Wandern, für viele ist das gleichbedeutend mit satten Anstiegen, dem Erklimmen von Berggipfeln und anspruchsvollem Gelände. Statistisch gesehen bewegen sich ein Großteil der aktiven Wanderer im deutschsprachigen Raum aber mehr auf gut ausgebauten, einfachen Pfaden. Kaum bis wenig Steigung oder Gefälle, kein rutschendes Geröll und vielleicht gelegentlich mal nach einem Regenguss eine feuchte Wiese oder etwas matschiger Untergrund erwarten die Schuhe hier. Unser Profil für den Wanderschuhtest 2013 lautete daher:

Leichte Wanderschuhe unter 170 Euro UVP. Wir suchen Schuhe, die insbesondere für längere Eintagestouren geeignet sind. Sie sollen leicht sein und dennoch ein hohes Maß an Komfort bieten. Ihr Einsatzort sind Wanderwege/Pfade im eher einfachen Gelände. Füße halten sie auch bei Matsch oder Regen trocken und verfügen über einen guten Grip. Die Testmodelle sollten Halbschuhe sein, maximal Knöchelhöhe erreichen.

Die Bandbreite ist groß

Mit diesen Vorzeichen bekamen wir ein breites Spektrum an Wanderschuhen von den Herstellern. Einige Firmen setzten auf berglaufähnliche Sportschuhe, andere auf feste Halbschuhe aus Leder, andere auf knöchelhohe, stabile Treter. So flexibel und uneinheitlich wie die Marken dürfte sich in der Realität auch die Käuferschicht aufstellen: Der eine will doch mehr Halt und nimmt das Mehrgewicht in Kauf, der andere mag es sportlich, der dritte zieht sogar einen Zustiegsschuh vor. Das Komfortlevel war zudem höchst unterschiedlich. In diesem Testfeld sollte sich also für eine ganz unterschiedliche Gruppe an Wanderern das passendes Modell finden. Mit von der Partie sind die Marken Merrell, The North Face, Aku, Keen, Salomon, Jack Wolfskin, Viking, Adidas, Hanwag und La Sportiva.

Die Testschuhe im Überblick

- Adidas Terrex Fast X GTX
- Aku Arriba Mid II GTX
- Hanwag Comox Low GTX
- Jack Wolfskin All Terrain Texapore Men
- Keen Bryce WP
- La Sportiva Hyper Mid GTX
- Merrell Moab Mid Waterproof
- Salomon Synapse CS WP
- The North Face Hedgehog Guide GTX
- Viking Anaconda Boa III GTX

Wie haben wir getestet?

Die Schuhe wurden im Mai und Anfang Juni auf verschiedenen Touren im flachen Münsterland, im Harz und im Sauerland getragen. Die Tester bewerteten den Lauf-Komfort subjektiv nach Kriterien wie Dämpfung, Abrollverhalten und Stabilität, Gleichermaßen gaben sie Noten für die Passform (An- und Ausziehen, Schnürung, Sitz an Vorderfuß und Ferse) und das Schuhklima. Im Anschluss wurden die Testschuhe auf ihre Features bewertet. Für den Grip-Test musste die Testanten neben den Touren eine Teststrecke meistern, die nasses Gras, einen Matsch-Abschnitt und feuchtes, moosiges und glattes Holz jeweils bei Steigungen zwischen 30 und 35 Grad bergauf und bergab beinhaltete.

Vorab setzte die Redaktion die Schuhe unter Wasser. Zunächst mussten diese fünf Minuten bei ca. 3,5 cm hohem Wasser (knapp über dem Sohlenrand) aushalten, danach standen weitere sechs Minuten bei 4,5 cm Wasserstand an. Dabei waren bei allen Schuhen die Schuhkappen komplett bedeckt - bei den Halbschuhen ragte das Wasser bis knapp unterhalb der Gesamthöhe. Nach jedem Bad prüften wir die nominell wasserdichten Schuhe auf Durchfeuchtung und wogen sie, um aufgenommenes Wasser zu dokumentieren.

Da unsere Anforderungen auf leichte und komfortable Schuhe ausgerichtet war, wurden diese Werte höher gewichtet, als die Noten für Stabilität. Am Ende entschieden wir uns wegen des inhomogenen Feldes nicht dafür, einen Testsieger und einen Kauftipp zu vergeben, sondern jeweils einen Kauftipp für mittelhohe Leichtwanderschuhe und einen für Halbschuhe zu verleihen. Die Sieger kommen damit aus dem Hause Hanwag und Aku. Doch auch andere Schuhe haben uns wirklich gut gefallen, wie ihr in den Einzelbewertung nachlesen könnt. Am Ende kann der Kaufentscheid vor allem eine Typenfrage sein. Klickt euch also durch unsere Testergebnisse!

Übrigens: Tipps zum Wanderschuhkauf sowie zur Frage, wann der Schuh richtig passt, findet ihr in unserem Service-Artikel zu diesem Thema.