Das Trentino begeistert mit einer einzigartigen Kombination aus imposanten Berglandschaften, kristallklaren Seen und mediterranem Flair. Während der Gardasee jedes Jahr Millionen Besucher anzieht und zu den bekanntesten Urlaubszielen Italiens zählt, warten nur wenige Kilometer entfernt zahlreiche kleinere Bergseen darauf, entdeckt zu werden. Eingebettet zwischen den majestätischen Gipfeln der Dolomiten und den Ausläufern der Alpen bieten sie eine wohltuende Alternative zum Trubel am Seeufer des Lago di Garda. Die Lage könnte kaum schöner sein: Wie ein Fjord schiebt sich der nördliche Gardasee zwischen die steilen Felsmassive von Monte Baldo und Monte Tremalzo. Charmante Orte wie Riva del Garda, Limone sul Garda und Malcesine sorgen für italienisches Lebensgefühl, während Torbole als Hotspot für Windsurfer, Mountainbiker und Outdoor-Fans gilt. Gerade in den Sommermonaten wird es hier jedoch oft voll.

Wer Ruhe, Natur und glasklares Wasser sucht, findet sie an den zahlreichen kleineren Seen des Trentino. Ob idyllischer Badesee, türkisfarbener Bergsee oder verstecktes Naturjuwel, sie laden zum Schwimmen, Stand-up-Paddeln, Wandern oder einfach zum Entspannen inmitten einer beeindruckenden Alpenkulisse ein. Viele der Seen liegen in geschützten Naturparks und begeistern mit hervorragender Wasserqualität sowie einer einzigartigen Landschaft. In diesem Artikel stellen wir euch die schönsten Seen im Trentino vor, von bekannten Ausflugszielen bis hin zu echten Geheimtipps für einen entspannten Badetag in den Bergen.
Seen mit viel Charme und Gemütlichkeit
Jeder See im Trentino besitzt seinen ganz eigenen Charakter. Manche beeindrucken mit ihrer spektakulären Bergkulisse, andere mit kristallklarem Wasser oder historischen Orten direkt am Ufer. Viele eignen sich hervorragend zum Baden, andere sind wahre Naturparadiese oder beliebte Ziele für Wanderer und Wassersportler.
Wer mehrere Seen miteinander kombinieren möchte, profitiert von den kurzen Entfernungen. Oft liegen zwischen zwei Naturjuwelen weniger als eine halbe Stunde Fahrzeit.
Wissenswertes über die Seen im Trentino
Dass das Trentino heute über so viele Seen verfügt, verdankt die Region vor allem den gewaltigen Gletschern der letzten Eiszeit. Als sich diese vor rund 12.000 Jahren zurückzogen, hinterließen sie tiefe Becken, die sich nach und nach mit Schmelzwasser füllten. So entstanden zahlreiche natürliche Bergseen wie der Lago di Tovel oder der Lago di Molveno.
Daneben prägen auch einige künstlich angelegte Stauseen die Landschaft. Sie dienen heute vor allem der Energiegewinnung oder dem Hochwasserschutz, haben sich aber längst zu beliebten Ausflugszielen entwickelt. Die Badesaison dauert je nach Höhenlage meist von Ende Mai bis Mitte September. Während hochgelegene Seen auch im Sommer angenehm kühl bleiben, erreichen die tiefer gelegenen Badeseen wie der Lago di Caldonazzo Wassertemperaturen von bis zu 27 Grad Celsius.
Baden am UNESCO-Weltkulturerbe: Lago di Ledro

Schon die Anfahrt macht deutlich, warum der Ledrosee zu den schönsten Seen Norditaliens zählt. Nach wenigen Kilometern durch den Tunnel westlich von Riva del Garda öffnet sich plötzlich ein weitläufiges Tal mit einem tiefblauen Bergsee, eingerahmt von dunklen Wäldern und markanten Gipfeln. Der Lago di Ledro liegt auf rund 650 Metern Höhe und wirkt wie die ruhige Schwester des Gardasees. Während unten am Lago di Garda in den Sommermonaten reger Betrieb herrscht, geht es hier deutlich entspannter zu. Statt großer Hotelanlagen dominieren kleine Orte, gemütliche Pensionen und naturbelassene Ufer.
