Von Lawinen bis Whiteout – Wenn Schnee zur Gefahr wird

Magazine Wissenswertes Von Lawinen bis Whiteout – Wenn Schnee zur Gefahr wird

Die Gefährdung vor Lawinen in den Alpen bleibt aktuell weiterhin hoch. Doch wie entstehen Lawinen eigentlich und welche verschiedenen Arten gibt es? Im Artikel erfahrt ihr außerdem, welche weiteren Gefahren die weiße Pracht mit sich bringen kann.

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Allgemeines zur Entstehung von Lawinen

Jeden Winter steigt mit zunehmender Schneemenge die Lawinengefahr an den Hängen der Berge an. Dahinter steckt ein einfaches, physikalisches Prinzip: Solange die Haftkraft innerhalb einer Schneedecke größer als die Zugkraft ist, passiert nichts. Die Haftkraft kann jedoch nicht beliebig anwachsen. Wenn sie maximal wird, fängt die Schneeschicht an zu gleiten. Wo und wann genau sich eine Lawine ablöst, ist aber schwer vorherzusagen. Das macht Lawinen so gefährlich. Oft werden diese auch durch zusätzliches Gewicht ausgelöst.

Als Lawine kann übrigens neben Schnee auch der Abgang von Eis oder Schlamm bezeichnet werden. Man kann zwei unterschiedliche Arten von Schneelawinen unterscheiden: Die Schneebrettlawinen und Lockerschneelawinen. Generell kann man sagen, dass Lawinen an der windabgewandten Seite der Berge am häufigsten auftreten. Die Analyse der Lawinengefahr ist jedoch sehr komplex. Bei einem Ausflug in schneebecktes Hochgebirge ist es also unabdingbar, sich vorher genauestens über die Lawinengefahr zu informieren. Auch eigene Beobachtungen zum Aufbau bzw. zu Rissen in der Schneedecke und die Kenntnis über die Entwicklung der Wetterlage tragen zur Sicherheit bei.

Die Schneebrettlawine

Diese Lawinenart tritt meist bei einer Hangneigung zwischen 30 und 50° auf. Dabei löst sich eine Schneeschicht entlang einer Abrisskante quer zum Hang und gerät in Bewegung. Das kann zum Beispiel passieren, wenn Neuschnee auf eine hart gefrorene Altschneedecke fällt und wenig Halt findet. Aus einem abrutschendem Schneebrett kann sich auch eine Staublawine bilden.

Lawinen
Bei der Schneebrettlawine ist besonders die scharfe Abrisskante charakteristisch. (© www.slf.ch/fr/avalanches)

Die Lockerschneelawine

Lockerschneelawinen kennzeichnen sich durch einen punktförmigen Abriss. Sie treten an etwas steileren Hängen mit einer Neigung von 40 bis 60° auf und kommen meist bei unverfestigtem Schnee vor. Durch eine Kettenreaktion wächst die Lawine. Diese Lawinen treten oft während oder kurz nach einem Schneefallereignis oder bei starker Erwärmung auf. Besonders bei nassem Schnee können diese Lawinen eine beachtliche Größe erreichen.

 

Das Phänomen Whiteout

Eine weitere Gefahr für Skifahrer stellen schlechte Sichtbedingungen bei der Abfahrt dar. Die Kombination aus Schneefall und Nebel kann zum sogenannten Whiteout führen. Hier sind die Lichtverhältnisse besonders diffus und es werden keine Helligkeitsunterschiede und auch der Horizont nicht mehr wahrgenommen. Das kann zur Desorientierung und Gleichgewichtsverlust führen. Bei solchen Bedingungen sollte man sich vorher ausreichend über den Routenverlauf informieren um ein Abgleiten in lawinengefährdete Gebiete zu vermeiden.

 

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Bei einem Whiteout fällt die Orientierung extrem schwer, da alles weiß erscheint und kein Horizont mehr wahrgenommen wird. | ©Shutterstock

 

Auch eine geeignete Skibrille mit großem Sichtfeld ist bei solch widrigen Bedingungen wichtig. Sie kann die Wahrnehmung von Kontrast verstärken, sodass Geländekanten und Skispuren besser zu sehen sind. Im Zweifelsfalle sollte man lieber eine Besserung der Wetterverhältnisse abwarten oder umkehren und sich anhand der eigenen Spuren auf bekannte Wege begeben.

 

Lawinenberichte

Zur aktuellen Lawinengefährdung im Alpenraum könnt ihr euch unter lawinen.report bzw. bei den einzelnen Lawinenwarndiensten informieren.

 

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