. Mit Kantenschleifer von vorne nach hinten über die Kante gehen.
  6. Zum Abschluss die Kanten mit der Diamantfeile polieren.

 

Nicht an Luxus-Ski üben

Kleinere Kratzer auszubessern, ist nicht schwer. Trotzdem ist es besser, sein Reparatur-Talent vorher an alten Skiern zu testen. Hier kann man Erfahrung sammeln, ohne Angst haben zu müssen, die Skier zu beschädigen. Ist der Belag großflächig beschädigt oder hat er viele Kratzer, ist es aber in jedem Fall die beste Lösung, seine Bretter ins Fachgeschäft zu bringen. Denn solche Reparaturen werden schnell sehr zeitaufwändig und das Resultat ist beim Fachmann meist eine Spur besser. Zudem ist gerade bei großen und tiefen Schäden die Gefahr groß, dass sich das Reparaturmaterial beim Fahren wieder löst.

Gutes Gelingen!

 

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