Ein besonderer Vorteil: Das Wasser erwärmt sich im Sommer häufig sogar stärker als das des rund 600 Meter tiefer gelegenen Gardasees. Temperaturen von über 23 Grad sind keine Seltenheit, weshalb der Ledrosee zu den beliebtesten Badeseen der Region gehört. Auch Aktivurlauber kommen auf ihre Kosten. Rund um den See führen zahlreiche Wander- und Mountainbikewege. Besonders bekannt ist die Strecke hinauf zum Tremalzo, einem der legendärsten Mountainbike-Berge Europas.
Neben Natur bietet der Lago di Ledro auch kulturelle Highlights. Das Pfahlbaumuseum in Molina di Ledro gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und zeigt rekonstruierte Siedlungen aus der Bronzezeit, deren Überreste 1929 beim Absinken des Wasserspiegels entdeckt wurden. Moderne Kunst findet sich dagegen entlang des “Ledro Land Art”-Pfades. Auf einem rund drei Kilometer langen Rundweg entstehen zwischen Wald und Wiesen immer wieder neue Skulpturen aus Naturmaterialien.
Tipp: Wer früh morgens an den See kommt, erlebt den Ledrosee oft spiegelglatt – perfekte Bedingungen für Fotos oder eine entspannte SUP-Tour.
Erfrischend klein: Lago di Tenno

Nur wenige Kilometer oberhalb des Gardasees versteckt sich einer der faszinierendsten Seen des Trentino. Bereits beim ersten Blick fällt das intensive Türkis des Wassers auf, das beinahe an tropische Lagunen erinnert. Verantwortlich dafür sind feinste Kalkpartikel, die das Sonnenlicht auf besondere Weise reflektieren. Der Tennosee zählt zu den saubersten Seen Italiens.
Der Lago di Tenno ist vergleichsweise klein, wirkt aber gerade deshalb besonders idyllisch. Im Sommer laden mehrere Liegewiesen und kleine Kiesstrände zum Baden ein. Das Wasser bleibt selbst während der heißen Monate angenehm frisch und außergewöhnlich klar. Eine Besonderheit ist die kleine Insel in der Seemitte. Sinkt der Wasserspiegel im Herbst oder Frühjahr, lässt sie sich teilweise sogar zu Fuß erreichen.
Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich mit Canale di Tenno eines der schönsten mittelalterlichen Dörfer Italiens. Die autofreien Gassen, Natursteinhäuser und blumengeschmückten Innenhöfe wirken fast wie ein Freilichtmuseum. Im Sommer finden hier regelmäßig Kunstausstellungen statt, während im Dezember ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt Besucher aus der ganzen Region anzieht. Auch botanisch besitzt die Umgebung eine Besonderheit: Rund um den Tennosee wachsen die nördlichsten Olivenhaine Europas.
Tipp: Wer den Tennosee besucht, sollte unbedingt den kurzen Spaziergang nach Canale di Tenno einplanen. Die Kombination aus türkisfarbenem Wasser und mittelalterlichem Dorf zählt zu den schönsten Ausflügen im nördlichen Gardaseegebiet.
Für Romantiker: Lago di Toblino

Der Lago di Toblino gehört ohne Zweifel zu den stimmungsvollsten Seen der Region. Schon von weitem fällt das märchenhafte Castel Toblino ins Auge, das auf einer kleinen Landzunge direkt am Wasser thront. Umgeben von Weinbergen, Schilfgürteln und steilen Berghängen wirkt die Renaissanceburg beinahe wie aus einem Gemälde.
Seit Jahrhunderten ranken sich zahlreiche Legenden um das Schloss. Besonders bekannt ist die Geschichte zweier Liebender, deren Geister in Vollmondnächten noch heute über den See schweben sollen. Ob wahr oder nicht – spätestens wenn am frühen Morgen Nebelschwaden über das Wasser ziehen, versteht man, warum sich dieser Ort zu einem der romantischsten Plätze des Trentino entwickelt hat. Heute beherbergt das Schloss ein Restaurant mit Seeterrasse. Von hier genießt man nicht nur einen herrlichen Blick auf den See, sondern kann auch regionale Spezialitäten probieren, darunter den berühmten Vin Santo Trentino.
Naturliebhaber umrunden den Lago di Toblino auf einem rund zehn Kilometer langen Wanderweg. Unterwegs wechseln sich Weinberge, kleine Wälder und herrliche Aussichtspunkte ab. Der Toblinosee liegt außerdem im Valle dei Laghi, dem “Tal der Seen”. Mehrere kleinere Seen sowie bekannte Weinanbaugebiete machen die Region zu einem beliebten Ziel für Genießer.
