Zwei der häufigsten Fragen von Skifahrern aller Leistungsstufen sind: „Wofür benutze ich eigentlich meine Skistöcke?" und „Woran erkennt man ein gutes Paar Skistöcke?" Sicher, sie sind schon praktisch, um den Schnee von den Skischuhen abzuklopfen oder die Ferse aus der Bindung zu lösen, aber es muss doch einen Grund geben, warum Profis bis zu 200 Euro für ein einfaches Paar Skistöcke ausgeben.

Skistöcke sind, je nach Erfahrung und Können eines Skifahrers, entweder essenzieller Teil der Ausrüstung oder einfach etwas Zusätzliches, was man vom Auto zur Skipiste und wieder zurück schleppt. Anfänger schätzen oft die Sicherheit, etwas zum Abstützen zu haben – und etwas, das ihnen hilft, nach einem Sturz wieder aufzustehen.

Allerdings können Skistöcke einem beim Skifahren auch eher behindern als dass sie einem helfen, wenn man erst einmal ein fortgeschrittenes Niveau erreicht hat. Viele Skilehrer nehmen ihren Schülern die Stöcke irgendwann ab, damit die Schüler sich mehr auf ihre Füße konzentrieren als darauf, was sie gerade mit den Stöcken machen sollen.

Skistöcke gibt es in einer endlosen Zahl von Formen und Materialien, von dick und schwer bis leicht und biegsam. Die Preise variieren von 10 Euro für ein einfaches Paar bis beinahe 200 Euro für wahre Graphit- oder Carbon-Schönheiten. Wenn man das Skifahren gerade erst erlernt hat, reicht tatsächlich ein beliebiger einfacher Stock.

Es empfiehlt sich, nach robusten Stöcken aus Aluminium oder einem anderen Metall Ausschau zu halten. Um die richtige Größe zu ermitteln, sollte man den Stock umdrehen und das Rohr direkt unterhalb des Tellers festhalten. Ober- und Unterarm sollten einen rechten Winkel bilden, wenn der Stock die richtige Länge hat. Wenn die Stöcke zu kurz sind, wird man Schwierigkeiten haben, beim Skifahren aufrecht zu stehen. Wenn die Stöcke zu lang sind, drückt man sein Gewicht leicht nach hinten auf die Fersen, was Drehungen schwieriger macht.

Wenn man erst einmal ein fortgeschrittenes Niveau erreicht hat und schwarze Pisten, Buckelpisten und Tiefschneefahrten für sich entdeckt, werden Skistöcke zum besten Freund des Skifahrers. Skistöcke dienen bei fortgeschrittenen Skifahrern der besseren Balance und dem besseren Timing. Auf diesem Leistungslevel ist es oft hilfreich, leichtere Skistöcke aus Materialien wie Graphit oder Carbon zu benutzen. Solche Stöcke machen die Schwünge leichter und vereinfachen es, sich schnell auf Veränderungen - wie etwa jene der Schneebeschaffenheit - einzustellen.

Zwei wichtige Teile des Skistocks sind die Griffe und die Teller. Die meisten Skistockgriffe bestehen aus rutschfestem Hartgummi und sind so vorgeformt, dass sie sich perfekt der Hand anpassen. Auf der Spitze des Griffes ist die Halteschlaufe angebracht. Die Halteschlaufen können eine zusätzliche Stütze bieten. Außerdem garantieren sie, dass die Stöcke nicht auf der Piste liegen bleiben, sollten sie einem mal aus der Hand rutschen.

Während die Schlaufen bei den meisten handelsüblichen Stöcken fest angebracht sind, gibt es auch Modelle, bei denen die Schlaufen so befestigt sind, dass sie sich von den Stöcken lösen, sollten diese im Schnee oder in einem Baum stecken bleiben. Dies kann einem schmerzhafte Schulterverletzungen ersparen. Viele, die Stöcke mit fest angebrachten Schlaufen benutzen, verzichten ganz auf diese, wenn sie durch den Wald oder in der Nähe anderer Hindernisse fahren, in denen sich die Teller verfangen könnten.

Die meisten Stöcke „von der Stange" werden mit einem einfachen Paar runder Teller verkauft, die für präparierte Pisten vorgesehen sind. Wer abseits der Pisten oder im Tiefschnee fahren möchte, für den lohnt sich die Anschaffung größerer Teller, die auch im Pulverschnee auf der Schneeoberfläche bleiben. Stöcke mit zu kleinen Tellern tendieren dazu, tief einzusinken oder durch den Schnee zu schleifen, was dazu führt, dass der Skifahrer die Balance verliert  oder sein Gewicht zu weit nach vorne verlagert.

Eine beliebte Vorrichtung bei Skistöcken sind Teleskop-Glieder, die es ermöglichen, den Stock einfach an ein bestimmtes Terrain anzupassen. Sie sind auch praktisch, wenn man die Stöcke an jemanden verleihen will, der größer oder kleiner ist als man selbst. Teleskopstöcke sind beliebt bei Freeridern und im Sommer auch bei Wanderern. Mit einem einfachen Drehen und Ziehen stellt man die gewünschte Länge ein. Auf Reisen erweisen sie sich als besonders praktisch: Sie können zur Minimallänge zusammengeschoben und einfach im Gepäck verstaut werden.

Skistöcke werden oft als unwichtiger Teil der Skiausrüstung betrachtet, doch sie können einen großen Unterschied im Fahrkönnen ausmachen und manchmal sogar entscheiden, mit welchem Terrain der Skifahrer zurechtkommt. Sie sind mit der billigste, aber dennoch ein wichtiger Teil der Ausrüstung.