Das Tor zum Gardasee: Garda Trentino
Wer sich dem Gardasee von Norden nähert, erlebt eine der eindrucksvollsten Landschaften Norditaliens. Die Straße führt zunächst durch das Valle dei Laghi, das „Tal der Seen“, vorbei am Lago di Toblino und Lago di Cavedine. Zwischen Weinbergen, Obstgärten und kleinen Dörfern schlängelt sie sich schließlich Richtung Arco und Riva del Garda. Plötzlich öffnet sich der Blick auf den größten See Italiens – eingerahmt von steil aufragenden Felswänden, die den nördlichen Gardasee fast wie einen norwegischen Fjord erscheinen lassen. Doch genau dieser Kontrast macht den Reiz des Garda Trentino aus. Während sich rund um Riva del Garda, Torbole und Limone mediterrane Pflanzen wie Palmen, Zypressen und Olivenbäume finden, beginnen nur wenige Kilometer entfernt bereits alpine Wanderwege und Klettersteige. Hier treffen mediterranes Klima und hochalpine Landschaft unmittelbar aufeinander.
Vor allem Wassersportler schätzen die konstanten Winde „Ora“ und „Pelèr“, die den nördlichen Gardasee zu einem der besten Surf- und Segelreviere Europas machen. Windsurfer, Kitesurfer, Segler und Stand-up-Paddler teilen sich das glitzernde Wasser mit Badegästen und Ausflugsschiffen. Auch Radfahrer kommen voll auf ihre Kosten. Rund um Arco, Torbole und Riva verlaufen einige der bekanntesten Mountainbike-Trails Europas, während gemütliche Radwege entlang des Seeufers auch Familien begeistern.
Wassertemperatur: Im Hochsommer erreicht der Gardasee im nördlichen Bereich durchschnittlich etwa 23 °C und bietet damit ideale Bedingungen zum Baden.
Tipp: Wer den großen Besucherströmen entgehen möchte, besucht den Gardasee am frühen Morgen oder kombiniert ihn mit einem Ausflug zu den ruhigeren Bergseen im Hinterland.
Surfen im Bergwald: Lago di Molveno

Eingebettet zwischen den spektakulären Felswänden der Brenta-Dolomiten und dem Paganella-Massiv liegt der Lago di Molveno auf rund 820 Metern Höhe. Sein tiefblaues Wasser bildet einen beeindruckenden Kontrast zu den hellen Kalkfelsen im Hintergrund und macht den See zu einem der meistfotografierten Orte des Trentino. Bereits mehrfach wurde der Molvenosee von italienischen Umweltverbänden als einer der saubersten und schönsten Seen Italiens ausgezeichnet. Die hervorragende Wasserqualität und die beeindruckende Landschaft ziehen jedes Jahr Naturfreunde, Familien und Aktivurlauber gleichermaßen an.
Der fast fünf Kilometer lange See entstand vor rund 3.000 Jahren durch einen gewaltigen Bergsturz, der das Tal aufstaute. Heute präsentiert er sich als wahres Freizeitparadies. Am Ufer befinden sich gepflegte Liegewiesen, Badebuchten, Spielplätze sowie Boots- und SUP-Verleihe. Kajakfahren, Windsurfen oder eine entspannte Tretbootfahrt gehören ebenso zum Sommerprogramm wie Wanderungen entlang des Ufers. Das gleichnamige Bergdorf Molveno zählt zu den schönsten Orten Italiens. Kleine Gassen, gemütliche Cafés und regionale Spezialitäten sorgen für typisch italienisches Flair.
Wer die umliegende Bergwelt erkunden möchte, erreicht mit der Seilbahn bequem die Hochebene der Paganella. Von dort eröffnen sich fantastische Wanderungen mit Blick auf die Brenta-Dolomiten – UNESCO-Weltnaturerbe. Nicht weit südlich liegt außerdem der Laghetto di Nembia, ein kleiner Natursee mit etwas wärmerem Wasser und einer besonders ruhigen Atmosphäre.
Tipp: Frühmorgens spiegeln sich die Dolomitengipfel oft perfekt im Wasser, ein Traum für Fotografen.
Der wärmste Badesee der Alpen: Lago di Caldonazzo
Wer warmes Wasser liebt, kommt am Lago di Caldonazzo nicht vorbei. Der größte See des Valsugana gilt als wärmster Badesee der Alpen. Im Juli und August steigt die Wassertemperatur regelmäßig auf 26 bis 27 °C und sorgt damit für ideale Bedingungen zum Schwimmen.
Doch der See ist weit mehr als nur ein Badeparadies. Dank seiner konstanten Winde zählt er auch zu den beliebtesten Revieren Italiens für Segler, Windsurfer und Wasserskifahrer. Zahlreiche Verleihstationen bieten Kajaks, SUP-Boards oder Tretboote an. Rund um den See wechseln sich familienfreundliche Strandbäder mit naturbelassenen Uferabschnitten ab. Besonders Kinder profitieren von den flach abfallenden Einstiegen und den weitläufigen Liegewiesen. Eine Uferpromenade verbindet mehrere kleine Orte miteinander und lädt zum gemütlichen Spaziergang oder zur Fahrradtour ein.
Tipp: Besonders schön präsentiert sich der See am Abend, wenn sich die umliegenden Berge im ruhigen Wasser spiegeln und zahlreiche Restaurants direkt am Ufer regionale Spezialitäten servieren.
Klein, ruhig und familienfreundlich: Lago di Levico
Nur wenige Kilometer vom Lago di Caldonazzo entfernt liegt dessen kleiner Bruder – der Lago di Levico. Eingebettet zwischen dichten Wäldern und sanften Hügeln wirkt er deutlich ruhiger und ursprünglicher. Gerade Familien schätzen die entspannte Atmosphäre. Große Liegewiesen, schattenspendende Bäume und das klare Wasser laden zu einem entspannten Badetag ein. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Levico Terme zu einem bekannten Kurort. Noch heute erinnern historische Villen und gepflegte Parkanlagen an diese Zeit.
Das Strandbad Lido di Levico gehört zu den schönsten der Region. Hier finden regelmäßig Veranstaltungen, Live-Musik und Sommerfeste statt. Gleichzeitig bleibt genügend Platz für Ruhesuchende. Wer etwas Bewegung sucht, kann den See auf einem gemütlichen Rundweg umrunden oder den Besuch mit einem Spaziergang durch den historischen Kurpark verbinden.
Tipp: Durch die Nähe zum Lago di Caldonazzo lassen sich beide Seen ideal an einem Tag entdecken.
Der geheimnisvolle Bergsee: Lago di Tovel
Tief im Naturpark Adamello Brenta versteckt sich einer der faszinierendsten Seen des Trentino. Umgeben von dichten Wäldern und den imposanten Felswänden der Brenta-Dolomiten wirkt der Lago di Tovel beinahe mystisch. Seine größte Berühmtheit verdankt er einem außergewöhnlichen Naturphänomen. Bis in die 1960er-Jahre färbte sich das Wasser während des Sommers regelmäßig tiefrot. Lange Zeit glaubte man, eine bestimmte Algenart sei dafür verantwortlich. Heute gehen Wissenschaftler davon aus, dass mehrere natürliche Faktoren zusammenwirkten. Seit 1964 trat das Phänomen allerdings nicht mehr auf.
Geblieben ist ein See von außergewöhnlicher Schönheit. Das Wasser schimmert heute intensiv türkis und gehört zu den klarsten Gewässern der Region. Der Lago di Tovel liegt mitten im größten Naturschutzgebiet des Trentino. Mit etwas Glück lassen sich hier Gämsen, Murmeltiere, Steinadler oder sogar Braunbären beobachten, die im Adamello-Brenta-Naturpark wieder heimisch geworden sind.
Ein gut ausgebauter Rundweg führt einmal um den See und eröffnet immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Gipfel. Direkt am Ufer informiert das Besucherzentrum des Naturparks über Flora, Fauna und die Geschichte des berühmten „Roten Sees“. Nach einer Wanderung laden urige Berghütten und Gasthäuser zu regionalen Spezialitäten ein. Besonders bekannt sind Carne Salada, Polenta mit Wildragout oder hausgemachter Apfelstrudel – typische Gerichte des Trentino.
Tipp: Der Lago di Tovel zählt besonders im Herbst zu den schönsten Fotomotiven der Region, wenn sich die bunten Lärchenwälder im glasklaren Wasser spiegeln.
Größtes Feuchtgebiet der Region: Lago di Loppio
Zwischen dem Gardasee und Rovereto liegt ein ganz besonderes Naturschutzgebiet. Wo sich früher der Lago di Loppio erstreckte, befindet sich heute eines der größten Feuchtgebiete des Trentino. In den 1950er-Jahren wurde der See durch den Bau eines unterirdischen Tunnels zur Wasserregulierung weitgehend trockengelegt. Was zunächst wie ein Eingriff in die Natur wirkte, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem einzigartigen Biotop. Heute wechseln sich kleine Wasserflächen, Schilfgürtel, Feuchtwiesen und sumpfige Bereiche miteinander ab.
Seit 1987 steht das Gebiet unter strengem Naturschutz und zählt zu den wichtigsten Lebensräumen für zahlreiche Vogelarten, Amphibien und seltene Pflanzen. Besonders im Frühjahr und Herbst ist das Biotop ein Paradies für Ornithologen und Naturfotografen. Ein Rundweg führt durch das Schutzgebiet und bietet immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegenden Berge. Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich außerdem der Palazzo Castelbarco. Die mittelalterliche Adelsresidenz wurde während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt und später teilweise restauriert. Heute befindet sich das Gebäude in Privatbesitz und erinnert an die bewegte Geschichte der Region.
Tipp: Der Lago di Loppio eignet sich hervorragend als Zwischenstopp auf dem Weg zwischen Rovereto und dem Gardasee.
Italienischer Canyon: Lago di Santa Giustina

Mitten im fruchtbaren Val di Non, das vor allem für seine Apfelplantagen bekannt ist, erstreckt sich der Lago di Santa Giustina. Anders als viele natürliche Bergseen entstand er durch den Bau eines gewaltigen Staudamms und ist heute der größte künstliche See des Trentino. Seine eigentliche Attraktion verbirgt sich jedoch an den Seitenarmen des Sees. Über Jahrtausende grub sich der Wildbach Noce tief in den Kalkstein und formte spektakuläre Schluchten mit bis zu 50 Meter hohen Felswänden.
Heute können Besucher diese Canyons auf ganz unterschiedliche Weise entdecken. Besonders beliebt sind geführte Kajak- oder Kanutouren, bei denen man lautlos zwischen den steilen Felsen hindurchgleitet. Auch Canyoning-Ausflüge und Bootstouren bieten außergewöhnliche Perspektiven auf diese beeindruckende Landschaft.
Ein weiteres Highlight ist der Parco Fluviale Novella. Über Holzstege, Brücken und schmale Wege führt eine rund 3,5 Kilometer lange Wanderroute tief in die Schluchten hinein. Hier lassen sich bizarre Felsformationen, kleine Wasserfälle und versteckte Höhlen aus nächster Nähe bestaunen.
Tipp: Im Sommer sorgen die engen Schluchten selbst an heißen Tagen für angenehm kühle Temperaturen.
Lago di Stramentizzo
Im Fleimstal, an der Grenze zwischen Trentino und Südtirol, liegt der Lago di Stramentizzo. Der künstlich angelegte See entstand zur Nutzung der Wasserkraft und spielt bis heute eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung der Region.
Hier wird der Fluss Avisio aufgestaut, bevor das Wasser durch einen fast zehn Kilometer langen Tunnel unter dem Trudner Horn bis zum Kraftwerk St. Florian geleitet wird. Dort entstehen jährlich rund 400 Millionen Kilowattstunden Strom – genug, um zahlreiche Haushalte mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Trotz seiner technischen Bedeutung fügt sich der See harmonisch in die alpine Landschaft ein. Umgeben von dichten Wäldern und den Gipfeln des Fleimstals bietet er eine ruhige Atmosphäre fernab der großen Touristenströme.
Vor allem Wanderer und Radfahrer schätzen die wenig bekannte Region. Die umliegenden Wege eröffnen immer wieder herrliche Ausblicke auf den See und die umliegenden Berge.
Geheimtipp im Valle dei Laghi: Lago di Cavedine
Nur wenige Kilometer westlich des Gardasees liegt der Lago di Cavedine – einer der ruhigsten und ursprünglichsten Seen im Trentino. Eingebettet zwischen den steilen Kalkfelsen des Sarcatals präsentiert sich der See in leuchtenden Blau- und Türkistönen. Während am Gardasee im Sommer reger Betrieb herrscht, begegnet man hier häufig vor allem Einheimischen.
Der Lago di Cavedine ist besonders bei Anglern beliebt. Gleichzeitig sorgen die thermischen Winde für gute Bedingungen zum Windsurfen und Segeln. Eine kleine Surfschule bietet auch Anfängern die Möglichkeit, die ersten Versuche auf dem Wasser zu wagen.
Wer lieber entspannen möchte, findet mehrere ruhige Uferbereiche mit herrlichem Blick auf die umliegenden Berge.
Tipp: Die Kombination aus Lago di Toblino, Lago di Cavedine und dem Valle dei Laghi eignet sich perfekt für einen abwechslungsreichen Tagesausflug.
Der Badesee der Einheimischen: Lago di Lamar
Kristallklares Wasser nur wenige Minuten von Trient entfernt. Der Lago di Lamar gehört zu den beliebtesten Badeseen der Einheimischen und bleibt dennoch vielen Urlaubern verborgen. Er liegt auf der Hochebene von Monte Terlago, nur rund 15 Kilometer nordwestlich von Trient.
Besonders an heißen Sommertagen zieht es Familien und Naturfreunde hierher. Das Wasser ist außergewöhnlich klar und schimmert je nach Sonneneinstrahlung in verschiedenen Blau- und Grüntönen. Mehrere Liegewiesen sowie schattige Plätze unter Kiefern machen den See zu einem idealen Ziel für einen entspannten Badetag.
Rund um den See führen gemütliche Spazierwege durch dichte Wälder. Wer etwas mehr Bewegung sucht, kann den Besuch mit einer Wanderung zu den benachbarten Lamar-Seen verbinden. Im Vergleich zum Gardasee geht es hier deutlich ruhiger zu. Gerade deshalb zählt der Lago di Lamar für viele Trentiner zu den schönsten Sommerzielen der Region.
Tipp: Besonders am Vormittag zeigt sich der See von seiner schönsten Seite, wenn sich die umliegenden Wälder spiegelglatt im Wasser spiegeln.
Ein Farbenmeer im Herbst: Lago di Cei
Der Lago di Cei liegt südlich von Trient auf etwa 900 Metern Höhe und zählt zu den idyllischsten Naturseen der Region. Während er im Sommer mit seinem glasklaren Wasser und ruhigen Liegewiesen begeistert, verwandelt er sich im Herbst in eines der spektakulärsten Fotomotive Norditaliens. Dann spiegeln sich die goldgelben Buchen, roten Ahornbäume und dunklen Tannen im nahezu unbewegten Wasser. Besonders früh am Morgen entsteht eine fast märchenhafte Stimmung, wenn leichter Nebel über den See zieht.
Ein botanisches Highlight sind die weißen Seerosen, die den See in den Sommermonaten schmücken und ihm eine fast verwunschene Atmosphäre verleihen. Mehrere leichte Wanderwege führen rund um den See oder weiter in die umliegenden Wälder. Aufgrund seiner ruhigen Lage ist der Lago di Cei ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, Fotografen und Naturliebhaber.
Tipp: Wer den See im Oktober besucht, erlebt eines der schönsten Herbstpanoramen des gesamten Trentino.
Aktivurlaub am Wasser
Die Seen des Trentino sind nicht nur perfekte Badeziele, sondern auch ein Paradies für Outdoor-Fans. Viele Gewässer verfügen über ausgezeichnete Wanderwege, Mountainbike-Strecken und Wassersportangebote. Während der Gardasee als Mekka für Windsurfer gilt, locken Molveno und Caldonazzo mit Kajak-, SUP- und Segelmöglichkeiten. Wer lieber die Natur genießt, findet an Seen wie dem Lago di Tovel oder Lago di Ledro ruhige Wanderwege mit beeindruckenden Panoramablicken.
Ob weltberühmter Gardasee oder versteckter Bergsee, das Trentino bietet für jeden Geschmack das passende Gewässer. Familien freuen sich über warme Badeseen mit flachen Ufern, Aktivurlauber finden ideale Bedingungen zum Wandern, Surfen oder Stand-up-Paddeln und Ruhesuchende entdecken idyllische Naturseen fernab der großen Touristenströme. Gerade die Vielfalt macht die Region so besonders: Innerhalb kurzer Fahrzeiten wechseln sich mediterranes Flair, alpine Gipfel und glasklare Seen ab. Wer das Trentino im Sommer besucht, sollte deshalb unbedingt auch die kleineren Seen abseits des Gardasees erkunden, oft sind es genau diese versteckten Naturjuwele, die den Urlaub unvergesslich machen.
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